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Berliner Gedenktafel für Martin Buber (1878 – 1965)

Pressemitteilung vom 09.10.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Senatsverwaltung für Kultur und Europa enthüllt am Dienstag, dem 16. Oktober 2018, um 13 Uhr im Vopeliuspfad 12, 14169 Berlin eine Gedenktafel zu Ehren des Religionsphilosophen Martin Buber.

Veranstalter sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Es spricht der Staatssekretär für Kultur, Dr. Torsten Wöhlert, die Laudatio wird von dem Philosophen und Religionskritiker Prof. Dominique Bourel gehalten.

Professor Martin Buber war ein jüdischer Rechtsphilosoph, der sich für Frieden und die gegenseitige Anerkennung von Menschenrechten einsetzte.

Buber wurde 1878 in Wien in eine großbürgerliche jüdische Familie geboren. Ab dem Jahr 1886 studierte er an der Universität Wien die Fächer Philosophie, Psychiatrie und Germanistik. 1899 heiratete er Paula Winkler, die als Schriftstellerin unter dem Pseudonym Georg Munk literarische Texte verfasste. Im gleichen Jahr beteiligte sich Buber als Delegierter am Dritten Zionistenkongress in Basel, und er hatte die Leitung der Zionistenzeitschrift “Die Welt” übernommen, die ihm Theodor Herzl übertragen hatte.

Nach einem Zerwürfnis mit Herzl siedelte Buber 1906 nach Berlin über, wo er bis 1916 die Schriftensammlung “Die Gesellschaft” mit sozialpsychologischer Thematik herausgab. 1916 übernahm er die Leitung der monatlichen Zeitschrift “Der Jude”, deren Thema die jüdische Neubesinnung war. 1923 lehrte er Religionswissenschaft und jüdische Ethik an der Universität Frankfurt am Main. Es war der einzige Lehrauftrag dieser Art in ganz Deutschland.

Im Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 gab Buber seine Professorentätigkeit auf. Noch vor den Pogromen im November 1938 zog sich Martin Buber nach Jerusalem zurück. Dort erhielt er einen Posten als Professor für Sozialpsychologie. Darüber hinaus beteiligte er sich an der jüdischen Erziehungsarbeit und setzte sich vehement für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern ein.
Buber erhielt zahlreiche Auszeichnungen – unter ihnen 1953 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Martin Buber starb am 13. Juni 1965 in Jerusalem.