Bundesverdienstkreuz für Hans-Eberhard Zahn

Pressemitteilung vom 25.02.2011

Kulturstaatssekretär André Schmitz hat heute im Auftrag von Bundespräsident Christian Wulff Hans-Eberhard Zahn das Verdienstkreuz am Bande des Verdinestordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Mit der Auszeichnung ehrt die Bundesrepublik Deutschland das Lebenswerk des ehemaligen DDR-Häftlings, Zeitzeugen und Förderers der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Kulturstaatsekretär André Schmitz würdigte anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes das jahrzehntelange Engagement von Hans-Eberhard Zahn als „ein Leben für Demokratie und Freiheit“.

„Ihr Leben und Ihr Wirken waren und sind geprägt von der Auseinandersetzung mit Diktatur und Verfolgung und für das Eintreten für Demokratie und Freiheit. Es ist zugleich ein Spiegel der (West-)Berliner und der deutschen Geschichte. Mit dem Fall der Mauer in Berlin und dem Zusammenbruch des SED-Staates, der Sie zunächst in einem Frankfurter Hotelzimmer überraschte und den sie dann in ihrer Heimatstadt Berlin in diesen aufregenden Tagen miterleben konnten, wurde etwas Wirklichkeit, wofür Sie über Jahrzehnte eingetreten und wofür Sie verfolgt worden sind.“

Zahn war sieben Jahre in Zuchthäusern der DDR – darunter auch im Haftarbeitslager X in Hohenschönhausen – inhaftiert, weil er als ASTA-Referent notleidende Ost-Berliner Studierende der neugegründeten Freien Universität unterstützt hatte. In seiner Zeit als Hochschullehrer an der FU engagierte er sich vor diesem Hintergrund für die Freiheit von Forschung und Lehre und trat in den Auseinandersetzungen im Gefolge der Studentenbewegung als engagierter Verteidiger der Meinungsfreiheit auf. Hans-Eberhard Zahn gehörte nach dem Sturz des SED-Regimes zu den Mitbegründern der Gedenkstätte Berlin – Hohenschönhausen. Er arbeitet dort von Beginn an Zeitzeuge in der Besucherbetreuung und setzt sich in den Gremien der Stiftung für den weiteren Ausbau der Gedenkstätte ein.