Klaus Wowereit

Regierender Bürgermeister vom 16.6.2001 bis 11.12.2014

Klaus Wowereit
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Klaus Wowereit wurde am 1. Oktober 1953 als jüngstes von fünf Kindern in Berlin geboren. Nach dem Abitur 1973 nahm er an der Freien Universität Berlin ein Studium der Rechtswissenschaft auf, das er 1981 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss.

Im Alter von 18 Jahren trat er der SPD bei, 1979 wurde er in die Tempelhofer Bezirksverordnetenversammlung gewählt, von 1981 bis 1984 war er dort SPD-Fraktionsvorsitzender. Nachdem Wowereit zunächst in der Senatsverwaltung für Inneres tätig war, wurde er 1984 Bezirksstadtrat in Tempelhof und blieb in dieser Funktion bis 1995. Bei den Berliner Wahlen 1995 errang Wowereit ein Abgeordnetenhausmandat. Er wurde stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, haushaltspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender des Hauptausschusses. Zu Beginn der darauffolgenden Legislaturperiode, im Dezember 1999, wählte ihn die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus zu ihrem Vorsitzenden.

Nachdem die SPD 2001 im Zusammenhang mit der Affäre um die Bankgesellschaft Berlin die große Koalition mit der CDU aufgekündigt hatte, wurde Klaus Wowereit am 16. Juni 2001 zum Regierenden Bürgermeister gewählt. Bis zu den vorgezogenen Neuwahlen am 21. Oktober 2001 regierte er mit einem Minderheitssenat aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Aus den Abgeordnetenhauswahlen gingen die SPD mit 29,7 Prozent, die CDU mit 23,7 Prozent, die PDS mit 22,6 Prozent, die FDP mit 9,9 Prozent und Bündnis 90/Die Grünen mit 9,1 Prozent hervor. Nachdem Verhandlungen zur Bildung eines Senats aus SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (“Ampel-Koalition”) gescheitert waren, bildete Wowereit ein Regierungsbündnis mit der PDS.

Wowereits Amtszeit steht im Zeichen der angespannten Finanzlage Berlins. Die Konsolidierung des Landeshaushalts ist nach wie vor die zentrale Herausforderung der Politik. Die Abgeordnetenhauswahl am 17. September 2006 entschied die SPD mit 30,8 % der Stimmen für sich. Die CDU unter Friedbert Pflüger erreichte lediglich 21,3 Prozent der Stimmen. Am 23. November 2006 wurde Wowereit vom Berliner Abgeordnetenhaus mit einer Stimme Mehrheit erneut zum Regierenden Bürgermeister gewählt.

Bei der Abgeordnetenhauswahl vom 18. September 2011 erzielte die SPD 28,3 Prozent der Stimmen und blieb damit vor der CDU (23,3 Prozent), Bündnis 90/Die Grünen (17,6 Prozent), Linkspartei (11,7 Prozent) und Piraten (8,9 Prozent) stärkste Kraft. Am 23. November 2011 unterzeichneten SPD und CDU ihren Koalitionsvertrag, einen Tag später wurde Wowereit ohne Gegenkandidaten erneut von den Abgeordneten in das Amt des Regierenden Bürgermeisters gewählt.

Vom 1. November 2001 bis zum 31. Oktober 2002 war Wowereit Präsident des deutschen Bundesrates, von 2007 bis 2010 Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Am 26. August 2014 gab Wowereit seinen Rücktritt mit Wirkung zum 11. Dezember bekannt.

Übersicht der Regierenden Bürgermeister von Berlin seit 1949