Ein blaues Auto ist als Scan-Fahrzeug auf den Straßen Berlins unterwegs. Mit einer auf dem Dach montierten Kamera werden so Daten erfasst.

Parkdatenanalyse

Parkraumbewirtschaftung soll gemäß der Modellierung des Luftreinhalteplan 2019 nicht unwesentlich zu einer Reduzierung des Autoverkehrs und dessen Emissionen beitragen. Aufgrund dessen wurden in zentralen Berliner Gebieten in den vergangenen Jahren sukzessiv neue Parkzonen eingeführt. Dieses Projekt untersuchte die Wirkung der Maßnahme und schafft eine umfassende Datengrundlage des öffentlichen Parkraumangebots.

Die Parkdatenanalyse liefert Daten und Erkenntnisse zum öffentlichen Parkraum innerhalb des S-Bahn Rings und der angrenzenden Gebiete. Außerhalb des S-Bahnrings wurde der Datensatz für ganz Berlin ergänzt, allerdings mit einer etwas geringeren Datenauflösung. Dazu wurden die Parkplätze im öffentlichen Straßenraum und deren Regelungen mithilfe von Scan-Cars kartiert und die Auslastung über einen längeren Zeitraum erfasst. Weiterhin wurden nutzerspezifische Daten, wie beispielsweise die Parkdauer, digital erhoben. Zudem wurde untersucht, welche Auswirkungen spezifische Interventionen, wie verstärkte Kontrollen und veränderte Gebührensätze, auf das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer haben.

Am 17.09.2025 wurden die Endergebnisse des eUVM-Projekts im Rahmen eines NaKoMo-Workshops in den Räumlichkeiten der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vorgestellt. Die Zusammenfassung als PDF-Datei können Sie unter testfeldstadtverkehr@senmvku.berlin.de anfordern.

Ziele und Forschungsfragen

  • Wie hoch ist das neu gewonnene Freiflächenpotenzial in den ausgewählten Gebieten, nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung oder verstärkten Kontrollen?
  • Welche Auswirkungen hatten die Einführung der Parkraumbewirtschaftung und die verstärkten Kontrollen auf das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer im Zeitverlauf?
  • Wo existieren Hotspots mit hohem Parkdruck?
  • Existieren Rebound-Effekte nach der Einführung der Parkraumbewirtschaftung?
  • Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um die Effektivität und Effizienz der Parkraumbewirtschaftung zu sichern und zu steigern?

Die Erkenntnisse sollen mittelfristig ein effektiveres und effizienteres Parkraummanagement ermöglichen. Auch sollen sie Planende bei einer notwendigen Neuplanung des öffentlichen Raumes unterstützen, indem diese erstmals auf digitale, zentimetergenaue Parkpolygone zurückgreifen können, und auch die Wirkung der Parkraumbewirtschaftung gezielt bei der Umsetzung von Projekten zu nutzen wissen.

Bei der Datenerhebung kamen Fahrzeuge, die mit Sensoren ausgestattet sind, zum Einsatz. Dabei wurden keine personenbezogenen Daten erhoben. Die komplette Datenverarbeitung und vollständige Anonymisierung der Personen- und Fahrzeugkennzeichen in den erfassten und bereitgestellten Bilddaten gemäß den Datenschutzrichtlinien der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), erfolgte bereits im Fahrzeug.

Ergebnisse der Parkdatenanalyse

Die Wirkung der Parkraumbewirtschaftung wurde in insgesamt elf neu eingeführten Parkzonen untersucht und bewertet. Die Lage aller Berliner Parkzonen kann im Geoportal des Landes Berlin eingesehen werden.

Ergebnisse des Projekts

Im Rahmen des Arbeitspakets „Parkdatenanalyse“ wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Eine digitale Erfassung des Parkraumangebots (öffentlichen Straßenparkplätze in Berlin)
  • eine Auslastungs- und Nutzungsgruppenanalyse in elf neuen Parkzonen in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg
  • eine ergänzende Datenanalyse zu Parksuchverkehr und Falschparken in einzelnen Teilräumen.

In den vier Projektjahren wurden Veränderungen im Parkverhalten festgestellt. Durch die Parkraumbewirtschaftung hat sich die Auslastung des Parkraums auch außerhalb der bewirtschafteten Zeiten deutlich reduziert: Der Anteil der gebietsfremden Langzeitparkenden (inklusive Pendlerinnen und Pendler) ist in den vergangenen Jahren gesunken, während der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner gestiegen ist. Mit der Einführung der Bewirtschaftung auf den Parkflächen sinkt zudem der Anteil der selten genutzten Fahrzeuge, die vier Tage und länger ohne Nutzung parken. Eine beständige, verstärkte Kontrolle der Parkflächen reduziert zudem nicht nur das Parken ohne Parkschein, sondern auch das Falschparken erheblich. Die Nutzung der digitalen Kontrolle ist behördlicherseits daher zur Gefahrenabwehr geboten, ihre bundesrechtliche Verankerung wird für 2026 angestrebt. Reboundeffekte sind schwach ausgeprägt und unter anderem auf saisonale Effekte und die Entwicklung der Pkw-Zahlen zurückzuführen. Der Projektzeitraum war nicht ausreichend lang, um Auswirkungen auf die Anschaffung eines Pkw oder Umzüge mit Pkw feststellen zu können. Die Auslastung schwankt in einigen Parkzonen ohne klaren Trend. Aufgefallen ist zudem, dass eine Veränderung im Parkangebot nicht grundsätzlich dazu führt, dass die Auslastung einer Parkzone steigt. Die Ergebnisse in Parkzonen mit einem hohen Wegfall an Parkständen zeigen zudem, dass der Wegfall durch geschickte Bewirtschaftung aufgefangen werden kann.

Ausblick

Es ist geplant, den bisherigen Datensatz in OpenStreetMap zu überführen und dort zu pflegen. So sollen die bestehenden Parkplatzdaten langfristig aktuell gehalten werden, damit sie auch in Zukunft für Planungsprozesse genutzt werden können.

Die Parkdatenanalyse wird in dem Abschlussbericht zusammengefasst:

  • Abschlussbericht "Parkraumkartierung und Parkdatenanalyse"

    PDF-Dokument (4.7 MB)

Die Ergebnisse der im Detail untersuchten Zonen werden in „Parkzonenreports“ zusammengefasst.

Parkzonenreports

  • Parkzone 65 – Wrangelkiez, Friedrichshain-Kreuzberg

    PDF-Dokument (9.8 MB)

  • Parkzone 77 – Brüsseler Kiez, Mitte

    PDF-Dokument (13.1 MB)

  • Parkzone 81 – Kolonierstraße/Wollankstraße, Mitte

    PDF-Dokument (10.5 MB)

  • Parkzone 82 – Bellermannstraße, Mitte

    PDF-Dokument (7.4 MB)

  • Parkzone 84 – Bayerischer Platz, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (8.6 MB)

  • Parkzone 85 – Barbarossaplatz, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (7.8 MB)

  • Parkzone 86 – Großgörschenstraße, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (4.0 MB)

  • Parkzone 87 – Volkspark, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (13.9 MB)

  • Parkzone 88 – Richard-von-Weizsäcker-Platz, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (4.6 MB)

  • Parkzone 89 – Schöneberger Insel, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (3.1 MB)

  • Parkzone 92 – Tempelhofer Damm, Tempelhof-Schöneberg

    PDF-Dokument (11.9 MB)

Die Ergebnisse der Parkraumkartierung sind auf der Digitalen Plattform Stadtverkehr (DPS) veröffentlicht. Ergebnisse der Parkraumnutzung sind im Factsheet Wrangelkiez nachzulesen. Weitere Ergebnisse zur Auswirkung von neuen Parkraumbewirtschaftungszonen auf die Parkraumnutzung werden im Laufe des Jahres 2024 veröffentlicht.
  • Digitale Erfassung des ruhenden Verkehrs im Wrangelkiez

    PDF-Dokument (3.6 MB)