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Schloss Charlottenburg
Das Schloss Charlottenburg ist die größte Schlossanlage Berlins. Im Lauf der Geschichte viele Male umgebaut und erweitert, hat es für Besucher viel zu bieten. mehr
Der Schlosspark Charlottenburg entstand zusammen mit dem Lustschloss. Der erste Barockgarten nach französischem Vorbild in Deutschland zaubert eine prachtvolle Landschaft mitten in die Stadt.
Der Schlossgarten Charlottenburg vereint über 300 Jahre Gartenkunst. Die weitläufige Gartenanlage ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Jährlich flanieren tauende Besucher:innen durch den historischen Schlosspark.
Die Idee für einen Schlosspark nach französischem Vorbild hatte Kurfürstin Sophie Charlotte. Sie beauftragte Siméon Godeau damit, einen Garten nach neuster Mode zu erschaffen. Godeau war Schüler des Versailler Hofgärtners André Le Nôtre. Mit dem Schlossgarten Charlottenburg legte er eine der ersten französischen Barockanlagen im deutschsprachigen Raum an. Sophie Charlotte weihte das Lustschloss mit Park im Juli 1699 mit einem großen Fest ein.
Der Schlosspark Charlottenburg ist, wie nach dem nach dem Vorbild von Versailles, entlang einer zentralen Achse angelegt. Sie verläuft durch das Schloss und setzt sich in der Schloßstraße fort. An beiden Seiten der Achse liegen Parterre, rechteckige Schmuckflächen mit einem Wasserbecken mit Fontäne. Broderien schmücken die Parterre: kunstvolle Muster aus niedrigen Hecken, Kies und Blumen. Das Parterre endet an einem Karpfenteich. Früher war an gleicher Stelle ein Wasserbecken, das mit der Spree verbunden war. Er diente als Hafen für die Gäste, die mit prächtigen Gondeln vom Berliner Stadtschloss nach Charlottenburg reisten. Entlang des Parterres stehen Lindenalleen. Im Westen des Parterres liegen Bosketts: von Hecken eingefasste Plätze, die wie kleine grüne Säle wirken.
Die Terrasse des Schlossgartens ist besonders repräsentativ gestaltet. Sie liegt vor der Schaufassade des Schlosses. Treppen und Rampen verbinden die Terrasse mit dem tieferen Parterre. In den Sommermonaten stehen Kübel mit kunstvoll beschnittenen Orangen-, Zitronen- und Pomeranzenbäumen auf der Terrasse. Im Barock waren Südfrüchte Ausdruck von Reichtum und Ansehen.
Von Beginn an feierte Sophie Charlotte in Schloss und Garten große Feste mit Musik, Tanz und Feuerwerk. Der Schlosspark war auch Ort philosophischer Debatten, die sie beispielsweise mit Gottfried Wilhelm Leibniz im Park führte.
Nach dem Tod Friedrichs des Großen im Jahr 1786 wurde der Schlossgarten verändert. Die Thronfolger bevorzugten den englischen Gartenstil. Das nun altmodisch wirkende Parterre wurde zurückgebaut, denn stark getrimmte Pflanzen entsprachen nicht den Ideen der Naturphilosophie. Die Gartenkünstler Johann August Eyserbeck und Peter Joseph Lenné gestaltenten den Schlossgarten Charlottenburg bis 1833 schrittweise in einen Landschaftspark um.
Im Jahr 1788 ließ Friedrich Wilhelm II. im nördlichen Teil des Schlossparks Belvedere errichten. Langhans entwarf das Gartenschlösschen, das dem König als Rückzugsort diente. Der Teil des Schlossgartens um Belvedere herum ist naturgetreuer gestaltet als der barocke Schlossgarten. Geschwungene Bäche, Wiesen und naturnahe Wege umgeben das kleine Schloss.
Im nordwestlichen Bereich des Schlossgartens steht das Mausoleum für Königin Luise. König Friedrich Wilhelm III. ließ die Grabstätte für seine früh verstorbene Gemahlin in Form eines antiken Tempels errichten. Architekt Heinrich Gentz plante das Bauwerk, Karl Friedrich Schinkel beriet ihn. Im Laufe der Zeit wurde das Mausoleum mehrmals baulich verändert. Inzwischen ist es Grabstätte von weitern Adligen.
Neben dem dekorativen Teil des Schlossparks gibt es, etwas weiter vom Schloss entfernt, auch Liegewiesen und einen Spielplatz. Die Uferpromenade an der Spree lädt zu Spaziergängen am Wasser ein.
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