Gute Luft in Berliner Klassenräumen nach energetischer Schulsanierung?

Pressemitteilung vom 24.08.2016

Bei Untersuchungen in energetisch sanierten Schulen im Land Berlin wurde festgestellt, dass zur ganzjährigen Gewährleistung hygienisch unbedenklicher Luft in Klassenräumen ein wirksames Lüftungskonzept erforderlich ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Landesamt für Gesundheit und Soziales an das Landeslabor Berlin-Brandenburg in Auftrag gegebenes Untersuchungsprogramm.

Der Mensch verbringt täglich ca. 90 % seiner Zeit in Innenräumen und ist dort einer Vielzahl möglicher Schadstoffe ausgesetzt. Sie können aus den Baumaterialien des Gebäudes und der Möbel abgegeben werden oder durch die jeweiligen Aktivitäten der Nutzer verursacht sein. Ein einfach zu messender Indikator für die Luftqualität ist die Kohlendioxidkonzentration. Eine verbesserte Lüftung bringt auch eine niedrigere Feinstaubkonzentration in der Innenraumluft mit sich. Die Nutzung von Lüftungsanlagen bietet zusätzlich die Möglichkeit sowohl der Wärmerückgewinnung als auch die Nutzung der Nachtkühle in der warmen Jahreszeit.

Aufgrund der stringenten Vorgaben zur Energieeinsparung im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden Gebäude immer dichter. Damit trotzdem „gute Luft“ in Klassenzimmern und anderen Räumen, in denen sich viele Personen über Stunden aufhalten herrscht, ist die Nutzung von Lüftungsanlagen ggf. unterstützt durch Fensterlüftung notwendig.

Insgesamt wurde die Innenraumluft von 22 Klassenräumen in 11 energetisch sanierten Schulen mit unterschiedli¬chen Lüftungskonzepten (Öffnen der Fenster oder Einsatz von Lüftungsanlagen) in der kalten Jahreszeit untersucht.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass bei Planung, Bau und Nutzung moderner energieeffizienter Schulgebäude ein wirksames Lüftungskonzept mit dem Zielwert von 0,1% Kohlendioxid für dringend notwendig erachtet wird.