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Wahlumfrage: Berliner SPD und Wowereit verlieren weiter

Die Berliner SPD und ihr Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit rutschen aufgrund des Flughafen-Desasters in der Wählergunst immer weiter ab. Erstmals seit Jahren liegt die bisher immer führende Regierungspartei SPD mit 24 Prozent deutlich hinter ihrem Koalitionspartner CDU mit 27 Prozent. Das ergab die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der «Berliner Zeitung» (Freitag). Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das für die SPD ein Minus von 2 und für die CDU ein Plus von 1 Prozentpunkt. Im Vergleich zum Januar 2012 büßte die SPD gar 5 Prozentpunkte ein, die CDU gewann 5 dazu.
Klaus Wowereit
Wowereit verliert die Gunst der Wähler. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv © dpa

Am dramatischsten stürzte jedoch Wowereit ab. Stand er im Januar mit + 1,4 Prozent noch unangefochten auf Platz in der Beliebtheitsskala, besetzt er jetzt mit - 0,1 Prozent den viertletzten Platz. Von Mai an - nach der nur drei Wochen vorher zum dritten Mal verschobenen Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens - ging es für den Regierungschef steil bergab. Von Platz 3 im Mai ( + 0,9) rutschte er auf Platz 9 im Juli (+ 0,4), dann auf Platz 12 im Oktober (- 0,1) und nun auf Platz 13 (- 0,1).

Damit kreiden die Wähler das Debakel um den Flughafen vor allem dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wowereit und seiner Partei an. Laut Umfrage ist der Bau des neuen Flughafens in Schönefeld für die Berliner auch im Dezember das größte Problem in der Hauptstadt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte zwischen dem 10. und 20. Dezember 1004 Berliner.

Von der Krise der SPD profitieren vor allem die Grünen. Sie liegen laut Umfrage unverändert zum Vormonat bei 22 Prozent und sind damit nur noch geringfügig schwächer als die SPD. Bei den Wahlen im September 2011 distanzierte die SPD mit 28,3 Prozent noch deutlich die Grünen mit 17,6 Prozent. Die Piraten erlitten seit Jahresbeginn einen noch größeren Verlust als die SPD. Sie halbierten sich von 14 Prozent im Januar auf jetzt 6 Prozent ( - 1 Prozentpunkt zum Vormonat). Die Linke gewann mit 12 Prozent leicht dazu (+ 1).

Angeführt wird die Beliebtheitsskala unverändert von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD, + 0,8). Erstmals muss sich Nußbaum diesen Platz mit Sozial- und Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU/ + 0,8)) teilen. Der Youngster des Senats erreichte allerdings auch schon im Januar einen Beliebtheitswert von 0,8 auf der Skala von +5,0 bis -5,0. Damals reichte dieser Wert allerdings nur für Platz 6.

Eine Berg- und Talfahrt hat auch Innensenator Frank Henkel (CDU) in der Popularität hinter sich. Im Mai stieg er erstmals mit + 1,3 Prozent aufgrund von Wowereits Absturz auf Platz 1. Im Juli kletterte er gar auf + 1,5 Prozent und verteidigte Rang 1. Im Dezember sank er auf Platz 11 mit + 0,3 Prozent. Dem CDU-Politiker werden die Krisen um die V-Mann-Affäre des Landeskriminalamtes und die rechtswidrige Vernichtung von Akten zum Rechtsextremismus beim Verfassungsschutz angelastet.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 28. Dezember 2012 13:19 Uhr
(Bilder: Messe Berlin GmbH; facebook; Google Inc.; Twitter; dpa; Klicker/pixelio.de)

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