Zukunfstköpfe : Lotfi Aoulad

Zukunftsköpfe: Lotfi Aoulad von Diaspora Wonderland

Für ihn ist Berlin eine Melange aus Laufsteg, Körperlichkeit und Zusammenwachsen. Lotfi Aoulad ist Kulturstratege und Gründer von Das Relais, einer Initiative, die Mode als sozialen Connector sieht. Ausgehend von seiner nordafrikanischen Herkunft und seiner internationalen Erfahrung, wirft Lotfi Aoulad ein Spotlight auf die Geschichten von Vertreibung und Flucht.

Hier spricht er von seiner Liebe zur Berlin Fashion Week, seinen Erfahrungen in der Hauptstadt und seiner neuesten Ausstellung „Diaspora Wonderland”, die bis zum 7. Juni 2026 in der ifa-Galerie Berlin zu sehen ist.

Was ist das besondere an „Diaspora Wonderland” und worum geht es dir dabei?

Für diese Ausstellung bin ich von einer einfachen Frage ausgegangen: Was wäre, wenn Mode wie ein kultureller Seismograph ist? Sich anzuziehen wird dann zu einer instinktiven Geste, einer Art zu spüren, was kommt. In dieser Ausstellung ist Mode mehr als Kleidung. Sie verbindet Kunst und wird zu einem Raum, in dem Künstler:innen zeigen können, wer sie sind.

Ich war fasziniert von den Shows, aber auch von der Mode auf der Straße oder in Parks und der kreativen Energie der Stadt.
Lotfi Aoulad

Der Name deiner Ausstellung macht es schon deutlich: Hier geht es um Diaspora. Welches kreative Potenzial steckt in der Erfahrung von Flucht und Vertreibung?

Ich präsentiere fünf großartige Künstler:innen mit diasporischen Erfahrungen, die ihre Geschichten durch Mode erzählen. Zwischen Realität und Imagination entstehen „Wonderlands”, kollektive Räume innerhalb von Emigration und darüber hinaus. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Welten zu entdecken.

Was macht die Modeszene in Berlin einzigartig?

Berlin ist für mich eine sehr besondere Stadt. Ich habe Berlin im Winter 2023 während der Berlin Fashion Week kennengelernt. Ich war fasziniert von den Shows, aber auch von der Mode auf der Straße oder in Parks und der kreativen Energie der Stadt. Das ist für mich wirklich eine Love Affair. Ich habe mich hier sofort wohl gefühlt, als ob ich wusste, dass ich hier etwas machen kann. Berlin ist auch eine Stadt der Wiedervereinigung, aber auch eine sehr körperliche Stadt. Es gibt kein Zentrum, sondern viele Zentren und Communities. Vielleicht ist es genau deshalb so, dass viele unterschiedliche Menschen hier immer wieder zusammenfinden.