Roboter können das Arbeitsleben erleichtern – oder es verkomplizieren. Besonders dann, wenn Maschinen verschiedener Hersteller im selben Betrieb nebeneinander herarbeiten. Ashley Kasraee, Berliner Halbfinalistin des Female Founders Contest 2026, setzt genau hier an. Ihr System SyncroBot vernetzt unterschiedlichste Roboter und bringt ihnen eine gemeinsame Sprache bei – vom großen Routenzug bis zum Gabelstapler, Palettenfahrzeug und kleinen Kurierroboter.
Ein KI-gestützter Algorithmus verteilt die Aufgaben, berechnet die effizientesten Routen und sorgt dafür, dass sich die Fahrzeuge nicht gegenseitig blockieren. Die Nutzer:innen behalten dabei die Kontrolle. Sie steuern die Flotte per Knopfdruck, App oder Barcode-Scan, verfolgen die Geräte im Live-Kamerabild und können bei Störungen direkt eingreifen.
Im Zukunftsköpfe-Interview erzählt Ashley, wie Roboterflotten in einer Woche zum eingespielten Team werden, wer davon im Betrieb am meisten hat und warum Berlin für ihr Startup das ideale Testgelände ist.
Welches Problem geht euer Startup an?
Derzeit ist der Einsatz autonomer mobiler Roboter in der Intralogistik kostspielig und zeitaufwendig. Hinzu kommt: Wer Roboter verschiedener Hersteller miteinander verbinden will, braucht eine Zwischenschicht, eine sogenannte Middleware, die beide Robotersysteme vernetzt.
Was sieht eure Lösung aus?
Man kann sich das in drei Ebenen vorstellen: oben das IT-System des Unternehmens, in der Mitte unsere Middleware, darunter die Roboter. Mit sehr schlanken Schnittstellen binden wir die Roboter an die Middleware an und integrieren diese dann ebenso schlank in das IT-System. Dadurch dauert die Integration nur etwa eine Woche, und die Kosten sind deutlich niedriger. Jedes Unternehmen kann so Roboter einfach und schnell einsetzen, unabhängig von seiner Größe.
Was bringt SyncroBot ganz konkret im Alltag?
Auf unserer Plattform können alle Roboter miteinander kommunizieren. Das steigert die Effizienz der gesamten Flotte um etwa 40 %. Und das Beste: Oft handelt es sich um körperlich sehr schwere Arbeit, die beispielsweise zu Rückenproblemen führen kann. Die kann nun der Roboter übernehmen, sodass die Mitarbeitenden sich weniger körperlich anstrengenden Aufgaben widmen können. Außerdem wird der Arbeitsplatz dadurch sicherer.
Warum ist Berlin der perfekte Standort für euer Startup?
Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens hat Berlin ein hervorragendes Universitätsnetzwerk, aus dem wir viele unserer Fachkräfte gewinnen. Zweitens gibt es in und um Berlin zahlreiche Industrieunternehmen. Den Großteil unserer Einsätze machen wir tatsächlich zuerst hier. Wir können schnell vor Ort sein, die Roboter in Betrieb nehmen und eng mit Unternehmen zusammenarbeiten. In gewisser Weise ist Berlin unser Testgelände.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Deutschland bei technologischen Innovationen in der Robotik eine Vorreiterrolle einnimmt. Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben, und ich möchte unbedingt zu den Unternehmen gehören, die diese Technologie voranbringen. Dann können wir das Beste aus Deutschland in die Welt tragen.