Während des Abschlusswochenendes der Kyiv Biennial präsentiert das in Berlin ansässige Künstler*innenduo LABOUR – Farahnaz Hatam (*Teheran) und Colin Hacklander (*Minneapolis) – soft thought, eine eigens für die Kyiv Biennial entwickelte Performance. Verwurzelt in Berlins elektronischer und experimenteller Musikszene, bewegt sich ihre interdisziplinäre Praxis an der Schnittstelle von Klang, Performance und räumlicher Komposition.
Der Titel soft thought verweist sowohl auf den alltagssprachlichen Ausdruck für eine intuitive und behutsame Annäherung an einen Gedanken als auch auf den gleichnamigen Essay (2011) der Wissenschaftlerinnen Luciana Parisi und Stamatia Portanova. Die Arbeit untersucht eine Form des Denkens, die Offenheit, Möglichkeiten und relationale Beweglichkeit in den Vordergrund stellt. In unserer heutigen Gegenwart, in der geteilte Realitäten durch wiederkehrende politische und soziale Spannungen zunehmend fragmentiert erscheinen, schlägt soft thought das Zuhören als eine Möglichkeit vor, Ungewissheit gemeinsam mit anderen zu erleben. Die vierstündige Performance mit mehreren Performer*innen ist ohne festen Anfang oder klares Ende. Stattdessen bleibt sie in kontinuierlicher Bewegung: Perkussion, räumlicher Klang, ekstatischer Tanz, intime Gespräche, Bewegtbild und Live-Performance treten im Verlauf des Abends hervor, lösen sich wieder auf und fügen sich immer wieder neu zusammen.
Die groß angelegte Performance erstreckt sich über das gesamte Gebäude der KW – vom Dachgeschoss über die Treppenhäuser bis in die Ausstellungsräume – und entfaltet sich an verschiedenen Orten. Die Arbeit bewegt sich zwischen den räumlichen Motiven der Linie und des Kreises: Zeitgleich stattfindende Ereignisse entfalten sich in der Halle, bevor sie sich wieder im gesamten Gebäude verteilen. Diese wiederkehrende Dramaturgie lädt das Publikum dazu ein, sich durch die Arbeit zu bewegen, anstatt sie von einem festen Standpunkt aus zu betrachten.
Preisinformationen: Eintritt frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.