Berliner Gedenktafel für Dora Hitz
Pressemitteilung vom 25.03.2026
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erinnert seit heute am Lützowplatz 17 in Berlin-Tiergarten mit einer Berliner Gedenktafel an die Künstlerin Dora Hitz (1853–1924).
Dora Hitz wurde am 30. März 1853 in Altdorf bei Nürnberg geboren und wuchs in Ansbach auf. 1869 begann sie ihr Studium an der Kunstschule für Mädchen in München. Hier wurde sie auf einer Ausstellung im Jahr 1876 von der Fürstin Elisabeth zu Wied entdeckt. Die spätere Königin von Rumänien engagierte Hitz als Hofmalerin und Illustratorin an den rumänischen Hof. 1882 zog Hitz nach Paris ins Künstler*innenviertel Montmartre, um ihre künstlerische Ausbildung fortzusetzen. Ab 1885 stellte sie auf dem Pariser Salon aus, im Jahr 1889 auf der Pariser Weltausstellung und ab 1890 auf den Ausstellungen der von avantgardistischen Künstlern neu gegründeten Société Nationale des Beaux-Arts.
Im Jahr 1891 übersiedelte Hitz nach Deutschland. Über Dresden kam sie im Jahr 1893 dauerhaft nach Berlin. Zunächst lebte sie in einer Pension in der Hardenbergstraße 24. 1894 bezog sie eine Wohnung mit zwei Atelierräumen in der vierten Etage am Lützowplatz 12 (heutige Hausnummer 17), wo sie bis zu ihrem Tod am 20. November 1924 lebte – viele Jahre davon gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin, der Künstlerin Maria von Brocken (1868–1947). Hier eröffnete Hitz eine eigene Malschule, in der sie angehende Malerinnen ausbildete. Heute existiert das frühere Wohnhaus nicht mehr.
Hitz prägte die Berliner Kunstszene der Jahrhundertwende entscheidend mit. Sie war als einzige Frau Mitglied in der avantgardistischen Künstler*innengruppe Vereinigung der XI und als eine von nur vier Frauen (unter 64 Männern) Gründungsmitglied der Berliner Secession. Im Jahr 1906 wurde sie auf der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Weimar für ihr Porträt der Margarete Hauptmann, das sich heute als Leihgabe in der Alten Nationalgalerie befindet, als erste Frau mit dem Villa Romana-Preis ausgezeichnet. Sie trat den damit verbundenen Florenz-Aufenthalt im folgenden Jahr an. Hitz war Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen, dem ältesten Zusammenschluss bildender Künstlerinnen in Deutschland. Seit 1913 wirkte sie als Vorsitzende des Frauenkunstverbands, der sich für Frauenrechte im Kunstbetrieb einsetzte.
Dora Hitz starb am 20. November 1924 in Berlin. Die Trauerrede schrieb ihre Freundin Käthe Kollwitz. Die Sozialistischen Monatshefte veröffentlichten in der Ausgabe vom 5. Januar 1925 ihr „Gedenkwort an Dora Hitz“, darin ist zu lesen: „Das Beste, was Du gemacht hast, wird bleiben. Wird in seiner Schönheit und in dem besonderen Gepräge, das Deine Arbeiten haben, gewürdigt werden. Dein Platz ist Dir sicher. Nun aber ruh aus von langen, qualvollen Krankheitsjahren. Das Leben ist vorüber, Du hast ausgekämpft.“
Die Berliner Gedenktafeln sind ein Programm des Landes Berlin, eingebunden in das Förderprogramm Historische Stadtmarkierungen der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die weißen Porzellantafeln werden von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin hergestellt. Die Recherche für den Tafeltext und die Organisation der Enthüllung lagen bei dem Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin, der sich seit 2013 bei der Umsetzung des Berliner Gedenktafelprogramms engagiert.
Besonderer Dank gilt der GASAG AG, die als langjährige Hauptsponsorin des Berliner Gedenktafelprogramms die Tafel für Dora Hitz finanziert hat.
Pressestelle
Britta Elm
Pressesprecherin und Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Daniel Bartsch
Stellvertretender Pressesprecher