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Gespräche über Schicksal von First-Solar-Beschäftigten

Nach der angekündigten Schließung des First-Solar-Standortes in Frankfurt (Oder) sind für nächste Woche Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geplant. Das sagte am Donnerstag der Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall, Siegfried Wied. Dabei solle es auch um Rahmenbedingungen für einen möglichen Sozialplan gehen. Die Arbeitnehmervertreter sähen derzeit keinen Handlungsbedarf und erwarteten, «dass die Geschäftsführung etwas auf den Tisch legt». Es geht um das Schicksal der 1200 Beschäftigten der Produktionsstätten von First Solar.
Bushaltestelle am First-Solar-Werk
Die Mitarbeiter von First Solar müssen weiter zittern. Foto: Patrick Pleul © dpa

Offen bleibt die Frage, welche Zukunft die Standorte und die Branche insgesamt haben. Das Netzwerk Solarregion Berlin-Brandenburg forderte von der Politik Rahmenbedingungen, um die produzierende Industrie zu halten. Es gebe Steuerungsinstrumente wie Investitionsanreize, die greifen könnten. Außerdem mache es Sinn, auf die Forschung zu setzen, hieß es am Donnerstag.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, dass im Fall First Solar gemeinsam mit dem Unternehmen nach Investoren gesucht werde. «Alles, was man tun kann, sollte man tun. Auch dieser Weg gehört dazu», meinte Wied. Im Gespräch ist auch eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten der beiden Werke, die Ende Oktober schließen sollen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit hängen an der geplanten Werksschließung bis zu 2000 Arbeitsplätze.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) rechnet dagegen mit mehr Arbeitslosen. In Deutschland sichere jeder Arbeitsplatz in der Solarindustrie gut einen weiteren Arbeitsplatz ab, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Der BVMW sprach von rund 2500 Jobs, die wegfielen. «Die rabiate Kürzung der Fördermittel für die Photovoltaik reißt die gesamte Branche aus der Spur und der Mangel an Transparenz und Planungssicherheit schreckt neue Investoren ab», erklärte Landesgeschäftsführer Dieter Kapell.

Der Geschäftsführer des Netzwerkes Solarregion, Thoralf Schapke, sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, aus Sicht der Firma sei die reduzierte Solarförderung durch die Bundesregierung ein triftiger Grund für den Weggang von First Solar. «Wir hätten uns von den amerikanischen Eigentümern aber mehr Fingerspitzengefühl und Durchhaltevermögen gewünscht.»

Zeitweise hätte ein Werk stillgelegt werden können, um die Durststrecke zu überstehen. Die Strategie von First Solar sei gewesen, Forschung und Entwicklung in Amerika zu halten. «Darum fehlte hier das Know-how für Produktentwicklung.» Schapke zeigte sich optimistisch für die Zukunft der Branche und erinnerte an die Energiestrategie des Bundes. «Der Atomausstieg ist gewollt, dafür ist Solarstrom eine Voraussetzung.»

Brandenburgs rot-rote Landesregierung bekräftigte unterdessen ihre Ablehnung der beabsichtigten Kürzungen bei der Solarförderung. Sie werde die vorliegenden Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung im Bundesrat nicht mittragen, sagte am Donnerstag der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Streu. «Wir lehnen grundsätzlich die abrupte Absenkung der Förderung ab, weil es sonst zu Einschnitten kommt, die nicht kurzfristig aufgefangen werden können.»

Quelle: dpa
Aktualisierung: Donnerstag, 19. April 2012 18:34 Uhr
(Bilder: Bob Smith/ www.sxc.hu ; Messe Berlin GmbH; dpa; facebook; Google Inc.; Twitter; Klicker/pixelio.de)

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