Trans* in Arbeit

Logo von Trans* in Arbeit
Bild: LADS

Transgeschlechtliche Menschen erleben besonders in der Arbeitswelt und im Zugang zur Arbeit Diskriminierung. Das Projekt Trans* in Arbeit, mit finanzieller Unterstützung des PROGRESS Programms der EU, wurde durch die Landesstelle für Gleichbehandlung – Gegen Diskriminierung umgesetzt. Oberstes Ziel des Projektes war, die Situation von transgeschlechtlichen Menschen im Bereich Arbeit und Beruf zu verbessern und Diskriminierungen aufgrund der Geschlechtsidentität bzw. des Geschlechtsausdrucks abzubauen.

Die Hauptzielgruppen des Projekts bildeten Schlüsselpersonen aus den Bereichen Arbeit und Beruf. Dazu zählen beispielsweise Personalverantwortliche und Führungskräfte in Unternehmen, Betriebs- oder Personalratsangehörige, Vertreter_innen der Arbeitsagentur/Jobcenter und der Sozialpartner, LSBT-Mitarbeiter_innennetzwerke, Vertreter_innen der Öffentlichen Verwaltungen auf europäischer, nationaler und Landesebene sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen und ihre Organisationen.

Im Rahmen des Projektes wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen und umgesetzt.

Maßnahmen von Trans* in Arbeit

  • Schlüsselpersonen im Bereich Arbeit und Beruf sensibilisieren und aktivieren,
  • Fortbildungen: Wissen erweitern, Handlungskompetenz stärken,
  • Transsensibilität in den Öffentlichen Verwaltungen fördern,
  • Rechtssicherheit und Selbstbestimmung von Trans* stärken,
  • passgenaue Informations- und Aufklärungsmaterialien entwickeln.
EU-Flagge
Bild: Europäische Kommission

Dieses Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung durch das PROGRESS Programm der Europäischen Union durchgeführt. Für den Inhalt ist allein das Land Berlin verantwortlich; der Inhalt kann in keiner Weise als Standpunkt der Europäischen Union angesehen werden.

Informations- und Aufklärungsmaterialien

Im Rahmen der Umsetzung des Projektes Trans* in Arbeit wurden allgemeine und zielgruppenspezifische Informations- und Aufklärungsmaterialien zum Thema Trans* im Bereich Arbeit und Beruf entwickelt.

Alle Materialien stehen auf der Materialseite des Fachbereichs LSBTI sowohl als barrierefreie PDFs als auch als Druckversionen zur Verfügung.

Wanderausstellung Trans* in der Arbeitswelt

Die Ausstellung Trans* in der Arbeitswelt ist als Wanderausstellung unter der künstlerischen Leitung der Fotografin Anja Weber entstanden und besteht aus 12 Einzelporträts von transgeschlechtlichen Menschen, die den Mut haben, sich mit ihrem Bild und ihrem Namen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Mehr Informationen zum Inhalt und zur Buchung der Wanderausstellung Trans* in der Arbeitswelt

Zur Situation transgeschlechtlicher Menschen im Bereich Arbeitswelt

Studien zeigen, dass dass Trans* Personen insbesondere im Arbeitsleben oft Benachteiligung erfahren. Siehe z.B.:
  • Queer Works (Camino Werkstatt, 2018)
    Diese vom Senat geförderte Studie ist eine Bestandsaufnahme zur Situation Queerer Menschen auf dem Berliner Arbeitsmarkt. Sie zeigt z.B., dass während ein besonders hoher Teil der Cis-Männer angibt, bei der Stellenwahl seien vor
    allem inhaltsbezogene Kriterien ausschlaggebend, dies nur bei weniger als der Hälfte der befragten trans* und nicht-binären Menschen zutrifft.
  • Umfrage zu Erfahrungen von LGBT–Personen mit Diskriminierung und Hasskriminalität in der EU und Kroatien (EU Grundrechteagentur FRA, 2013)
    Diese Umfrage bestätigt die Ergebnisse der 2010 Expertise (s. unten) und zeichnet auch für Deutschland ein erschreckendes Bild der häufigen Diskriminierungserfahrungen transgeschlechtlicher Menschen. Mehr als die Hälfte aller Befragten gaben an, im Zeitraum eines Jahres mindestens eine Diskriminierung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität zu erleben. Die häufigen Diskriminierungserfahrungen können mit ein Grund dafür sein, dass von den Befragten transgeschlechtlichen Menschen 47% am Arbeitsplatz niemals offen mit ihrer Transidentität umgehen würden. Auch leben nur 21% der Befragten ihre Transidentität am Arbeitsplatz offen aus. Über 90% der Befragten geben jedoch auch an, dass sich ihre Lebenssituation verbessern würde, wenn sich entweder Personen aus dem öffentlichen Leben wie Politik, Wirtschaft etc. oder öffentliche Institutionen für die Unterstützung von Trans*Menschen öffentlich aussprechen würden.
  • Expertise zur Benachteiligung von Trans* Personen insbesondere im Arbeitsleben ( Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2010)
    Unter Einbeziehung von Ergebnissen aus internationalen Studien wird festgestellt, dass 30- 40% der transgeschlechtlichen Menschen bei Bewerbungen wegen ihres Trans*-Seins nicht berücksichtigt werden, 15- 30% der transgeschlechtlichen Menschen wegen ihres Trans*-Seins ihre Arbeit verlieren und transgeschlechtliche Menschen überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind – bis zu 50% im Vergleich zu 5- 10% der Gesamtbevölkerung.