Sie wolle sich dazu nicht äußern, sagte die 50-Jährige am Rande auf dpa-Nachfrage. Bislang ist nur bekannt, dass sich erneut der Leiter der Polizeidirektion 1, Klaus Keese, für das Spitzenamt beworben hat. Er hatte per Gerichtsentscheid gleich zweimal das alte Auswahlverfahren gestoppt. Koppers führt die mit 22 500 Mitarbeitern bundesweit größte Landespolizei seit einem Jahr kommissarisch. Der langjährige Polizeipräsident Dieter Glietsch war in den Ruhestand gegangen. Vizepräsidentin der Berliner Polizei wurde Koppers im März 2010. Zuvor war die Richterin am Berliner Landgericht auch dort Vizepräsidentin. Damals hatte sie gesagt, der Wechsel von der Justiz in die Führungsebene eines völlig neuen Bereichs reize sie sehr. Vor der früher stark von Männern dominierten Polizei habe sie keine Scheu: «Wenn ich mich fürchten würde, hätte ich mich nicht beworben.»
Heute genießt die Juristin wegen ihrer offenen und gleichzeitig konsequenten Art ein hohes Ansehen in ihrer Behörde. Trotz einer Informationspanne nach einem letztendlich falschen Rohrbomben-Fund am 1. Mai hat sie Unterstützer aus der Politik.
Klaus Keese kennt die Berliner Polizei bestens. Als langjähriger Einsatzleiter bei den Demos am Vorabend des 1. Mai hat der 60-Jährige umfangreiche Erfahrungen. Er muss aber in weniger als fünf Jahren in Rente gehen.
Der frühere rot-rote Senat hatte den einstigen Chef der Bundespolizei-Ost, Udo Hansen, gegen den Willen der Linken favorisiert. Als neuer Innensenator akzeptierte Henkel dann das letzte Urteil des Verwaltungsgerichts und schrieb die Stelle neu aus. «Einsatzerfahrung im Vollzugsdienst» wie im ersten Anforderungsprofil sind nun nicht mehr erforderlich. Damit könnte sich auch Koppers bewerben.
Henkel sagte, trotz der abgelaufenen Frist seien noch Bewerbungen möglich. Er gab keine Auskunft, wie viele externe Kandidaten auf den Chefposten wollen. Diese müssten durch «Lebens- und Berufserfahrung» qualifiziert und nicht älter als 50 Jahre alt sein, sagte Henkel.

