Hilfe für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen – Neuer Leitfaden erschienen

Pressemitteilung vom 22.09.2016

Fast ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen zeigt heute psychische Auffälligkeiten. Nach aktuellen Studien sind fünf bis acht Prozent dieser Störungen behandlungsbedürftig – besorgniserregende Daten. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales jetzt gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft einen Leitfaden herausgegeben.

Der Bericht „Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – Kooperation in gemeinsamer Verantwortung“ enthält Informationen und Handlungsempfehlungen, um die seelische Gesundheit von Berliner Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Verfasst ist er von der AG Kinder– und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie des Landespsychiatriebeirates. Neben dem Gesundheitssystem ist die Kinder- und Jugendhilfe der wichtigste Leistungserbringer und Kooperationspartner in der Unterstützung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen und deren Familien.

Gesundheitssenator Mario Czaja dazu: „Der Bericht zeigt, dass die Hilfesysteme für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche und ihre Familien in Berlin bereits gut ausgebaut sind. Die Angebote wurden kontinuierlich weiter differenziert, um sie immer besser an individuelle Problemlagen anzupassen. Allerdings wird auch deutlich, dass in den Bezirken, in denen der Anteil von Familien mit psychischen und sozialen Belastungen besonders hoch ist, die psychosozialen Unterstützungsnetzwerke an ihre Grenzen stoßen.

Wir wollen daher mit diesem Bericht auch das Signal an die Akteure aussenden, aus einer gemeinsamen regionalen Verantwortung heraus zu handeln und die Kooperation zwischen den Trägern der Hilfesysteme für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene weiter zu verbessern. Dies ist im Sinne der Betroffenen. Der Bericht hilft dabei – er unterstützt verlässliche Kooperations- und Kommunikationsstrukturen in den Bezirken und verbindet die praktischen Handlungs- und Erfahrungsebenen mit aktuellen Ergebnissen aus der medizinischen, pädagogischen und therapeutischen Forschung, Lehre und Praxis.

Ich bin überzeugt, dass dieses Kompendium ein unersetzlicher Begleiter für alle wird, die in diesem Bereich tätig sind. Er wird einen wichtigen Beitrag dabei leisten, Probleme zwischen den verschiedenen Unterstützungssystemen zu überwinden und damit die Versorgung in unserer Stadt weiter zu optimieren.“

Der Bericht beruht auf der langjährigen interdisziplinären Zusammenarbeit zahlreicher Expertinnen und Experten aus Kinder- und Jugendpsychiatrie und – psychotherapie, Kinder- und Jugendhilfe sowie dem schulischen Bereich. Er richtet sich an alle Berufsgruppen im psychosozialen Bereich sowie an die politisch Verantwortlichen in den Ressorts Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und Soziales. Er gibt zunächst einen Überblick über die kindlichen Entwicklungsphasen und deren Risikofaktoren, stellt dann umfassend die vorhandenen Berliner Unterstützungsstrukturen dar und gibt den Fachkräften Handlungsempfehlungen der Expertinnen und Experten.