Geflüchtete im Einsatz gegen Corona

Geflüchtete helfen in der Corona-Krise
Ahmad näht mehr als 1.000 Behelfsmasken pro Woche und spendet sie für Geflüchtete, Kitas und soziale Projekte.
Bild: GoVolunteer

Geflüchtete helfen in der Coronakrise – neue Kampagne macht Engagement sichtbar und lädt zum Mitmachen ein

Pressemitteilung vom 16.04.2020

Geflüchtete Menschen engagieren sich, um bedürftigen Mitmenschen bei der Bewältigung der Coronakrise unter die Arme zu greifen. Mit Kreativität und Tatkraft leisten sie ihren Beitrag, um zu helfen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben: sie bieten Hilfe bei Übersetzungen an, entlasten medizinisches Personal, unterstützen ältere Menschen beim Einkaufen, engagieren sich bei der Betreuung von Obdachlosen oder sind als Rettungssanitäter im Einsatz.

Gemeinsam mit der Senatskanzlei startet GoVolunteer jetzt eine Kampagne mit zwei Zielen: Das Engagement der Geflüchteten soll sichtbar gemacht werden und weitere Engagierte sollen gewonnen werden. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Portraits von engagierten Geflüchteten mit ihren Geschichten, die anderen Mut machen, sich auch zu beteiligen und mit anzupacken.

Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Mitinitiatorin der Kampagne: „Die Corona-Krise hat eine Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das tut extrem gut und stärkt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, nachdem in letzter Zeit so viel Hass verbreitet wurde. Mit unserer neuen Kampagne wollen wir dazu beitragen, dass auch das freiwillige Engagement von Geflüchteten sichtbar wird und Wertschätzung erfährt. Dass sich viele Geflüchtete längst aktiv einbringen und die Zivilgesellschaft stärken, geht in den politischen Debatten oft unter. Hier wollen wir ein deutliches Zeichen setzen. Denn die Freiwilligen sind Vorbilder und gelebte Solidarität schafft Zusammenhalt.“

500 Geflüchtete haben sich bereits über das Projekt “Engagierte Newcomer*innen” von GoVolunteer gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Die Engagement-Experten von GoVolunteer vermitteln Geflüchtete nun auf verschiedene Einsätze in der Coronahilfe, bei denen sie sofort einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie und zur Versorgung ihrer besonders betroffenen Mitbürger*innen leisten können.

Hier drei Beispiele:
  • Ältere und einsame Menschen versorgen: Abdulrahim (30) aus Syrien geht für ältere oder besonders gefährdete Menschen einkaufen oder holt für sie Medikamente bei der Apotheke ab. Dafür hat Abdulrahim, der eigentlich eine Baufirma leitet, vor einigen Wochen mit seinen Freunden Kamal und Ahmad die Facebook-Gruppe „Gemeinsam gegen den Virus“ gegründet, in der sich die Helfer*innen organisieren.
  • Masken gespendet: Seit einem Jahr lebt der Syrer Ahmad Alkhalil mit seiner Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin-Hellersdorf. Als die Coronakrise begann, kaufte sich der gelernte Schneider eine Nähmaschine und organisierte Nähstoffe. Seitdem näht er in der Unterkunft mehr als 1.000 Behelfsmasken pro Woche – für die Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft, für Kitas und für soziale Projekte.
  • Medizinisches Personal entlasten: Osama (23) aus Syrien engagiert sich als Telefon-Dolmetscher und unterstützt, wenn es in Krankenhäusern Verständigungsschwierigkeiten mit Patienten gibt, die kein Deutsch sprechen. Zu seinem Engagement sagt er: “Nur wenn jeder was gibt, funktioniert die Gesellschaft, vor allem jetzt während Corona. Ich kann gut Deutsch und Arabisch und helfe deshalb als Übersetzer Patienten, die noch nicht so gut Deutsch sprechen.”

In der Kampagne werden die Geflüchteten bei ihrem Einsatz mit der Kamera begleitet und portraitiert. Die Portraits werden in den Social Media Kanälen und der Webseite von GoVolunteer zu sehen sein.

GoVolunteer ist eine deutschlandweite Helfer*innen-Community, die soziale Projekte mit Menschen zusammenbringt, die helfen möchten. Auf GoVolunteer.com finden engagierte Helfer*innen über 3.500 soziale Projekte und Initiativen in 250 Städten, die Unterstützung suchen.

Für alle Menschen, die sich tagesaktuell zu den Unterstützungsmöglichkeiten in der Coronakrise informieren möchten, hat GoVolunteer den Newsletter “Coronavirus: Wie kann ich helfen?” und die Website eingerichtet.