Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Christine Braunert-Rümenapf: „An die Belange und Probleme von Menschen mit Behinderung darf nicht nur am 3. Dezember gedacht werden.“

Pressemitteilung vom 01.12.2017

Menschen mit Behinderung stehen immer noch vor Tag für Tag vor zahlreichen Barrieren. Auch von einer gleichberechtigten Teilhabe und Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen sind sie trotz einiger Fortschritte noch weit entfernt.

Um Menschen mit Behinderung und ihre Bedarfe und Bedürfnisse stärker ins Bewusstsein zu rücken, wurde bereits 1992 der 3. Dezember als Internationaler Tag der Behinderten (seit 2007 Internationaler Tag für Menschen mit Behinderung) von den Vereinten Nationen als Aktions- und Gedenktag initiiert.

An diesem Tag sollen in Veranstaltungen und Aktionen die Probleme und Belange von Menschen mit Behinderung ins Bewusstsein gerückt werden.

Christine Braunert-Rümenapf: „Aber an die Belange und Probleme von Menschen mit Behinderung darf nicht nur am 3. Dezember gedacht werden. Es ist leider noch keine Selbstverständlichkeit, dass die Belange von Menschen mit Behinderung immer konsequent bei allen Vorhaben mitgedacht werden. Das gilt für Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen.

Auch in der Vielfalts- und Antidiskriminierungsdebatte findet das Merkmal „Behinderung“ zu wenig Beachtung. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass der Status von Menschen mit Behinderung im Sinne einer ‚erwünschten Vielfalt’ prekär ist. Das hängt sicher auch mit einem immer noch vorhandenen traditionellen Verständnis von Fürsorge zusammen. Nach diesem geht Behindertenpolitik in Sozialpolitik auf. Während beispielsweise das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in der Regel nicht mehr in Frage steht, werden Menschen mit Behinderung auf Sonderwelten und Sonderlösungen verwiesen.

Jegliches Handeln muss also systematisch und kontinuierlich danach befragt werden, ob es die Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung befördert oder behindert. Und zwar nicht nur einmal im Jahr.“