Alt gegen neu, hip-abgeranzte Altbauten mit Graffiti versus Glaspaläste aus weißem Beton: Stadtentwicklung befindet sich in einem stetigen Spannungsfeld. Doch für David Boldt ist das kein Problem. Mit seiner Vision für das geschichtsträchtige Berliner Colosseum beweist er, dass genau in diesen Konflikten die Lösung für eine moderne, lebenswerte Stadt steckt. So könnten auch in Zukunft Kreativ-, Design- und Startup-Szene in Berlin die besten Räume für ihre Ideen finden, ohne von den Menschen in den Kiezen abgekoppelt zu sein.
Bild: David Boldt
Transformation statt Abriss: Warum Neubau keine Identität hat
Das Colosseum ist für Berlin ein Ort voller Geschichte. Wenn so ein Haus schließt, stirbt oft ein Stück Kiez-Identität. Was war dein persönlicher Antrieb, genau diesen Ort zu retten, statt auf der „grünen Wiese“ neu zu bauen?
Mich hat am Colosseum vor allem fasziniert, dass dieser Ort für Berlin eben nicht irgendeine Immobilie ist, sondern ein Haus mit Geschichte, Identität und emotionaler Bedeutung für viele Menschen. So etwas kann man nicht neu bauen. Man kann eine neue Eventfläche schaffen, aber man kann keinen Ort mit gewachsener Erinnerung und echter städtischer Verankerung künstlich erzeugen.
Transformation muss nicht Verlust bedeuten.David Boldt
Viele Flächen in der Stadt werden heute entweder rein kommerziell gedacht oder verlieren ihren offenen Charakter.David Boldt
Das Besondere ist die Verbindung aus historischem Ort, kultureller Strahlkraft und zukunftsorientierter Nutzung.David Boldt
Ein echter Hub entsteht nicht automatisch dadurch, dass viele Leute in einem Gebäude sind. Er entsteht, wenn die richtigen Menschen zusammenkommen.David Boldt
Wenn Berlin seine Seele behalten will, dann nicht durch Stillstand, sondern durch kluge Weiterentwicklung.David Boldt
Die größte Sünde ist für mich, wenn Stadt nur noch funktional und renditegetrieben gedacht wird und Identität verloren geht.David Boldt