„Representation is just the beginning — impact is the goal.“
Kave Bulambo steht für eine neue Ära von Führungskräften. Mit ihrer Initiative Black in Tech Berlin macht sie die Startup-Szene der Hauptstadt diverser. Ihre Mission ist es, den Status quo für People of Colour, Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen aufzubrechen.
In unserem Zukunfstköpfe-Interview erzählt sie, wieso sich die Tech-Branche im eigenen Interesse öffnen muss – und wie sie Schwarze Professionals dabei unterstützt, Barrieren zu überwinden und Karriere zu machen.
Was sind die größten Herausforderungen für People of Color (PoC) in Deutschland?
An erster Stelle steht die Repräsentation: Also wie viele von ihnen sind in der Tech-Branche tätig? Wenn wir von Deutschland sprechen, liegen wir wahrscheinlich zwischen 1 % und 0,09 %. Und diese Zahl wollen wir erhöhen.
Der zweite Punkt ist das eigene Unternehmertum. Wir haben mittlerweile viele PoC, die Unternehmen gründen wollen, weil sie genug Erfahrung als Arbeitnehmer:innen gesammelt haben. Sie wollen Unternehmen gründen, aber es mangelt an Ressourcen und Finanzmitteln.
Wie unterstützt ihr PoC in der Branche?
Wir bekämpfen Unsichtbarkeit durch Sichtbarkeit. Zunächst einmal sorgen wir für Repräsentation, um zu zeigen, wer etwas aufbaut, wer da ist und was diese Menschen tun – und dann gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir bieten tatsächlich Mentoring- und Coaching-Programme für diejenigen an, die in der Tech-Branche mitwirken möchten. Wir haben derzeit eine Plattform, auf der Nachwuchskräfte erfahrene Mitglieder der Communities finden können, die schon lange im Tech-Bereich tätig sind. Außerdem haben wir Allies auf unserer Plattform, die als Mentor:innen fungieren und den Weg von PoC in das Tech-Ökosystem unterstützen möchten. Die wichtigste weitere Maßnahme, die wir umsetzen wollen, ist die Einrichtung eines Fonds, um auch Startups finanziell zu fördern.
Was braucht die Berliner Tech-Szene?
Wir verlieren ein wenig unseren Vorsprung. Vielleicht kann Berlin in Bezug auf Bürokratie und Hürden beim Aufbau eines Unternehmens einen Unterschied machen. Ich denke: Talente anziehen. Können Talente hierherkommen und in Berlin bleiben? Und mein ideales Ziel oder mein Wunsch ist es, dass wir uns alle an einen Tisch setzen und eine bessere Strategie für Berlin und auch für Deutschland entwerfen.
Ich denke, inmitten dieser Herausforderungen entsteht Innovation. So findet man neue Lösungen, um besser zu werden. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Berlin diesen Schwung wiedergewinnen würde.