Berlin Fashion Week

Berlin Fashion Week Herbst/Winter 2026 – Rooted in Authenticity

18.02.2026

Die Berlin Fashion Week setzt ihren Aufwärtstrend konsequent fort. Vom 30. Januar bis 2. Februar 2026 wurden in 52 Präsentationsformaten, davon 42 Fashion Shows – so viele wie nie zuvor – die Kollektionen für Herbst/Winter 2026 vorgestellt. Parallel zum wachsenden Kalender steigt auch das nationale und internationale Interesse: Rund 30.000 Besucher:innen aus Berlin und von außerhalb waren vor Ort, um die Highlights der Saison zu entdecken.

Taktgeber für Trends

Mit einer ausgewogenen Mischung aus aufstrebenden Talenten, die unter anderem in Formaten wie Der Berliner Salon und RAUM.Berlin sichtbar wurden, und bekannten Größen, etabliert sich die Berlin Fashion Week zunehmend als zentraler Taktgeber für neue Trends. Darüber hinaus macht sie auch in dieser Saison durch ihr klares Bekenntnis zu Vielfalt, Authentizität und Nachhaltigkeit auf sich aufmerksam.
Gleichstellung ist auf der Berlin Fashion Week schon heute Realität. Etwa die Hälfte der Labels im offiziellen Kalender sind female-owned oder werden von einer Designerin geführt. Weiblichkeit zeigte sich jedoch nicht nur als strukturelles Thema, sondern wurde auch inhaltlich verhandelt: Laura Gerte und Sia Arnika rückten Selbstbestimmung ins Zentrum ihrer Kollektionen. Kasia Kucharska und Haderlump Atelier Berlin brachten Sanftheit und Stärke mit ihren Entwürfen harmonisch in Einklang.

Über nationale Grenzen hinweg

Mit dem wachsenden Programm wird die Berlin Fashion Week immer internationaler: Ein Publikum aus Journalist:innen und Einkäufer:innen aus aller Welt trifft auf ein Line-up, das nationalen Grenzen längst entwachsen ist. Erstmals präsentierten John Lawrence Sullivan aus Japan und Kenneth Ize aus Nigeria ihre Kollektionen in der deutschen Hauptstadt, während das nigerianische Label Orange Culture nach Berlin zurückkehrte. Auch Buzigahill aus Uganda und PLNGNS aus der Ukraine waren mit ihren innovativen Upcycling-Kollektionen erneut Teil der Berlin Contemporary-Gewinner:innen.

Auf eine Welt, deren Tempo unaufhörlich zuzunehmen scheint, reagierten viele Designer:innen mit bewusster Verlangsamung. Reduktion, Handwerk und Selbstverortung wurden zu Strategien kreativer Freiheit: MARKE setzte Desinformation gegen textile Klarheit ein, Lou de Bètoly fertigte ihre Kreationen in aufwändiger Handarbeit, BALLETSHOFER entlarvte Routinen als Konformität, während Richert Beil und Ioannes Gegenentwürfe zum vorgegebenen Rhythmus der Modeindustrie formulierten. Herkunft und Identität standen nicht nur bei DAGGER und Andrej Gronau im Zentrum, sondern wurden auch von GmbH, SF1OG und William Fan als Ausgangspunkt für Neues genutzt.

Vormerken: Die nächste Berlin Fashion Week findet vom 2. bis 5. Juli 2026 statt.