Diesen Plan bezeichnete die Opposition als «Mogelpackung», weil SPD und CDU im Gegenzug die Ferienbetreuung für ganz viele Schülergruppen strichen. Geradezu wütende Kommentare ernteten die Senats- und Koalitionsmitglieder von der Opposition, weil während der Debatte ihre Reihen so gut wie leer waren. «Es ist eine Unverschämtheit, wie Sie mit diesem wichtigen Thema umgehen», kritisierte der Grünen-Bildungsexperte Öczan Mutlu scharf. Immerhin habe Rot-Schwarz dieses Thema in der Aktuellen Stunde durchgesetzt.
Scheeres wies darauf hin, dass für die Hortbetreuung von Elf- und Zwölfjährigen bisher ein besonderer Bedarf nachgewiesen werden musste, zum Beispiel dass ein oder beide Elternteile arbeiten. Nun hätten 40 000 Eltern in Berlin neu die Chance, ihre Kinder ganztags betreuen zu lassen, sagte Scheeres. Aktuell nähmen 2700 Kinder dieser Altersgruppe die Ganztagsbetreuung in Horten wahr. Das Streichen der Ferienbetreuung rechtfertigte Scheeres damit, dass viele der Teenies nicht in den Hort wollten während ihrer Ferien.
Nach Angaben des CDU-Abgeordneten Stefan Schlede könnten 2000 bis 3000 Schüler in den Klassen 5 und 6 hinzukommen. Mutlu warf Rot-Schwarz dagegen vor, durch die Streichung der Ferienbetreuung auch für ältere Schüler und solche mit sonderpädagogischen Förderbedarf seien insgesamt rund 3900 Schüler betroffen. «Das ist schlimmer als eine Mogelpackung, es geht zulasten der Schüler, Eltern und Schulen», kritisierte Mutlu.
Seine Linken-Kollegin Regina Kittler hielt vor allem der SPD vor, weit hinter ihre bildungspolitischen Ziele zurückgefallen zu sein. Unter Rot-Rot seien außer der Schließung der Hort-Lücke auch ein verbesserter Betreuungsschlüssel und ein kostenloses Mittagessen für alle Grundschüler verabredet worden. Der Wegfall der Ferienbetreuung bedeute für viele Eltern, dass sie nicht mehr arbeiten könnten.

