Mehr Impfungen durch Masernausbruch 2013 in Berlin

Pressemitteilung vom 21.11.2013

Im Verlauf dieses Jahres sind gemäß Infektionsschutzgesetz in Berlin 487 Masernfälle gemeldet worden. Dies war eine ungewöhnlich hohe Zahl seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001. Nur im Jahr 2011 gab es mit 160 Masernfällen ein leicht erhöhtes Masernvorkommen, in den anderen Jahren seit 2001 waren es immer unter 100 Fälle jährlich. Alle Berliner Bezirken waren vom diesjährigen Ausbruch betroffen, wenn auch in unterschiedlichem Maße (84 Fälle in Mitte und 2 in Marzahn-Hellersdorf). Der Höhepunkt des Ausbruchs wurde im Mai und Juni erreicht. Abgesehen von einem einzigen neugemeldeten Masernfall in der 42. Woche war der diesjährige Ausbruch im August abgeklungen. Dies geht aus dem Abschlussbericht zum Masernausbruch 2013 in Berlin hervor, den das Landesamt für Gesundheit und Soziales jetzt vorgelegt hat.

Die Besonderheit des Maserngeschehens lag in diesem Jahr nicht nur in der hohen Zahl der Fälle. Auffällig war auch der große Anteil von erwachsenen Erkrankten. So waren 52 % der Erkrankten älter als 16 Jahre, darunter 22 % älter als 30 Jahre. 8 % waren jünger als ein Jahr alt. Da die Infektion bei Älteren in der Regel schwerer verläuft, mussten auch deutlich mehr ältere Menschen in Krankenhäusern behandelt werden als Kinder und Jugendliche. Von den Erkrankten über 30 Jahre bedurfte mit 46 % fast die Hälfte einer Krankenhausbehandlung.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales hatte seit Beginn des Ausbruches mehrmals zur Überprüfung des Impfstatus und zur Schließung von Impflücken aufgerufen. Dies zeigte offenbar positive Wirkung, wie die Abrechnungsdaten der KV Berlin aus dem zweiten Quartal belegen. Die Zahl der Masernschutzimpfungen ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. So wurden in Berlin im zweiten Quartal 2013 rund 4.300 mehr Menschen gegen Masern geimpft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aufgrund des ungewöhnlich hohen Alters der Masernerkrankten hatte der Berliner Impfbeirat auch die allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) auf Personen, die vor 1970 geboren wurden, erweitert. In dieser Altersgruppe ließen sich noch im zweiten Quartal mehr als dreimal so viele Berlinerinnen und Berliner impfen wie im Vorjahreszeitraum.