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Entsetzen in Berlin - 1:2 gegen Absteiger Lautern

Der 1. FC Kaiserslautern ist wieder zweitklassig - und eine desolate Hertha steht ganz kurz davor. Die praktisch bereits vor der Partie abgestiegenen Pfälzer kamen nach 21 vergeblichen Versuchen ausgerechnet in Berliner wieder zu einem Sieg, doch mit dem Kölner 1:1 gegen Stuttgart ist nach dem 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga auch die letzte theoretische Rettungschance dahin. Für Krassimir Balakow wird sein erster Erfolg als FCK-Trainer kein Trost sein.
Hertha BSC - 1. FC Kaiserslautern
Sahan greift mit Dick gegen Herthas Torun und Holland an. Foto: Sebastian Kahnert © dpa

In Berlin regierte nach dem 1:2 (0:2) im «wichtigsten Spiel» der Saison (Otto Rehhagel) blankes Entsetzen. Nur ein Wunder auf Schalke und gegen Hoffenheim könnten den Absturz möglicherweise noch verhindern. Mit 28 Punkten steht Hertha zwei Punkte hinter den Kölnern, die derzeit Relegationsplatz 16 halten. Oliver Kirch (27. Minute) und Andrew Wooten (38.) schossen die Lauterer Tore. Für Hertha traf Peter Niemeyer (67.), der zehn Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Von den vorangegangenen zwölf Heimspielen hatte Hertha gegen die Pfälzer elf gewonnen und einmal unentscheiden gespielt - was sollte da eigentlich passieren? Doch schnell wurde deutlich, wie das «Alles-oder-nichts-Spiel» vor 51 461 Fans an den Nerven der Berliner Profis nagte: Kein Selbstbewusstsein, kein Plan, immer wieder katastrophale Fehler im Spielaufbau und die Notabwehr stürzte von einer Verlegenheit in die andere. Nach der Sperre von Lewan Kobiaschwili und dem verletzungsbedingten Ausfall einer ganzen Abwehrreihe hatte ein Rehhagel völlig überraschend den U23-Kapitän Fabian Holland in die Startelf beordert.

Doch der 21-jährige Junioren-Nationalspieler konnte natürlich die Schwächen der gestandenen Profis nicht ausgleichen. Holland verhinderte auf seiner linken Seite die Eingabe auf Kirch nicht, der den ehemaligen Bayern-Spieler Andreas Ottl narrte und aus Mittelstürmerposition zur Gäste-Führung einschoss. Schon die vergangenen drei Heimspiele hatten die Berliner mit insgesamt 2:12 Toren verloren.

Und das Debakel setzte sich fort: Der kolumbianische Nationalstürmer Adrian Ramos, nur noch ein Schatten seiner selbst, verlor im Mittelfeld den Ball. Felix Bastians und seine Abwehrkollegen stocherten daneben. Und FCK-Amateurstürmer Wooten schoss zum 2:0 ein, hätte danach noch zwei weitere Tore erzielen können. Das Pfeifkonzert der Berliner Zuschauer zur Pause steigerte sich förmlich zu Orkanstärke.

Die Notaktion mit Otto Rehhagel, unter dessen Regie in zehn Spielen gerade einmal ein Sieg und drei Remis gelangen, ist kurz davor, krachend zu scheitern. Drei Cheftrainer hat Manager Michael Preetz mit Markus Babbel, der nach gegenseitigen Lügen-Vorwürfen gehen musste, dem punktlosen Michael Skibbe und dann Rehhagel versucht - nichts passte. Der 73 Jahre alte Rehhagel schottete seine Profis konsequent von der Außenwelt und damit auch von vielen Widerständen ab. Auf dem Platz konnten die Spieler bis auf wenige Ausnahmen nicht umschalten. Der zweite Abstieg innerhalb von zwei Jahren ist ganz nah.

Die Stimmung im Olympiastadion war lange gespenstisch. Resignation auf den Rängen: «Wir sind Herthaner und ihr nicht», riefen die Berliner Fans; der Anhang des Absteigers FCK jubelte. Aus dem Nichts keimte noch einmal so etwas wie Hoffnung bei den Blau-Weißen. Nach einer Ecke des eingewechselten Patrick Ebert köpfte Niemeyer zum Anschlusstor ein. Bundesliga-Neuling Holland hätte kurz danach (63.) sogar ausgleichen können. Doch die besseren Chancen hatten noch die Gäste, die am Ende ebenfalls traurig den Platz verließen.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Samstag, 21. April 2012 17:37 Uhr
(Bilder: xx-well.com; Messe Berlin GmbH; facebook; Google Inc.; Twitter; dpa; Klicker/pixelio.de)

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