Die Künstliche Intelligenz könnte Drehbücher schreiben, Musik komponieren, Filmtrailer bearbeiten, Schauspieler und Synchronsprecher rekrutieren, Untertitel generieren, synthetisierte Stimmen erstellen – was durch KI in der Medienproduktion alles möglich ist, ließ der Kurzfilm „Die sichere Zone vor einem Jahr erahnen: Erstmals stellte bei einem Projekt ChatGPT das Skript, die Kamerapositionierung, die Outfits und den Gesichtsausdruck jedes Charakters zur Verfügung. „Während einige das Ende für gekommen halten, sehen andere Optimisten die KI als Kerntechnologie für einen Befreiungsschlag, der dringend notwendig ist“, meint der Berliner Regisseur und Autor Markus Müller-Hahnefeld. Die Branche befinde sich seiner Ansicht nach in „der größten Krise“, unter der insbesondere Nachwuchsregisseure und Produktionen mit geringem Budget leiden. Die Automatisierung und damit verbundene Effizienzsteigerung könnte den Zugang zum filmisch-künstlerischen Ausdruck niedrig schwelliger machen. „Die Zukunft des Films liegt in der geschickten Nutzung der KI als Werkzeug für künstlerische Innovation“, ist er überzeugt.
Das war nicht immer so: „Als ChatGPT kam, bin ich in die Krise gestürzt und habe mich gefragt, wozu soll ich schreiben?“ Mittlerweile hat Müller-Hahnefeld darauf eine Antwort gefunden. Drehbücher von Filme profitierten durch die enge Verknüpfung zwischen Autor und Werk. Biografische Einflüsse könne die KI jedoch nicht liefern. Gedanken und Strukturen zu ordnen, dabei kann die KI hingegen unterstützen. Zudem können leistungsstarke Algorithmen vorhandene Drehbücher, Publikumsvorlieben und Markttrends analysieren und so dazu beitragen, dass Projekte beim Zielpublikum besser ankommen. „KI ist eher ein Tool, mit dem ich arbeiten kann“, versteht er die KI als „intellektuellen Partner in der kreativen Schaffensphase“.