Rathenow trägt ganz offiziell den Namen "Stadt der Optik", denn hier nahm die industrielle Brillenfertigung einst ihren Anfang. Verantwortlich dafür war Johann Heinrich August Duncker (1767-1843), Pfarrerssohn in Rathenow, der nach seinem Theologiestudium begann, in Rathenow per Handarbeit Brillen und Mikroskope herzustellen. 1801 eröffnete er zusammen mit dem Garnisonspfarrer Samuel Christoph Wagener die Königlich privilegierte optische Industrie-Anstalt, die späteren Rathenower Optische Werke (ROW).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es bis zu 300 Unternehmen der optischen Industrie in Rathenow, jahrzehntelang arbeiteten mehrere Tausend Menschen in diesem Bereich. Bis 1989 produzierten die Rathenower Optischen Werke "Hermann Duncker" als einziges Unternehmen in der DDR Brillen.
Nach der Wende wurde der Betrieb aufgelöst und alte Produktionshallen abgerissen, das ehemalige Verwaltungsgebäude der ROW wurde aufgekauft und restauriert. Seit 1997 ist die Stadtverwaltung von Rathenow Mieter des Gebäudes.