Informationstafel erinnert an Schicksal tauber Juden während des Nationalsozialismus

Pressemitteilung vom 25.11.2013

Kulturstaatssekretär André Schmitz hat am 25. November 2013 der Öffentlichkeit im Rahmen des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ eine Informationstafel der Berliner Geschichtsmeile zum Schicksal tauber Juden in der Zeit des Nationalsozialismus übergeben.

Schmitz: „Die Informationstafel erinnert an eine Gruppe von Opfern des NS-Regimes, die der breiten Öffentlichkeit lange unbekannt geblieben ist. Sie informiert über die als „doppelte kulturelle Minderheit“ diskriminierte Gruppe der tauben Juden und stellt ihr Schicksal in der NS-Zeit dar. Damit wird die Berliner Erinnerungskultur um einen weiteren wichtigen Baustein bereichert.“

Schmitz dankte dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Gehörloser jüdischer Abstammung in Deutschland, Mark Zaurov, für sein langjähriges und kenntnisreiches Engagement und der Wohnungsbaugesellschaft Mitte für die finanzielle Unterstützung bei der Erstellung der Informationstafel.

Die Informationstafel steht in der Rosenstraße in Berlin Mitte. Erstmalig in Berlin wird sie ihre Informationen auch in deutscher und internationaler Gebärdensprache übermitteln.

In der Rosenstraße 2-4 befand sich der Sitz des »Vereins zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen Deutschlands«. Der 1896 gegründete Zusammenschluss wurde 1936/37 durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Sie setzten der internationalen, multikulturellen und vielsprachigen Gemeinschaft tauber Juden gewaltsam ein Ende. Viele gehörlose Juden wurden in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Nur wenige überstanden die nationalsozialistische Verfolgung.