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Spandau Prison. 1877 – 1987

Eine neue Ausstellung auf der Zitadelle Spandau beleuchtet die Geschichte des Kriegsverbrechergefängnisses.

Spandau Prison. 1877 – 1987 – Comiczeichnung vom Spandauer Prison mit dem Schriftzug "Spandau Prison" und den Jahreszahlen 1877 - 1987

Spandau Prison. 1877 – 1987 – Comiczeichnung vom Spandauer Prison mit dem Schriftzug "Spandau Prison" und den Jahreszahlen 1877 - 1987

„Und wo saß hier jetzt Rudolf Hess?“, ist eine alltägliche Frage von Besucherinnen und Besuchern der Zitadelle Spandau. Die Antwort lautet: „Nirgends.“ Das sogenannte Kriegsverbrechergefängnis mit Hess als letztem Häftling befand sich in der Spandauer Wilhelmstadt: 1877 begannen dort die Arbeiten für ein neues „Central-Festungsgefängniß“, in dem ab 1881 straffällig gewordene Soldaten und Kriegsgefangene einsaßen. Nach einer spektakulären Befreiungsaktion während der Novemberrevolution 1918 diente das für 300 Gefangene ausgelegte Gebäude bis 1933 als Gefängnis für Zivilisten. Die nationalsozialistische Regierung nutzte das Gefängnis sofort nach dem Reichstagsbrand als Ort der „präventiven Schutzhaft“. Bis 1945 saßen hier eine Vielzahl politischer Gefangener ein, die zumeist zum Tode verurteilt wurden – dazu gehörten erstmals auch Frauen, insbesondere aus dem polnischen Widerstand.

Doch in unserer heutigen Erinnerung ist vor allem das international als „Spandau Prison“ bekannte Gefängnis für die sieben in Nürnberg zu Haftstrafen verurteilten Kriegsverbrecher geblieben – obwohl es direkt nach Hess‘ Selbstmord 1987 abgerissen wurde. Die Ausstellung im Zeughaus der Zitadelle erzählt anlässlich 80 Jahre Kriegsende die gesamte Geschichte des Gefängnisses. Neben einigen zum Teil zuvor noch nicht gezeigten Objekten und Bildern sorgen vor allem Zeitzeugeninterviews für neue Perspektiven – und die Idee, einige Ereignisse in die Bildsprache von Comics zu übersetzen, für Diskussionsstoff. Die Geschichte des Gefängnisses stößt zudem Diskussionen über Themen der Gegenwart an: Was sollte das Ziel von Haftstrafen in einer demokratischen Gesellschaft sein? Welche Konsequenzen haben internationale Haftbefehle gegen Staatsführer heute? Wie kommt es zu Verschwörungserzählungen? Ist der Abriss von Gebäuden aus der NS-Zeit wirksam, um zum Beispiel rechtsextreme Aufmärsche vor Ort zu verhindern?

Sie sind herzlich eingeladen, sich in der Ausstellung sowie im Begleitprogramm zu informieren und an der Diskussion zu beteiligen!

Laufzeit: Fr, 15.08.2025 bis So, 17.05.2026

Preisinformationen: Jeden 1. Sonntag im Monat ist Zitadellensonntag und der Eintritt ist frei.

Preis: 4,50 €

Ermäßigter Preis: 2,50 €

Informationen zum ermäßigten Preis: Schüler*innen  – Kinder von 6-14 Jahren  – Student*innen  – Auszubildende  – Personen die Transferleistungen erhalten (ALG II, Sozialhilfe, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) – GdB 50, MdE  gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises.

Öffentliche Führungen in der Zitadelle Spandau
jeden Samstag und Sonntag um 14 Uhr
pro Person 4,50 € zzgl. Zitadellen-Ticket

(am letzten Samstag im Monat geht die Führung durch die Ausstellung "Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler")

Findet hier statt:

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