Was ist die Mission von GroovIT?
Wir wollen es – oldschool gesagt – wieder cool machen, ein Instrument zu lernen. Heute bist du „cool“, wenn du 10.000 Follower:innen auf TikTok hast. Wenn wir es schaffen, Instrumente wieder stärker in diesen populären Bereich zu holen, wäre das großartig. Musik soll zugänglich sein – unabhängig von Geld, Ort oder Vorerfahrung.
Warum ist gerade Berlin ein guter Standort?
Ich lebe seit fast 20 Jahren in Berlin. Die Stadt hat eine enorme kreative Energie: Musiker:innen, Entwickler:innen, Studios, Förderprogramme. Es gibt viele Netzwerke und Events, die Austausch ermöglichen. Programme vom Medienboard Berlin-Brandenburg haben uns sehr geholfen.
Das geplante House of Games Berlin ist ein spannendes Projekt, auch wenn es sich aktuell noch im Aufbau befindet. Solche Orte sind wichtig, um junge Studios zusammenzubringen und langfristige Strukturen zu schaffen.
Welche Trends im Bereich Gamification findest du spannend?
Ich muss sagen, dass ich mich selbst nicht als jemanden sehe, der in der Berliner Games-Branche super etabliert und in allen Entwicklungen komplett up to date ist. Ich würde mir nicht anmaßen zu sagen: Ich kenne die letzten 20 Jahre und weiß, wie die nächsten 20 aussehen werden. Diese Kompetenz habe ich so nicht.
Was ich aber persönlich spannend finde: Der Begriff Gamification ist seit Jahren allgegenwärtig. Unser Produkt wird häufig sehr schnell in diese Gamification-Ecke geschoben, obwohl wir eigentlich weit darüber hinausgehen. Deshalb finde ich den Begriff teilweise unzutreffend. Unabhängig davon finde ich es grundsätzlich positiv, dass spielerische Elemente in immer mehr digitalen Produkten Einzug halten. Wenn Dinge bunter, intuitiver und angenehmer in der Nutzung werden, kann das die User:innen-Experience deutlich verbessern – man merkt ja, wie groß der Unterschied sein kann zwischen frustrierenden Interfaces und solchen, durch die man sich fast spielerisch durchklickt.
Besonders spannend finde ich Games, die mehr sind als reine Unterhaltung: Spiele, die historische Themen aufgreifen, gesellschaftliche Fragen verhandeln, Nachhaltigkeit oder soziale und empathische Aspekte vermitteln. Games können Menschen prägen, weil sie Erfahrungen erfahrbar machen – sei es durch Zusammenarbeit, Gemeinschaft oder bewusste Entscheidungen. Das ist für mich ein großes Potenzial von Games, auch jenseits von klassischem Zocken. Gleichzeitig darf Gaming natürlich auch einfach Spaß machen.