Senator Mario Czaja stellt neue Registrierungsstelle für Flüchtlinge vor

Pressemitteilung vom 14.10.2015

Der Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja, hat heute in Berlin eine neue Erstregistrierungsstelle für Flüchtlinge vorgestellt. Die neue Einrichtung in einem ehemaligen Bankgebäude in der Bundesallee soll die bisherige Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber an der Turmstraße ablösen und den Registrierungsprozess deutlich beschleunigen. Die Einrichtung vereint erstmals sämtliche am Asylprozess beteiligten Behörden unter einem Dach. Damit soll die Zahl der täglichen Registrierungen deutlich erhöht werden.

Dazu sagte Senator Czaja: „Die zügige und vollständige Registrierung der vielen Menschen, die in diesen Wochen zu uns kommen, ist die wichtigste Voraussetzung dafür, sie gut zu versorgen und schnell integrieren zu können. Deshalb freue ich mich, dass wir mit der Eröffnung dieser neuen Registrierungsstelle nicht nur den Standort Turmstraße entlasten, sondern ein ganz neues integriertes Verfahren einführen, das allen Beteiligten Zugutekommen wird. Die Menschen kommen schneller an Leistungen, die ihnen zustehen. Gleichzeitig wird schneller geklärt, ob jemand eine dauerhafte Perspektive in Deutschland hat – oder nicht. Dies versetzt uns in die Lage, den Menschen schnell Schutz zu geben, die ein Anrecht darauf haben und ihnen das Ankommen in unserem Land zu erleichtern. Und den Menschen, die dieses Anrecht nicht haben, schnell eine klare Antwort geben zu können.“

Die Eröffnung der neuen Registrierungsstelle ist Teil eines neu entwickelten Konzepts der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, das die humanitäre Situation auf dem Gelände des LAGeSo an der Turmstraße nachhaltig verbessern und den Registrierungsprozess von Flüchtlingen beschleunigen soll.

Damit wird der gesamte Prozess der Registrierung von Flüchtlingen in Berlin neu aufgesetzt.

  1. Entzerrung von Terminierung, Warten und Registrierung
    Die zentrale Registrierung am LAGeSo wird abgelöst durch ein standortübergreifendes System: Ankunft an der Turmstraße, Wartephase in einer Notunterkunft, Registrierung und Antragsbearbeitung in der Bundesallee. Nach der Ankunft an der Turmstraße erfolgt eine Terminvergabe mit Bändchen, dann Busshuttle zur Notunterkunft. Von dort werden die Asylbewerber wiederum per Shuttle zu ihrem Registrierungstermin in die Bundesallee gebracht. In der Registrierungsstelle an der Kruppstraße werden weiterhin ausschließlich die Flüchtlinge registriert, die über Sonderzüge in Berlin eintreffen.
  2. Klare zielgruppenspezifische Kommunikation
    Das neue Verfahren wird allen Beteiligten durch zielgruppenspezifische Informationen kommuniziert: den Betreibern von Notunterkünften, der Polizei, den Sprachmittlern usw.
  3. Professionelles Platzmanagement
    Fünf Bearbeitungsstrecken wurden definiert, die dem unterschiedlichen Bearbeitungsstatus der Wartenden Rechnung tragen (Registrierung von Neuankömmlingen bzw. Abbau von Altfällen mit Wartenummern). Das Platzmanagement auf dem LAGeSo-Gelände wird an die verschiedenen Bearbeitungsstrecken gekoppelt und die Wartenden entsprechend gelenkt. Für die Zeit, in der an der Turmstraße noch Altfälle abgebaut werden, werden neue Warteräumlichkeiten für den Winter geschaffen.
  4. Spezielle Notunterkünfte
    Neu eintreffende Asylbegehrende werden in einer extra eingerichteten zentralen Liegenschaft untergebracht– als direkter Zulaufpunkt für die Registrierungsstelle an der Bundesallee. Die Betreiber der Unterkünfte werden in Zukunft insgesamt stärker in den Prozess bis zur Registrierung eingebunden.