Neues Forschungsprojekt in Berlin macht 6G-Technologie praxistauglich
Berlin ist jetzt Teil einer besonderen Forschungsallianz: Die Hauptstadt gehört neben nur drei weiteren Standorten zur bundesweiten Forschungsinitiative 6G-Transfer-Hubs und bekommt einen eigenen Transfer Hub. Damit sollen die Ergebnisse der letzten Jahre nun in die Praxis fließen. Kurz: Aus Forschung wird Wirtschaft. Die Hubs schließen die Lücke zwischen Idee und Marktreife schneller und effizienter, als es bisher der Fall war. Eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft ist daher zentrales Element der 6G-Offensive.
Und 6G ist mehr als „schnellerer Mobilfunk“. Es ist die Verschmelzung von Kommunikation, Sensorik und Intelligenz. Diese Technologie ist die Plattform für völlig neue Anwendungen: von vernetzter Robotik bis zu intelligenten Mobilitätssystemen.
Hightech Agenda Deutschland
Die vier unterschiedlichen, regionalen Hubs werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Damit setzt das BMFTR einen zentralen Baustein seiner 6G-Strategie um. Ziel der Initiative ist es auch, Deutschlands technologische Souveränität, digitale Resilienz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Neben Berlin wurden drei weitere Standorte für unterschiedliche Exzellenz-Cluster ausgewählt:
- Das Münchner Hub 6G-life² konzentriert sich auf Anwendungen der vernetzten Robotik.
- Bei 6GEM+ in Aachen geht es darum, intelligente Kommunikationssysteme für Unternehmen aufzubauen.
- Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern stehen mit Open6GHub+ Sicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen im Mittelpunkt.
Brücke zwischen Spitzenforschung, Industrie und Startups
Der in Berlin angesiedelte Hub xG-RIC fokussiert sich bei der Weiterentwicklung von 6G-Technologien und deren praktischen Anwendungen vor allem auf die Bereiche Medizin und Mobilität.
Berlin bietet dafür die perfekten Voraussetzungen: Dank umfangreicher Testfelder, Laboren und Demonstrationsanlagen werden aus Innovationen schnell praxistaugliche Lösungen. Ein Integrationslabor mit einer Open-RAN-Umgebung soll zudem flexible Tests in Echtzeit ermöglichen.
xG-RIC arbeitet mit über 40 Industriepartnern zusammen, die die gesamte 6G-Wertschöpfungskette abdecken:
- Hersteller von Netzwerkausrüstung
- Mobilfunknetzbetreiber
- Halbleitertechnologieunternehmen
- Automobilunternehmen
- Medizintechnikunternehmen
- Zahlreiche Startups
Einfacher Zugang und spezielle Förderung
Zudem werden Unternehmen durch Workshops, Beiräte, die Nutzung von Testumgebungen und gemeinsamen Demonstrationsprojekten zur Teilnahme ermutigt. Das gewährleistet eine niederschwellige, inklusive Zugangspolitik.
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstützt diese Zusammenarbeit zwischen F&E und der Wirtschaft aktiv. Die Verwaltung kümmert sich um den Aufbau exemplarischer 6G-Testnetze durch spezielle Förderprogramme – wie zum Beispiel ProFIT.
xG-RIC ist ein wichtiger Baustein, um Berlin zu einem der bedeutendsten Wirtschafts-, Technologie- und Innovationsstandorte Europas zu machen. Schon heute ist Berlin mit seinen rund 180.000 Unternehmen und Betrieben, dem größten deutschen Startup-Ökosystem und einer herausragenden Digital-, Gesundheits- und Kreativwirtschaft führend in Europa. Um diesen Erfolg weiter auszubauen, braucht die Hauptstadt moderne, hochleistungsfähige und resiliente Kommunikationsnetze. Auch bei Themen wie Mobilitätswende und Nachhaltigkeit geht nichts mehr ohne moderne Vernetzung. Das alles unterstreicht, wie wichtig die 6G-Offensive für Berlin ist.
Konkrete Lösungen für die Praxis
Der xG-RIC ist speziell auf komplexe, zeitkritische Anwendungen ausgerichtet, wie beispielsweise digitale Zwillinge für Krankenhäuser. Damit lassen sich wichtige Daten über Sensoren in Echtzeit erfassen und verarbeiten. Diese Daten unterstützen Robotik- und KI-Systeme bei der Assistenz und Automatisierung. Weitere Anwendungsbereiche sind 3D-Sensortechnologien. Sie können beispielsweise Drohnen erkennen oder Verkehrsknotenpunkte überwachen und intelligent steuern.
Noch in diesem Jahr soll eine vollständige Testlandschaft etabliert werden, indem die Modellräume des Deutschen Herzzentrums der Charité zu lebenden Labors ausgebaut und an der Technischen Universität Berlin spezielle Mobilitäts-Testumgebungen eingerichtet werden.
Das Wichtigste im Überblick:
- xG-RIC wirkt als Katalysator für Innovationen in der 6G-Technologie.
- Gefördert wird eine sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Startups.
- Dank des Clusters entsteht eine hochmoderne Infrastruktur für das Testen und Validieren neuer Technologien.
- Der Standardisierungsprozess wird vorangetrieben, um Interoperabilität und eine breite Akzeptanz sicherzustellen.
Das Projekt unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung eines Startup-Ökosystems und fördert Kommerzialisierung sowie Marktreife. - Im Fokus sind konkrete Anwendungsbereiche in der Praxis, in denen die einzigartigen Fähigkeiten von 6G einen transformativen Einfluss haben können.
Mehr Infos findet ihr hier: https://xg-ric.de/