Mit dem wachsenden Programm wird die Berlin Fashion Week immer internationaler: Ein Publikum aus Journalist:innen und Einkäufer:innen aus aller Welt trifft auf ein Line-up, das nationalen Grenzen längst entwachsen ist. Erstmals präsentierten John Lawrence Sullivan aus Japan und Kenneth Ize aus Nigeria ihre Kollektionen in der deutschen Hauptstadt, während das nigerianische Label Orange Culture nach Berlin zurückkehrte. Auch Buzigahill aus Uganda und PLNGNS aus der Ukraine waren mit ihren innovativen Upcycling-Kollektionen erneut Teil der Berlin Contemporary-Gewinner:innen.
Auf eine Welt, deren Tempo unaufhörlich zuzunehmen scheint, reagierten viele Designer:innen mit bewusster Verlangsamung. Reduktion, Handwerk und Selbstverortung wurden zu Strategien kreativer Freiheit: MARKE setzte Desinformation gegen textile Klarheit ein, Lou de Bètoly fertigte ihre Kreationen in aufwändiger Handarbeit, BALLETSHOFER entlarvte Routinen als Konformität, während Richert Beil und Ioannes Gegenentwürfe zum vorgegebenen Rhythmus der Modeindustrie formulierten. Herkunft und Identität standen nicht nur bei DAGGER und Andrej Gronau im Zentrum, sondern wurden auch von GmbH, SF1OG und William Fan als Ausgangspunkt für Neues genutzt.
Vormerken: Die nächste Berlin Fashion Week findet vom 2. bis 5. Juli 2026 statt.