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Berliner Mauerweg: Von Hohen Neuendorf nach Hermsdorf
Die Etappe des Berliner Mauerwegs von Hohen Neuendorf nach Hermsdorf ist sechs Kilometer lang. Sie eignet sich für einen entspannten Spaziergang. mehr
Buddhistisches Haus
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Mehr als schicke Villen: Spaziergänger können in Berlin-Frohnau Zeugnisse der Berliner Geschichte entdecken.
Berlin-Frohnau gehört zu Reinickendorf und liegt im Norden der Stadt an der Grenze zu Brandenburg. Der Ortsteil hat den Ruf wohlhabend zu sein - betrachten Besucher die zahlreichen alten und neuen herrschaftlichen Villen scheint dem auch so zu sein. Aber Frohnau kann mehr als schicke Villen, wie der Spaziergang durch den Ortsteil zeigt.
Länge: ca. 8 Kilometer
Start- und Zielpunkt: S-Bahnhof Frohnau
Der Spaziergang durch Berlin-Frohnau beginnt am gleichnamigen S-Bahnhof. Wer den S-Bahnhof verlässt, befindet sich auf einer Brücke, die über die S-Bahnschienen führt. An beiden Seiten der Brücke liegt jeweils ein Platz. Am Ludolfinger Platz auf der linken Seite steht der Kasinoturm, das Wahrzeichen Frohnaus. Der 35 Meter hohe Turm kann nach Voranmeldung besichtigt werden.
Wir lassen den Ludolfinger Platz links liegen und begeben und nach rechts in Richtung des Zeltinger Platzes. Der Kaffeeduft verrät das traditionsreiche Café am Zeltinger Platz. Eine Entscheidung steht an: Der Kaffee und das Stück Kuchen kann es als Stärkung oder Belohnung geben. Um den Zeltinger Platz herum befinden sich kleine Geschäfte und Boutiquen. Der Spaziergang führt direkt über den Zeltinger Platz am Springbrunnen "Die Kugelstoßerin" vorbei. In den warmen Monaten ist hier viel los: Picknicks, Spielwiese oder Mittagspause – die gepflegte Rasenfläche lädt zum Verweilen ein.
Der Spaziergang führt in die Zeltinger Straße hinein, vorbei am Kulturhaus Centre Bagatelle. Das denkmalgeschützte Haus in der Zeltinger Straße 6 wurde 1925 als herrschaftliches Landhaus für einen Versicherungsdirektor und seine Familie gebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln richteten die Franzosen 1946 ein Haus für Offiziere der Alliierten ein. Das „Centre Bagatelle“ wurde zum offiziellen Sitz des französischen Kulturzentrums „Centre Culturel de Reinickendorf“ mit französischer Bibliothek. Nach der Wiedervereinigung wurde die Villa dem Bezirksamt Reinickendorf übergeben. Heute ist das Haus in der Hand von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen. Im Zentrum findet ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen statt. Auch für Kinder und Jugendliche werden Kurse und Veranstaltungen angeboten.
Der Spaziergang führt rechts in den Fuchssteinerweg unmittelbar nach dem Kulturhaus Centre Bagatelle. Nun dem Straßenverlauf folgen, bis rechts der Katzensteg erreicht ist. Wer rechts in den Katzensteg einbiegt, erreicht nach wenigen Schritten den Edelhofdamm, dem man links folgt. Schöner, als auf dem Bürgersteig, läuft es sich den Joseph Brix Felix Genzmer Park in der Mitte entlang. Am Ende des Parks befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite das Buddhistische Haus Berlin.
Das Buddhistische Haus ist ein echter Tempel mitten in Berlin, der von mindestens einem Mönch bewohnt wird. Das Anwesen wurde 1923 im Auftrag von Dr. Paul Dahlke erbaut und liegt auf einem Hügel. Man betritt die Anlage durch das Elefantentor und eine steile Treppe mit über 70 Stufen. Neben dem Wohnhaus, das eine umfangreiche Bibliothek beherbergt, befindet sich auf dem Gelände ein großer Garten. Darin steht eine Steinskulptur der Göttin der Barmherzigkeit. Garten und Bibliothek können täglich besichtigt werden. Im Haus werden Vorträge und Meditationskurse angeboten.
Nach dem Besuch des Buddhistischen Hauses geht es die Stufen wieder herunter und weiter den Edelhofdamm entlang. Der Joseph Brix Felix Genzmer Park wird hier fortgesetzt und mündet in den Kaiser Pavillon. Auf dem Gehweg auf der linken Seite in Laufrichtung befindet sich die Gedenkstätte für die Opfer der Berliner Mauer. Neben einem originalen Mauerstück erinnern ein Kreuz und eine Gedenktafel an die Maueropfer. Hier befindet sich die Grenze zu Brandenburg und der ehemalige Mauerstreifen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite endet Berlin und Brandenburg beginnt.
Wir bleiben allerdings auf der Berliner Seite. Das nächste Ziel ist die Invalidensiedlung in Frohnau. Wir gehen ein Stück zurück bis zum Zerndorfer Weg, der rechts vom Edelhofdamm abzweigt. An dessen Ende biegen wir links in die Schönfließer Straße ein. Dem Straßenverlauf folgend öffnen sich links und rechts große Grünflächen. Auf der linken Seite befindet sich der Ludwig-Lesser-Park mit einem großen Spielplatz. Wir gehen weiter bis zur Gollanczstraße und biegen rechts ab. Die Straße geht nach einer Weile in einen Weg über, an dessen Ende der Staehleweg beginnt. Hier biegen wir wieder links ab und befinden uns direkt in der Invalidensiedlung Frohnau.
Die Invalidensiedlung ist ein Relikt aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurde 1937 für Kriegsversehrte des Ersten Weltkrieges errichtet. Die Wohnungen in den roten Klinkerbauten sind weitgehend behindertengerecht. An den einzelnen Hauseingängen befinden sich Sandsteinreliefs, die an die Schlesischen Kriege erinnern. Eine Gedenktafel in der Invaliedensiedlung erinnert an den Kommandanten der Siedlung, Oberst Wilhelm Staehle. Er half Verfolgten des NS-Regimes. Nach seiner Enttarnung wurde er 1945 erschossen.
Wer nach dem Rundgang hungrig ist, dem sei das Landhaus Hubertus empfohlen. In dem Restaurant mit großem Garten kann man sowohl drinnen als auch draußen gut sitzen und essen. Der Rückweg führt wieder über den Staehleweg, dem man nun nach rechts folgt. Bald ist der Mauerweg erreicht, der die ehemalige deutsch-deutsche Grenze markiert. Wir folgen dem Mauerweg nach links bis zum Dirtpark Frohnau, auf dem Mountainbike-Fans auf verschiedenen Strecken Tricks üben. Hier verlassen wir den Mauerweg und wenden uns nach rechts. Nach wenigen Schritten erreichen wir wieder die Schönfließer Straße. Ist diese überquert, folgt man dem Gralsburgsteig. An dessen Ende befindet sich der Maxililiankorso. Links abbiegend ist der Ludolfinger Platz und der S-Bahnhof Hermsdorf wieder erreicht.
Wer schmerzende Füße hat, kann jetzt wieder in die S-Bahn nach Berlin steigen. Wer noch Kraft hat, sollte noch den Hermsdorfer Friedhof besuchen. Die Welfenallee führt zur Kreuzritterstraße, in die man links einbiegt. Diese führt direkt zum Hermsdorfer Friedhof. Der vom Berliner Gartenarchitekten Ludwig Lesser entworfene Friedhof wurde 1911 mit parkähnlichem Charakter angelegt. Ein bereits vorhandener Wasserturm wurde von Lesser in die Friedhofsplanung einbezogen. Da der 30 Meter hohe Turm zudem auf einer Anhöhe steht, ist er in Hermsdorf und Frohnau gut sichtbar.
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