Themen

Gestrichener Regenbogen
Bild: Rainbow_© cmeree - Fotolia.com

Die Lebenssituationen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) sind von verschiedenen gesellschaftlichen Faktoren bestimmt. Junge Menschen haben anderen Fragen als ältere, Mesnchen mit Migrationsgeschichte und Transgender spezifische Problemlagen. Der Fachbereich wertet Informationen zu diesen Themen aus und gibt Anregungen für Interessierte und Fachkräfte, zum Beispiel durch Fachtagungen und Veröffentlichungen.

Alter und Pflege

Hände einer älteren Person halten ein antikes Bild einer jungen Frau
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In Berlin leben ca. 40.000 homosexuelle Frauen und Männer, die älter als 65 Jahre sind. Viele davon führen bis heute ein soziales Doppelleben. Der Grund ist Angst vor Ausgrenzung aufgrund ihrer sexuellen Identität. Sie leben oft vereinzelt und sind einsam, weil sie kaum familiäre Bindungen haben. Gleichwohl wollen sie ihre dritte Lebensphase aktiv planen und Alternativen zu den traditionellen Lebensentwürfen älterer Menschen entwickeln. Die Berliner Seniorenleitlinien entsprechen diesem Wunsch: Sie schaffen Rahmenbedingungen mit dem Ziel, das Verständnis für Vielfalt zwischen älteren zu verbessern und damit auch die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Gesicht mit farbigen Streifen
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Lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich – alles ganz normal? Von wegen! Am Arbeitsplatz ausgegrenzt, von Mitschüler_innen verlacht, in der Familie unterdrückt – LSBTI sind noch längst nicht akzeptiert.
Die Verfassung von Berlin Artikel 10 Abs. 2 besagt, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Dieser Verfassungsgrundsatz ist in das Gesetz zur Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlicher sexuellen Identität auf einfachgesetzlicher Ebene in Berlin umgesetzt worden. Und auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Menschen vor Diskriminierungen u.a. auch aufgrund der sexuellen Identität.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung

Aktuelle Studien und Erhebungen:

Studie zu Lebenssituationen und Diskriminierungserfahrungen schwuler und bisexueller Männer:

Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von LBT*:

Erhebung der Europäischen Grundrechteagentur FRA zu LGBT* in der EU:

Arbeit und Beruf

Zeitungen für die Karriereplanung
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Diskriminierungen im Bereich Arbeit und Beruf können sehr vielfältig sein, angefangen bei der Suche nach einem Job oder einer Ausbildung, bei der Berücksichtigung für eine Beförderung über Kündigungen oder Mobbing. Die Befürchtung aufgrund der eigenen sexuellen Identität einen Nachteil oder gar eine Benachteiligung zu erfahren, führt nicht selten dazu, dass sich Lesben und Schwule am Arbeitsplatz nicht outen und transgeschlechtliche Menschen warten, bis sie in Rente gehen, bevor sie mit dem Prozess der Transition beginnen oder vorzeitig kündigen.

Unternehmen und Verwaltungen brauchen eine offene und akzeptierende Organisationskultur, die die Vielfalt der Belegschaft wertschätzt. Diversity Management ist für viele Unternehmen und Verwaltungen in der Zwischenzeit kein Fremdwort mehr. In manchen Organisationen existieren sogar Betriebsgruppen bzw. Mitarbeiter_innennetzwerke für LSBTI oder Selbstverpflichtungserklärungen mit dem Betriebsrat, wonach niemand aufgrund seiner sexuellen Identität diskriminiert werden darf.

Asyl und Flucht

Flaggen schweben über einer Hand
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Nach Angaben der Vereinten Nationen sehen sich Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität in über 70 Staaten strafrechtlichen Sanktionen ausgesetzt. Diese massiven Menschenrechtsverletzungen gehen auch einher mit Verfolgungen, Festnahmen, Folter oder sogar dem Tod. Es gibt auch Länder, die gleichgeschlechtliche Liebe zwar vermeintlich tolerieren, gleichzeitig jedoch Gesetze gegen die sog. „Homo-Propaganda“ unter dem Vorwand verabschieden, Kinder und Jugendliche vor einer angeblichen Frühsexualisierung oder vor Homosexualität schützen zu wollen.

Die Fluchtgründe von LSBTI Geflüchteten können vielfältig sein. Oftmals fliehen sie, weil sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verfolgt werden oder ihnen gar die Todesstrafe in ihrem Heimatland droht.

Durch das noch junge, aber als historisch zu bezeichnende Urteil des EuGH vom 7.11.2013 wurde klargestellt, dass homosexuelle Menschen eine bestimmte soziale Gruppe darstellen, denen in der EU aufgrund der sexuellen Orientierung Flüchtlingsschutz zu gewähren ist. Weitere Verbesserungen durch die Rechtsprechung des EuGH – wie die Verwerfung des Diskretionserfordernisses oder dem Verbot medizinischer Tests sowie expliziter Fragen nach den sexuellen Aktivitäten und Neigungen – stärken die rechtliche und tatsächliche Position von LSBTI mit Fluchtgeschichte erheblich.

Informationen zur Politik des Landes Berlin:

Weiterführende Informationen:

EU- Richtlinien:

Besonders schutzbedürftige Personen:

Weitere Informationen zum Asylrecht

Organisationen

Behinderung & Gesundheit

Symbole rund um die Themen Behinderung und Barrierefreiheit
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Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) mit Behinderung erleben häufig in mehrfacher Hinsicht Benachteiligungen, Unverständnis und Ausgrenzung. In den LSBTI-Communities erfahren sie Diskriminierung wegen einer sichtbaren oder nicht sichtbaren Behinderung und in ihrem sozialen Umfeld auf Grund der sexuellen Identität. Sie haben einen Anspruch auf Gleichbehandlung und volle gesellschaftliche Teilhabe, doch die Realität sieht häufig anders aus.

Weiterführende Informationen:

Bildung

Schultafel
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Auf Schulhöfen ist „schwul“ ein weit verbreitetes Schimpfwort. Lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Schülerinnen und Schüler brauchen jedoch gerade in der Zeit des Coming-Outs ein diskriminierungsfreies und akzeptierendes Umfeld – genauso wie intergeschlechtliche junge Menschen und die Kinder homosexueller Eltern. Auch lesbische, schwule und transgeschlechtliche Lehrerkräfte fürchten häufig Diskriminierung. In Berlin gelten Richtlinien und Rahmenlehrpläne, wonach homo- und heterosexuelle Lebensweisen in Schulen als gleichwertiger Ausdruck menschlicher Sexualität und Identität behandelt werden. Mit der Initiative Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt hat der Senat Maßnahmen zur Fortbildung der Lehrkräfte und zur Unterstützung der LSBTI-Schüler_innen entwickelt.

Projekte und Initiativen:

Familie

Zeichnung Regenbogenfamilie
Bild: artikularis - Fotolia.com

Wenn Eltern lesbisch, schwul, bisexuell, trans- oder intergeschlechtlich sind, wachsen die Kinder in einer Familie auf, die als „Regenbogenfamilie“ bezeichnet wird. Wenn sich ein Kind oder Jugendlicher als schwul, lesbisch oder transgeschlechtlich outet, sind die Eltern und Familienmitglieder – meist unerwartet – damit konfrontiert. Der Berliner Senat setzt sich für gleiche Rechte und Chancen für alle Kinder ein. Im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ sind Maßnahmen entwickelt worden, um pädagogische Fachkräfte zu sensibilisieren, zum Beispiel in Kindertageseinrichtungen und Erziehungsberatungsstellen.

Geschichte

Historisches Foto vom Bahnhof Friedrichstraße
Bild: gors4730 - Fotolia.com

Die Geschichte von LSBTI ist geprägt durch die strafrechtliche Verfolgung schwuler Männer und Diskriminierungserfahrungen von Lesben und transgeschlechtlichen Menschen, aber auch durch die Emanzipationsbewegungen, die in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts begonnen haben. Erforschung, Gedenken und Bildung sind Anliegen des Senats.

Gewalt

Link zu: Beratung und Unterstützung
Bild: hikrcn - Fotolia.com

Täglich kommt es zu homo- und transphoben Diskriminierungen und Gewalt gegenüber Lesben, Schwulen sowie transgeschlechtlichen Menschen. Homo- und transphobe Gewalt in Form von Beleidigungen, Bedrohungen und direkten körperlichen Angriffen zielt unmittelbar auf die Persönlichkeit eines Menschen. Kommen Aspekte wie ethnische Herkunft, Hautfarbe oder auch sozialer Status hinzu, häufen sich die Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt, wie Studien belegen. Viele Straftaten werden nicht angezeigt und es gibt eine hohe Dunkelziffer. In diesem Abschnitt erfahren Sie mehr über Homo- und Transphobie, über mögliche Motive für solche Taten und Präventionsmaßnahmen.

Aktuelle Studien und Erhebungen:

Studie zu Lebenssituationen und Diskriminierungserfahrungen schwuler und bisexueller Männer:

Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von LBT*:

Erhebung der Europäischen Grundrechteagentur FRA zu LGBT* in der EU:

Menschenrechte

Weltkarte mit farbigem Hintergrund
Bild: kmit - Fotolia.com

LSBTI-Rechte sind Menschenrechte. So fallen auch aus menschenrechtlicher Perspektive sexuelle Orientierung und Geschtsidentität unter dem Diskriminierungsschutz. Dabei handelt es sich nicht um Sonderrechte, sondern es geht darum sicherzustellen, dass alle Menschen gleichermaßen Menschenrechte ausüben können. Dennoch werden in vielen Ländern der Welt Menschenrechte von LSBTI nicht berücksichtigt, statt dessen werden sie aufgrund ihrer ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität stigmatisiert, diskriminiert und verfolgt. In einigen Ländern droht ihnen Gefängnis- oder sogar die Todesstrafe. In der EU gilt die Grundrechtecharta, die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung und des Geschlechts (und Geschlechtsidentität) verbietet.

Berichte, Studien und Erhebungen:

Projekte und Initiativen:

Relevante Institutionen:

Empfehlungen und Resolutionen des Europarats:

Relevante Dokumente:

Migration

Berlin ist eine weltoffene Stadt, in der ca. 20.000 Migrant_innen leben, die Sex mit gleichgeschlechtlichen Partner_innen haben. Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) mit Migrationsgeschichte oder of Colour erleben nicht nur Diskriminierungen oder im schlimmsten Falle Gewalt aufgrund ihrer sexuellen Identität sondern auch aufgrund ihrer (oft auch zugeschriebenen) ethnischen Herkunft oder Hautfarbe. Mehrfachdiskriminierungen sind dabei nicht die Ausnahme sondern die Regel. Der Berliner Senat fördert Vereine, die im Feld “Migration und sexuelle Identität” arbeiten und Anlaufstellen für LSBTI mit Migrationsgeschichte und ihre Angehörigen sind. Im Rahmen der Umsetzung der Initiative Akzeptanz sexueller Vielfalt fördert der Senat darüber hinaus das Projekt Inklusive Communities des Migrationsrats Berlin-Brandenburg, das Migrant_innenorganisationen befähigen soll, selbst angemessene Maßnahmen gegen Homo- und Transphobie sowie zur Förderung von Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu entwickeln und zu erproben.

Literatur und Links

  • Das Recht, anders zu sein. Zur Problematik von Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Identität. Querverlag 2007, ISBN: 978-3-89656-150-3

Kindheit und Jugend

Bemalte Hände mti Smileys
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Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Kinder und junge Menschen haben wie alle anderen ein Recht auf Achtung und Förderung ihrer Persönlichkeit. Der Geschlechtsidentität geben schon kleine Kinder Ausdruck, die sexuelle Orientierung wird den meisten in der Jugendzeit bewusst (Coming-Out). LSBTI-Jugendliche erleben häufig Diskriminierung und Ausgrenzung, die zu starken psychischen Belastungen führen kann. Mit der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hat der Berliner Senat Maßnahmen entwickelt, damit die Fachkräfte der Jugendhilfe mit den Themen „sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität“ kompetent umgehen.

Projekte und Initiativen:

Lebenspartnerschaften

Lächelndes schwules Paar mit Kinderwagen
Bild: Tatagatta – Fotolia.com

Lesben und Schwule können heute so frei leben wie nie zuvor in Deutschland. Zusätzlich hat sich die rechtliche Situation von Lesben und Schwulen deutlich verbessert. Seit August 2001 gibt es das Lebenspartnerschaftsgesetz, das als eigenes familienrechtliches Institut für gleichgeschlechtliche Paare geschaffen wurde, das nach den jüngsten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts annähernd der Ehe gleichgestellt ist. Gleichwohl gibt es einige Lebensbereiche, in denen eine Gleichstellung nicht erreicht worden ist, zum Beispiel im Adoptionsrecht oder anderen Teilgesetzen.

Sport

Foto eines schwulen Mannes, der am Fußballtor lehnt
Bild: LADS

Ein zentraler Bereich des menschlichen Miteinanders ist heute der Sport. Doch auch im Sport erleben LSBTI Menschen Diskriminierungen, sei es durch Diffamierungen oder Beleidigungen. Homosexualität ist in vielen Sportarten noch ein Tabu, so zum Beispiel im Männerfußball.
Dennoch rückt das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt immer mehr in den Vordergrund und findet mehr Beachtung auch in den Medien und der Politik. So zählt die Bekämpfung von Homo- und Transphobie im Sport beispielsweise als eine Maßnahme der Berliner Initiative Akzeptanz sexueller Vielfalt.

Trans* und Intergeschlechtlichkeit

Bild von Charlotte von Mahlsdorf
Bild: Burkhard Peter; Nutzungsrechte für den Fachbereich LSBTI der LADS

Die Menschen werden nach der Geburt nach wie vor entweder dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet und dementsprechend sozialisiert. An diese Zuordnung knüpft die Gesellschaft eine Vielzahl von Erwartungen an die Geschlechtsrolle, die äußere Erscheinung der Menschen und auch daran, wie ihre Körper aussehen sollen. Diese Erwartungen sind seit jeher Veränderungen unterworfen. Sie können zudem Ursache sein für Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt und die Verletzung von Menschenrechten.
Manche Menschen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen zugewiesen wird. Auch ihr körperliches Erscheinungsbild kann hiervon oder vom eigenen, inneren Empfinden abweichen. Viele Menschen lehnen die Kategorien Frau oder Mann ganz ab oder verstehen sich selbst weder als Frau, noch als Mann.
Mit diesen und weiteren Themen befasst sich zum Beispiel der Runde Tisch Trans* und Intergeschlechtlichkeit des Fachbereichs, der seit 2004 regelmäßig tagt. Zum Abbau von Diskriminierung wegen der sexuellen Identität und der Verbesserung der Situation von Trans*Menschen in der Arbeitswelt hat die LADS von 2013 bis 2014 das Projekt Trans* in Arbeit durchgeführt.

Runder Tisch Trans* und Intergeschlechtlichkeit

Der Runde Tisch Trans* und Intergeschlechtlichkeit trifft sich seit 2005 im halbjährlichen Rhythmus. Er wird moderiert von der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung. Ziel des Runden Tischs ist es, durch Kooperation und Transparenz die Lebenssituation von trans* und intergeschlechtlichen Menschen zu verbessern und Diskriminierungen abzubauen.
Teilnehmende sind Fachkräfte aus den Bereichen der Versorgung und Begleitung von Trans*- und Inter*-Menschen, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen, der Selbsthilfegruppen und der politischen Emanzipationsbewegung. Erörtert werden Themen der Beratung und Versorgung, der rechtlichen Anerkennung, Alltags- und Diskriminierungserfahrungen u.v.m.


Kurzberichte des Runden Tisches Trans* und Intergeschlechtlichkeit: