Arbeitssenatorin Breitenbach zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen: Qualifizierung ist ein wichtiges Standbein zur Fachkräftesicherung

Pressemitteilung vom 29.11.2019

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Die Arbeitslosigkeit ist auch im vergangenen Monat leicht zurückgegangen. Voraussichtlich wird sich die positive Beschäftigungsentwicklung mit der prognostizierten guten Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2020 ebenfalls fortsetzen. Das bedeutet, dass Unternehmen und Betriebe in allen Branchen weiterhin Fachkräfte suchen werden. Diese zu finden ist eine Herausforderung; eine andere ist es, sie zu halten und für neue Aufgaben betrieblich und darüber hinaus zu qualifizieren.

Dazu erklärt Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: „Neben der betrieblichen Ausbildung ist die betriebliche Weiterbildung eine geeignete Strategie, den steigenden Fachkräftebedarf passgenau zu decken. In den einzelnen Branchen der Berliner Wirtschaft sieht es dabei sehr unterschiedlich aus. Während die Öffentliche Verwaltung sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister im Jahr 2018 zu nahezu 100 Prozent Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Weiterbildungsmaßnahmen hatten und auch im Sozialwesen und im Bereich Erziehung und Unterricht überdurchschnittlich weitergebildet wurde, setzt bei Hotels und Gaststätten sowie in der Friseur- und Kosmetikbranche weniger als jeder 3. Betrieb auf Weiterbildung. Ähnliche Quoten finden sich im Baugewerbe und im Handel.

Der Fort- und Weiterbildung in der Praxis einen höheren Stellenwert einzuräumen, ist auch hinsichtlich der sich rasant verändernden Arbeitswelt ein Gebot der Stunde. Von der zunehmenden Digitalisierung und von stets neuen Technologien sind alle Beschäftigten in den Betrieben betroffen. Aber gerade für Beschäftigte ohne Ausbildung und für niedrig Qualifizierte, für Ältere sowie für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte ist ein Mehr an Know-how besonders wichtig. Leider fallen gerade bei diesen Gruppen die Weiterbildungsquoten sehr viel geringer aus als bei Hochqualifizierten. Das muss sich dringend ändern! Nicht nur die persönliche berufliche Entwicklung und das Einkommen hängen davon ab. Es ist auch ein gesamtbetriebliches Erfordernis, um der Konkurrenz – qualifiziert – begegnen zu können.

Das neue Qualifizierungschancengesetz kann dabei hilfreich sein. Mit ihm soll insbesondere die präventive Weiterbildungsförderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gestärkt werden, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und um sie für den digitalen Strukturwandel zu rüsten. Berufliche Auf- und Umstiege sollen so besser bewältigt werden können. Noch liegt Berlin mit seiner Weiterbildungsbilanz unter dem Bundesdurchschnitt. In den kommenden Jahren könnte und sollte sich das ändern, denn das Angebot an Bewerberinnen und Bewerbern ist in der Hauptstadt günstiger als anderswo.“

Im November 2019 waren in Berlin insgesamt 148.775 Arbeitslose gemeldet. Das waren 3.514 weniger als im Vormonat und 2.105 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,6 Prozent. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr blieb sie unverändert. Hinzu kommen noch all diejenigen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches gelten, weil sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.