Landesprogramm

Das Landesprogramm Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

Schriftzug "Für Alle"
Bild: Barbara Dietl

Das Landesprogramm ist ein Förderprogramm der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Die geförderten Projekte orientieren sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung an drei Handlungsfeldern. In 2010 erfolgte eine Überarbeitung und Verdichtung der Handlungsfelder mit folgender thematischer Orientierung:

Stärkung von Demokratie und Menschenrechten,
Bildung und Jugend für Demokratie,
Demokratie im Gemeinwesen und im Sozialraum.

Alle geförderten Projekte lassen sich einem Handlungsfeld zuordnen. Jährlich werden etwa 40 Projekte im Rahmen des Landesprogramms finanziell unterstützt.

Im Handlungsfeld “Demokratie im Gemeinwesen und Sozialraum” werden z.B. die Projekte “Mobiles Beratungsteam Berlin” der Stiftung SPI und die “Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus” des Vereins für Demokratische Kultur e.V. gefördert. Im Handlungsfeld „Bildung für Jugend und Demokratie“ sind „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, das Anne Frank Zentrum und demokratiepädagogische Projekte der RAA Berlin und des Vereins DEVI e.V. beispielhafte Maßnahmen. Im Feld „Stärkung von Demokratie und Menschrechten“ sind z.B. das Antifaschistische Presse- und Bildungszentrum (apabiz), die Opferberatung ReachOut und das Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin (ADNB) verankert.

Schaut man auf die Zielgruppen der geförderten Projekte, sind Schüler/innen und Jugendliche in Ausbildung zu nennen sowie Multiplikator/innen in Schule und Berufsbildung. Dazu kommen Einzelpersonen und Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren wollen oder bereits engagieren. Eine weitere Zielgruppe sind Menschen, die Opfer von Diskriminierung und rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt wurden.

Das Landesprogramm ist inhaltlich an eine Reihe von Netzwerken angebunden, unter anderem an das Berliner Beratungsnetzwerk und den Ratschlag für Demokratie. Als Förderprogramm ist es außerdem mit den Förderprogrammen des Bundes und dem Berliner Jugend-Programm „Stark gemacht!“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie verzahnt. Diese Vernetzung ist eine Grundvoraussetzung für Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus: Austausch, Diskussion und das Abstimmen von Maßnahmen tragen wesentlich zur wirksamen Arbeit aller Projekte bei.

Alle Projekte

Leitlinien des Landesprogramms 2012

Download der Leitlinien des Landesprogramms „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“

PDF-Dokument (196.3 kB)

Broschüre "Berlin schaut hin"

Broschüre “Berlin schaut hin”. Das Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; barrierefrei

PDF-Dokument (2.1 MB)

Evaluationsbericht Landesprogramm - Langfassung

Abschlussbericht zur Evaluation des Berliner Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; barrierefrei

PDF-Dokument (1.6 MB)

  • Desi Abschlussbericht
    Abschlussbericht zur Umsetzung eines Qualitätsdialogs im Rahmen des Berliner Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus für Demokratieentwicklung

Aufruf zur Abgabe eines Angebots: Interessenbekundungsverfahren zur Durchführung eines Projekts "Entkräftung von Vorurteilen in Sozialen Medien und Netzwerken"

Die Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung beabsichtigt im Rahmen des Landesprogramms „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ die Unterstützung eines Projekts zur Auseinandersetzung mit Hassrede in Sozialen Netzwerken des Internets.

Soziale Netzwerke werden zunehmend zur Verbreitung von Vorurteilen, Falschmeldungen und Hetze u.a. gegen geflüchtete Menschen missbraucht. Es ist davon auszugehen, dass Hassrede im Internet eine Gefährdung für den friedlichen gesellschaftlichen Zusammenhalt darstellt, so dass Maßnahmen der Prävention, der Dekonstruktion und der Intervention im Rahmen des Landesprogramms Demokratie. Vielfalt. Respekt implementiert werden sollen.

Im Berliner Landesprogramm Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus soll ein Projekt gefördert werden, welches zur Ächtung von Hassrede im Internet beiträgt und auf die Dekonstruktion von Vorurteilen gegen geflüchtete Menschen hinwirkt. Diese Maßnahme soll in Verbindung mit dem Gremium „Berliner Ratschlag für Demokratie“ umgesetzt werden, um damit in der Ächtung von Menschenverachtung im Land Berlin Synergien zu ermöglichen.

Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens wird ermittelt, welcher Träger Interesse und die Kompetenzen zur Umsetzung eines entsprechenden Projektes vorweist.

Zur Umsetzung der Maßnahme stehen im Rahmen des Landesprogramms 100.000 Euro zur Verfügung (Haushaltsvorbehalt). Die Projektumsetzung muss vollständig im Haushaltsjahr 2017 erfolgen.

Zunächst können die Bewerberinnen und Bewerber ihr Interesse an Projektumsetzung und Förderung aus dem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus bekunden, indem sie sich mit ihrem Projekt bis einschließlich 5. April 2017 formlos bewerben (es gilt das Datum des Poststempels). Es handelt sich dabei um eine Ausschlussfrist, d.h. Bewerbungen, die mit einem Poststempel späteren Datums eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Die Bewerbung dient dazu, einen ersten Eindruck von dem Projekt und der Projektidee zu gewinnen, und muss folgende Angaben enthalten:

1. Allgemeine Angaben zum Projektträger

2. Angaben zum Projekt

  • Projekttitel
  • Art der Maßnahme und thematischer Bereich
  • Zielgruppe(n) des Projekts
  • Projektbeschreibung (Ausgangssituation, Projektablauf, Ziele und Indikatoren, langfristige Auswirkungen)
  • Darstellung des geplanten Vorgehens bezüglich der Einbeziehung des „Berliner Ratschlag für Demokratie“ bzw. zur Einbeziehung und Initiierung von weiteren Netzwerken und Bündnissen unter Nennung potentiell geeigneter Kooperationspartner und der geplanten Kommunikationsmaßnahmen.
  • Gesamtfinanzierungsplan inkl. Eigenmittel und ggf. weiterer Drittmittel.

3. Angaben zur Erfahrung und Sachkunde

  • Selbstdarstellung
  • Darstellung der medienpädagogischen Erfahrungen in der Thematisierung von Hassrede
  • Darstellung der Erfahrungen in der Verwendung öffentlicher Mittel

4. Angaben zur Projektfinanzierung

Die Bewerbung muss mit den vollständigen und unterschriebenen Unterlagen schriftlich eingereicht werden bei:

Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS)
Lorenz Korgel
Oranienstraße 106
10969 Berlin

Betreff: Bewerbung für „Dekonstruktion von Vorurteilen“

Eine digitale, inhaltsgleiche Version ist bereit zu halten und nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 05.04.2017 nach Aufforderung zu übermitteln.

Aus den eingegangenen Bewerbungen wählt ein Auswahlgremium bestehend aus Mitarbeitenden der LADS diejenigen Projekte aus, die die 2.Stufe erreichen und damit eine Aufforderung zur Antragstellung erhalten. Für die Auswahl gelten folgende Kriterien:

a.) Ausschlusskriterien:

Bewerbungen können bei der Auswahl nicht berücksichtigt werden, wenn

  • sie verspätet oder ohne Unterschrift einer vertretungsberechtigten Person eingereicht wurden;
  • sie inhaltlich offensichtliche Mängel aufweisen, z.B. weil das Projekt offensichtlich nicht dem Zuwendungszweck entsprechende Ziele verfolgt und es damit am erheblichen Interesse des Landes Berlin im Sinne des § 23 Landeshaushaltsordnung (LHO) fehlt.
  • das Projekt auch durch ein Förderprogramm einer anderen fachlich zuständigen Senats-verwaltung gefördert werden könnte;
  • Zweifel an der Finanzierbarkeit des Projekts oder der Angemessenheit des Eigenanteils bestehen.

b.) Auswahlkriterien:

  • Konzeptqualität und –plausibilität im Hinblick auf die Zielerreichung „Ächtung von Hassrede im Internet“ und „Dekonstruktion von Vorurteilen gegen geflüchtete Menschen“.
  • Plausibilität des Konzeptes im Hinblick auf die Einbeziehung relevanter Akteure (insbesondere „Berliner Ratschlag für Demokratie“)
  • Medienpädagogische Erfahrungen in der Thematisierung von Hassrede im Internet und in der Auseinandersetzung mit Vorurteilen gegen geflüchtete Menschen.

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis:

Dieses Verfahren dient ausschließlich der Transparenz für die Entscheidungsfindung der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung bei der Projektträgerauswahl. Kosten, die den Teilnehmenden dadurch entstehen, können nicht erstattet werden.

Kontakt: Lorenz Korgel; 030 / 9028 1771