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Geflüchtete werden Pfleger*innen

Pressemitteilung vom 14.01.2019

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration teilt mit:

Die Infomesse „Take Care! Werde Pfleger*in“ bringt Geflüchtete und Unternehmen zusammen. Initiiert durch das Berliner Netzwerk für Bleiberecht bridge treffen heute im Roten Rathaus über 700 interessierte Neuberlinerinnen und Neuberliner auf Vivantes, Charité und 20 weitere Krankenhäuser, ambulante Dienste und Berufsfachschulen. Berufsbilder werden mehrsprachig erklärt, Praxisübungen im Simulationsbereich durchgeführt, Kontakte geknüpft und so der Weg für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration geebnet.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, empfängt die Besucherinnen und Besucher der Messe mit der Botschaft: „Wir freuen uns über Ihr Erscheinen heute! Sie suchen eine Arbeit, von der Sie leben können und bei der Sie anderen Menschen helfen können. Und wir suchen Sie: Interessierte an einer qualifizierenden Pflegeausbildung, einem Beruf, der für unsere Gesellschaft so wichtig ist.“

Auch die Betriebe der Gesundheitsbranche sehen das Potenzial der Zugezogenen für eine hochwertige, d. h. kultursensible und mehrsprachige Pflege. Sie werben für ihr Ausbildungs- und Berufsangebot, sammeln Kontaktdaten Interessierter oder vereinbaren direkt Schritte für eine Bewerbung.

Doch nicht nur die Betriebe stellen sich vor. Bei Gebäck und Keksen erzählen Auszubildende mit eigener Fluchtgeschichte von ihren Erfahrungen aus der Lehre und ihrer Tätigkeit als angehende Pflegefachkräfte. Der an der Organisation von Take Care beteiligte Khaled Davrisch, Mitarbeiter der Berufsfachschule Paulo Freire, resümiert: „Wir wollen mit der Messe niedrigschwellig ansetzen und Personen jenseits von Sprachniveau und Aufenthaltsstatus für die Pflegeberufe begeistern. Viele treten heute direkt mit den Unternehmen in Kontakt. Doch auch wer noch nicht so weit ist, eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen, oder das aufenthaltsrechtlich aktuell noch nicht darf, kann Informationen in der eigenen Muttersprache erhalten und sich bei uns für einen Pflegebasiskurs anmelden. Unser Konzept geht auf.“

Im benachbarten Wappensaal können sich Geflüchtete außerdem über Beratungs-, Qualifizierungs- und Vermittlungsangebote informieren, die ihren Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern. Unter ihnen „bridge – Berliner Netzwerk für Bleiberecht: Arbeitsmarktintegration für Geflüchtete“. Der Zusammenschluss aus nicht-staatlichen Organisationen unter Koordination des Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration ist organisatorisch und inhaltlich verantwortlich für die Messe „Take Care! Werde Pfleger*in“.

bridge hilft seit 2005 Geflüchteten bei der Suche nach einem Arbeits- und Ausbildungsplatz, dem Nachholen von Schulabschlüssen, dem Finden passender Qualifizierungsangebote und der Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Fragen. Das Netzwerk verfügt über langjährige und etablierte Kontakte in die Gesundheitsbranche. Die Berufsfachschule Paulo Freire bietet im Rahmen von bridge in enger Kooperation mit Deutschlands größtem kommunalen Gesundheitsdienstleister Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH niedrigschwellige Zugänge in den Pflegeberuf bis hin zur Pflegefachausbildung.
bridge wird aus Mitteln des Bundesministerium für Arbeit und Soziales, des Europäischen Sozialfonds und aus Berliner Landesmitteln gefördert.

Kontakt
Johanna Boettcher und Marie-Sophie Deuter
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
Beauftragter des Senats von Berlin für Integration und Migration
bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht
Potsdamer Straße 65
10785 Berlin
Telefon: +49 30 901723 29
E-Mail: bridge@intmig.berlin.de
www.bridge-bleiberecht.de