Wowereit lädt Berlinerinnen und Berliner zur Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestag der ersten Deportation ein

Pressemitteilung vom 07.10.2011

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, ruft die Berlinerinnen und Berliner zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am Gleis 17 des Bahnhofes Grunewald anlässlich des 70. Jahrestages am Dienstag, dem 18. Oktober 2011, 14 Uhr auf.

Wowereit: „Mit Schülerinnen und Schülern aus Berlin und Israel, der Jüdischen Gemeinde von Berlin und der Zeitzeugin Inge Deutschkron wollen wir an den ersten von vier Judentransporten nach Litzmannstadt erinnern und zum Gedenken weiße Rosen auf der Bahnsteigkante ablegen. Ich rufe die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, an diesem Akt des Gedenkens teilzunehmen.“

Am 18. Oktober 1941 verließ der erste von insgesamt 60 „Osttransporten“ mit 1089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Ghetto Litzmannstadt. Am 16. Oktober hatte die Gestapo mit Einweisungen in das Sammellager Levetzowstraße, in das Gebäude der dortigen Synagoge (dem heutigen Gedenkort), begonnen. Die Insassen mussten in einem langen Zug durch die Stadt zur Verladerampe laufen. Bis zum 27. März 1945 folgten weitere Verschleppungen in den Osten. 55.000 der 160.000 Mitglieder jüdischer Gemeinden in Berlin fielen dem nationalsozialistischen Vernichtungsprogramm zum Opfer.

Auf der Veranstaltung spricht neben dem Regierenden Bürgermeister die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind. Inge Deutschkron, die als Jüdin im Berliner Untergang die NS-Zeit überlebt hat, wird die Gedenkrede halten. Berliner Schülerinnen und Schüler lesen Texte zum Thema, die Berliner Singakademie gestaltet die musikalische Umrahmung.

Veranstalter sind die Senatskanzlei und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der Jüdischen Gemeinde, dem Haus der Wannseekonferenz und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.