Fachkräftesicherung durch interkulturelle Öffnung: Unternehmen mit Landesbeteiligung erproben neue Zugänge in die Ausbildung

Pressemitteilung vom 07.03.2018

Am heutigen Nachmittag wird erste Bilanz gezogen zum 2016 gestarteten Pilotvorhaben „Erprobung neuer Zugänge in Ausbildung“. Auf Einladung der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach kommen dazu die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der Berliner Unternehmen mit Landesbeteiligung im Berliner Rathaus zusammen. Gemeinsam mit dem Staatssekretär für Bildung Mark Rackles, der Ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen und dem Berliner Integrationsbeauftragten Andreas Germershausen werden sie darüber diskutieren, wie mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund als Nachwuchskräfte für ihre Unternehmen gewonnen werden können.

Für die Initiative des Integrationsbeauftragten „Berlin braucht dich!“ stellen 16 Betriebe pro Ausbildungsjahr rund 50 Ausbildungsplätze bereit, damit mehr Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund Zugang zu qualifizierter Ausbildung erhalten. 15 Jugendliche konnten über das Pilotprojekt „Erprobung neuer Zugänge in Ausbildung“ im September 2017 eine Ausbildung in einem Landesunternehmen beginnen.

Senatorin Elke Breitenbach verweist auf den schwierigen Ausbildungsmarkt:
„Es gibt einen Rückgang an Bewerbungen, während viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Problematisch ist auch der Ausbildungsbeginn mit durchschnittlich 21 Jahren. Viele Jugendliche finden den Weg in eine Ausbildung und damit in eine qualifizierte Beschäftigung nicht alleine. Der Ansatz von Berlin braucht dich! ist der richtige. Hier erproben die Unternehmen der Stadt in Zusammenarbeit mit den Schulen neue, kreative Lösungen, um mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund in Ausbildung zu bringen. Die großen Potenziale, die diese Jugendlichen mitbringen, müssen besser erschlossen werden, auch zum Nutzen der Berliner Unternehmen und auch des öffentlichen Dienstes. Die Landesbetriebe müssen hier Vorreiter sein.“

Eine systematische Berufsorientierung und die Möglichkeit zur beruflichen Erprobung im Betrieb sind unverzichtbar, so der Teamleiter vom Beruflichen Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten BQN Berlin Serdar Yazar. Das Interesse der Unternehmen, Praktika attraktiv zu gestalten und Jugendliche für ihre Ausbildung zu gewinnen, sei groß und müsse genutzt werden.

Die Ziele des Pilotvorhabens „Erprobung neuer Zugänge in Ausbildung“ sind:

  1. Zugänge zu Ausbildungsbetrieben zu schaffen und motivierte und qualifizierte Schüler/innen aus Familien mit Migrationshintergrund in Ausbildung zu bringen;
  2. Schüler/innen mit erfolgreichem Praktikum und Interesse an einer Ausbildung gezielt zu unterstützen und zu stabilisieren;
  3. die Bewerbungs- und Einstellungsverfahren zu optimieren. Ergänzung der Verfahren um Elemente, die sich an den spezifischen sozialen und/oder sprachlichen Kompetenzen und biografischen Hintergründen der Bewerber/innen orientieren;
  4. zu erproben, ob und unter welchen Bedingungen diese Schülergruppe die Ausbildung erfolgreich absolviert.

Koordiniert wird das Pilotvorhaben von BQN Berlin e. V. im Rahmen des Strukturprojekts des Senats „Berlin braucht dich!“