Schuljahr 2015/16: höhere Schüleranzahl - mehr Lehrkräfte

Pressemitteilung vom 27.08.2015

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, begrüßt zum kommenden Schuljahr rd. 1.500 neue Lehrkräfte, rund 400 Erzieherinnen und Erzieher sowie 60 Betreuerinnen und Betreuer an den Berliner Schulen. Sie wünscht allen Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und insbesondere den prognostizierten 30.490 Erstklässlerinnen und Erstklässlern, die am 7. September ihren ersten Schultag haben, einen erfolgreichen Start in das neue Schuljahr.

„Die Einschulung ist für Kinder und ihre Familien ein besonderes Ereignis. Die Wochentage erhalten eine neue Struktur. Die Erstklässlerinnen und Erstklässler treffen auf neue Bezugspersonen, lernen neue Freunde kennen und sind Teil einer Klassengemeinschaft. Erste kleine Pflichten und Aufgaben müssen erledigt werden. Dabei brauchen Kinder viel Unterstützung und Bestätigung. Schule und Eltern können am besten gemeinsam dazu beitragen, dass der Schulalltag mit Freude und Lernbereitschaft erlebt wird. Das ist nicht immer leicht, denn neue Situationen erfordern Gewöhnung und können anfangs als schwierig empfunden werden. Gerade dann ist ein positives Miteinander für das Kind besonders notwendig“, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Rund 422.230 Schülerinnen und Schüler lernen im Schuljahr 2015/16 an den allgemein bildenden sowie beruflichen Schulen. „Berlin erlebt wieder einen Anstieg der Schülerzahlen um rd. 5.450. Davon entfallen 2.000 Schülerinnen und Schüler auf die allgemein bildenden Schulen und 3.450 auf die beruflichen Schulen. Der Anstieg der Schülerzahlen ist mit 1.500 neuen Einstellungen zum Schulstart sowie zahlreicher Bautätigkeiten zur Schaffung weiterer Schulplätze verbunden“, so Sandra Scheeres.

Berlin hatte in diesem Kalenderjahr einen Einstellungsbedarf von rd. 2050 Lehrerstellen , von denen bereits zum Februar 2015 720 besetzt wurden. Viele Bewerbungen gingen dieses Jahr wieder aus anderen Bundesländern ein, wobei die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter aus Bayern zu den Sommereinstellungen mit 13,5 % an der Spitze lagen.

Die Gesamtzahl der Lehrerinnen und Lehrer ist an der Berliner Schule insgesamt erneut gestiegen: In diesem Jahr unterrichten 30.940 Lehrkräfte und Referendarinnen und Referendare an den öffentlichen Berliner Schulen, im vergangenen Jahr waren es 30.591. Die Anzahl der Referendariatsplätze wurde erneut erhöht: Zum Schuljahresbeginn 2013/14 waren es 2.200, letztes Schuljahr 2.450 und zu diesem Schulstart 2.700 Ausbildungsplätze.

Ebenso ist die Anzahl der zum Schuljahresbeginn startenden Erzieherinnen und Erzieher um 277 von 4.828 auf 5.105 gestiegen. Hinzu kommen 2.272 Erzieherstellen von freien Trägern (2014/15: 2.117).

Schwerpunkte der schulpolitischen Arbeit Berlins

Schulunterricht für Flüchtlingskinder

Der anhaltende Flüchtlingszuzug stellt auch die Berliner Schulen vor eine große Herausforderung. Berlin wird weiterhin den Weg verfolgen, diese Kinder und Jugendlichen in den Schulen zu unterrichten.

Schülerinnen und Schüler, die über keine Deutschkenntnisse verfügen, werden nicht in den Regelklassen, sondern in besonderen Lerngruppen mit dem Ziel des zügigen Spracherwerbs unterrichtet. Im Schuljahr 2011/12 erhob Berlin erstmals die Zahl der Kinder in Lerngruppen. Damals wurden 1.378 Kinder in 112 Lerngruppen beschult. Bis zum Jahr 2014/2015 waren es bereits 2.896 Kinder in 257 Lerngruppen. Diese Anzahl ist innerhalb eines Jahres erheblich gestiegen: Zu Anfang des Schuljahres 2015/2016 werden voraussichtlich 4.953 Kinder in 431 Lerngruppen unterrichtet, davon 2.419 Schülerinnen und Schüler in 217 Klassen an Grundschulen. Wurden vor einem Jahr 281 Lehrkräfte (Stellen) zugemessen, sind es aktuell 472 Stellen.

Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 erhalten alle beteiligten Akteure in den Kitas, Schulen, Schul- und Jugendämtern sowie in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften den überarbeiteten Leitfaden zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in die Kindertagesförderung und die Schule. Der Leitfaden informiert über Rahmenbedingungen und Verfahrensabläufe, um für alle neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen eine schnelle Aufnahme in die Kindertagesförderung und Schule zu ermöglichen. Er wendet sich erstmals auch an die Akteure der Kindertagesförderung.

In diesem Zusammenhang werden Sofortmaßnahmen in Höhe von 3 Mio. € aktuell eingesetzt für den Ausbau
- von Ferienschulen,
- des Schulpsychologischen Dienstes für die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen,
- von VHS-Sprachkursen,
- der Schulsozialarbeit,
- der Qualifizierung des pädagogischen Personals und
- von kulturellen und sportlichen Angeboten.

Neu ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Ausstellung der BuT-Pässe für Kinder in den Lerngruppen direkt von den Schulen erfolgt, damit die sofortige Inanspruchnahme der schulischen BuT-Leistungen möglich wird (Lernförderung, Mittagessen, Schülerfahrten). Diese Aufgabe übernehmen die Schulen vom Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Mehr Räume – mehr Plätze

Der erneute und weitere Zuwachs von Schülerinnen und Schülern erfordert wie im Vorjahr nicht nur eine höhere Anzahl von Lehrkräften, sondern auch die Ausweitung der räumlichen Kapazitäten. Im Kalenderjahr 2014 wurden rund 200 Sanierungsvorhaben an den Berliner Schulen realisiert. Das Land stellte dafür 64,3 Mio. € jährlich zur Verfügung. 2015 sind es insgesamt 220 Maßnahmen aus dem Schulanlagensanierungsprogramm plus 44 aus dem neuen Sanitär-Sanierungsprogramm, für das weitere 12 Mio. € zur Verfügung stehen.
127,5 Mio. € für Ergänzungsbauten (2014-2016)

Zur zügigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten wird Berlin an mehreren Schulen weitere Ergänzungsbauten errichten. Hierbei handelt es sich um Gebäude in Systembauweise von hoher Qualität, barrierefrei und mit Klassen- und Gruppenräumen. Die Investitionen für die Ergänzungsbauten betrugen für 2014 rund 24,5 Mio. €; auch für zehn Ergänzungsbauten im Jahr 2015 stehen die erforderlichen Mittel in Höhe von 37 Mio. € bereit. 2016 werden voraussichtlich rd. 66 Mio. € investiert.

2014 wurden an folgenden Standorten modulare Ergänzungsbauten errichtet:

Pankow:
Mendel-Grundschule, Grundschule am Wasserturm,
Grundschule Wilhelmsruh

Lichtenberg:
Brodowin-Grundschule, Richard-Wagner-Grundschule, Karlshorster Grundschule

Reinickendorf:
Hausotter-Grundschule

2015 entstehen an folgenden Standorten modulare Ergänzungsbauten:

Pankow:
Klecks-Grundschule, Rudolf-Dörrier-Grundschule, Hufeland-Schule, Rosa-Luxemburg-Gymnasium

Spandau:
Siegerland-Grundschule

Treptow-Köpenick:
Schule am Berg

Marzahn-Hellersdorf:
Pusteblume-Grundschule, Grundschule am Bürgerpark

Lichtenberg:
Bürgermeister-Ziethen-Grundschule

Reinickendorf:
Kolumbus-Grundschule

2016 sind an folgenden Standorten modulare Ergänzungsbauten geplant:

Friedrichshain-Kreuzberg
Neue Grundschule Pufendorfstr. 12
Neue Grundschule Corinthstr. / Modersohnstr. 53
Zille-Grundschule

Pankow
Tesla-Schule / ISS
Hagenbeck-Schule
Kurt-Tucholsky-Schule / ISS

Spandau
Wolfgang Borchert-Schule
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Bernd-Ryke-Grundschule

Steglitz-Zehlendorf
33. Grundschule

Tempelhof-Schöneberg
Paul-Simmel-Grundschule

Treptow-Köpenick
Grünauer Schule

Marzahn-Hellersdorf
Neue Grundschule Schule an der Schule
Bruno-Bettelheim-Grundschule

Lichtenberg
Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule
Grundschule am Wilhelmsberg
Grundschule am Roederplatz

Inklusion – Auswahl der inklusiven Schwerpunktschulen

Die Berliner Schule schreitet auf ihrem Weg zur Gestaltung einer inklusiven Schule weiter voran. Im kommenden Schuljahr werden voraussichtlich rund 60 % der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Integration, also an Regelschulen, lernen. Von den ca. 20.095 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf lernten im vergangenen Schuljahr 11.827 in der Integration, das sind 58,8 %. Im Schuljahr 2013/14 waren es rd. 11.030 Kinder, 2012/13 10.333. Für den Umstellungsprozess zu einer inklusiven Schule finden im kommenden Jahr u.a. folgende Planungen statt:

a. Festlegung von Kriterien für die Auswahl von Inklusiven Schwerpunktschulen sowie deren Festlegung,
b. weiterer Aufbau der Schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren,
c. Unterstützungs- und Fortbildungsprogramm für Schulleiterinnen und Schulleiter (z. B. zu Themen wie Prozesssteuerung in der Unterrichts- und Schulentwicklung) sowie
d. die Finanzierung von Fortbildungen an den Schulen in Höhe von 450.000 Euro.

Im Rahmen des Projekts Inklusion arbeiten derzeit folgende Facharbeitsgruppen:
• Schülerinnen und Schüler mit besonderen Auffälligkeiten in der emotionalen und sozialen Entwicklung
• Schulhilfe/Schulassistenz

Im Rahmen des Projekts Inklusion sind folgende weitere Facharbeitsgruppen geplant:
• Integration/Inklusion an Beruflichen Schulen
• Ganztägige Bildung und Erziehung in der inklusiven Schule
• Übergänge: Gestaltung für die Schülerinnen und Schüler und Sicherung der vorhandenen Informationen
• Aufgaben im Rahmen der Koordination der inklusiven Schulentwicklung

Mehr Praxis für die Berufs- und Studienorientierung

Das Landeskonzept für Berufs- und Studienorientierung hat dafür den Grundstein gelegt, dass die Berliner Gymnasien in diesem Schuljahr für die Sekundarstufe I ein schulisches Berufsorientierungscurriculum entwickeln. Sie können bereits in diesem Schuljahr damit beginnen, ab der Jahrgangsstufe 8 für jeden Schüler und jede Schülerin mindestens eine Maßnahme zur Berufs- und Studienorientierung anzubieten. Ab dem Schuljahr 2016/17 ist die Umsetzung eines Angebots ab der Jahrgangsstufe 8 für alle Gymnasien verbindlich. Den Gymnasien wird somit die notwendige Zeit gelassen, sich auf diesen Prozess einzulassen und ihn gut vorzubereiten. Dafür erhalten die Gymnasien in diesem Schuljahr je Schule 1 Stunde zusätzlich. Dieses zusätzliche Kontingent wächst auf insgesamt 6 Stunden je Schule hoch.
Die Integrierten Sekundarschulen bieten bereits seit dem Schuljahr 2010/11 ab der Jahrgangsstufe 7 im Rahmen des Dualen Lernens mindestens eine Maßnahme zur Berufs- und Studienorientierung an. Im Zuge der Einrichtung der Jugendberufsagentur werden zusätzlich ab diesem Schuljahr in den Integrierten Sekundarschulen Berufsorientierungsteams arbeiten. Dafür erhalten die Integrierten Sekundarschulen in diesem Schuljahr je Schule 2 Stunden zusätzlich, dieses zusätzliche Kontingent wächst auf insgesamt 6 Stunden je Schule hoch.

Start der Jugendberufsagentur – ein Modell für transparente Beratungswege
Mitte Oktober werden in Berlin die ersten vier Jugendberufsagenturen in Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Tempelhof-Schöneberg ihre Türen öffnen. Sie sollen als regionale Anlaufstellen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren den Schritt von der Schule in den Beruf erleichtern und klare Orientierung bieten. Die Jugendberufsagentur Berlin ist eine von den Agenturen für Arbeit, Jobcentern, Bezirken und Schule gemeinsam betriebene Anlauf- und Beratungsstelle, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg gemeinsam und umfassend beraten, unterstützen und bei Bedarf eng begleiten („Beratung und Hilfestellung aus einer Hand“).

Verstärkter Praxisanteil als besonderes Schulangebot an Sekundarschulen

Schülerinnen und Schüler der Integrierten Sekundarschule, für die voraussichtlich kein Schulabschluss erreichbar erscheint, können in den Jahrgangsstufen 9 und 10 an besonderen Organisationsformen des Dualen Lernens (Praxislernen) teilnehmen. Hier findet ein Teil des Lernens mit verstärktem Praxisanteil an bis zu drei Tagen an geeigneten außerschulischen oder schulischen Lernorten statt. Dazu gehören die Praxislerngruppen und das Produktive Lernen.

Für das Schuljahr 2015/16 ist die Einrichtung von Praxislerngruppen an 47 Schulstandorten geplant. Insgesamt nehmen 950 Schülerinnen und Schüler an der Maßnahme teil, davon 510 aus der Jahrgansstufe 9. 440 Schülerinnen und Schüler setzen ihre Teilnahme in der Praxislerngruppe in der Jahrgangsstufe 10 fort. Das Produktive Lernen wird an 24 Integrierten Sekundarschulen angeboten. Diese Angebote sind zum Erfolgsmodell geworden und genießen eine hohe Akzeptanz bei den beteiligten Akteuren. Im Schuljahr 2014/15 haben insgesamt 970 Schülerinnen und Schüler aus 45 Integrierten Sekundarschulen Praxislerngruppen besucht, davon 514 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 und 456 aus der Jahrgangsstufe 10.

Neues Studium mit mehr Praxisanteilen – moderne Lehrkräftebildung

Zum Wintersemester 2015/16, also im Oktober 2015, starten an den Berliner Universitäten die neuen Lehramtsstudiengänge zur Vorbereitung auf die (nur noch) drei Lehrämter (Lehramt an Grundschulen, Lehramt an ISS und Gymnasien, Lehramt an beruflichen Schulen). Für das Lehramt an Grundschulen beginnt dann erstmalig ein viersemestriger Masterstudiengang, so dass nun alle zukünftigen Lehrkräfte eine gleich lange Ausbildung durchlaufen. Damit ist eine zentrale Forderung der Koalitionsvereinbarung und der KMK erfüllt worden.

Mit dem Beginn des Wintersemesters 2015/2016 erfährt die 2012 begonnene Lehrkräftebildungsreform einen vorläufigen Abschluss. Alle in der Koalitionsvereinbarung formulierten Ziele und Aufgaben wurden realisiert: Die Ausbildung ist nun gleich lang, der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate, statt einer School of Education entstehen vier Lehrerbildungszentren, was eine eindeutige Aufwertung der Lehrkräftebildung an den Universitäten bedeutet, und die Durchlässigkeit der Studiengänge ist erhöht worden.

Im Zuge der Erhöhung der Praxisanteile in den Lehramtsstudiengängen wird das Praxissemester, das erstmalig im Studienjahr 2016/17 durchgeführt wird, intensiv mit den Schulen vorbereitet.

Verbindliche Schulleiterqualifizierung

Seit dem 1. August 2015 gilt die verbindliche Qualifizierung von Lehrkräften, die sich für das Amt des Schulleiters bzw. der Schulleiterin bewerben. Dafür gab es in den vergangenen zwei Jahren eine Fortbildungsoffensive für schulische Führungskräfte. Über 300 Berliner Lehrkräfte haben die verbindliche Qualifizierung durchlaufen. Themenfelder dieser Qualifizierung sind die Auseinandersetzung mit und die Entwicklung von Führungskonzepten ebenso wie der sehr wichtige Bereich der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Ziele und Strategien von Qualitätsmanagement, aber auch die Ressourcenverantwortung, Verwaltungsabläufe und Fragen des Schul- und Dienstrechts werden erörtert und vertieft. Die Qualifizierungsmaßnahme umfasst insgesamt 120 Fortbildungsstunden, in denen auch der Austausch mit erfahrenen Schulleiterinnen und Schulleitern auf dem Programm steht. Einzelcoaching und Praktika ergänzen das Konzept.

Verwaltungsunterstützung für Schulleitungen

Der Übergang der Schulsekretärinnen und Schulsekretäre der allgemeinbildenden Schulen in die Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft wurde erfolgreich abgeschlossen.
Durch die Zuordnung dieses wichtigen Verwaltungspersonals in die Stellenwirtschaft der Berliner Schule konnten schon im vorangehenden Schuljahr alle offenen Stellen schnellstmöglich durch Außeneinstellungen besetzt werden.

Die Bewertung dieser Stellen wurde angehoben und einheitliche und transparente Ausstattungskriterien vereinbart und umgesetzt. Zusätzlich wurden für die 32 Schulen mit der höchsten Schülerzahl im vorangehenden Schuljahr Stellen für sog. Verwaltungsleitungen an allgemeinbildenden Schulen eingerichtet.

Unterstützungsangebote im Gesundheitsmanagement für Lehrkräfte

Im Rahmen des Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagements wird den Beschäftigten an Berliner Schulen auch im Schuljahr 2015/16 gezielt Unterstützung angeboten. Das Gesundheitsmanagement folgt dem Grundsatz, Ressourcen zu fördern und Belastungen weiter einzuschränken.
In Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Berlin und der Verwaltungsakademie werden den Beschäftigten passgenaue Fortbildungen angeboten, u.U. auch in Inhouse-Seminaren. Großer Nachfrage erfreuen sich die Gesundheitstage in verschiedenen Regionen, die von den dort tätigen Gesundheitskoordinatoren und -koordinatorinnen organisiert werden und von denen Impulse für weitere Maßnahmen ausgehen. Auch im kommenden Schuljahr ist sichergestellt, dass jede Region eine/-n Ansprechpartner/-in für Gesundheits- und Arbeitsschutz hat. Diese koordinieren u.a. auch andere Fragen des Arbeitsschutzes (beispielsweise Gehörschutz und die Ausbildung der Brandschutzbeauftragten und -obleute).

Die Zahl der langzeiterkrankten Lehrkräfte wurde im vergangenen Schuljahr um über 6 % abgebaut. Aktuell sind 915 Lehrkräfte langzeiterkrankt, im Vorjahr waren es 971 Lehrkräfte. Damit wurden in dieser Legislatur die Zahl der langzeiterkrankten Lehrkräfte um rund 41 % verringert: Stichtag ist jeweils der 30.06.

2011: 1.553
2012: 1.448
2013: 1.096
2014: 971
2015: 915

Schulen bekommen ein flexibles Schulbudget

Ab 2016 erhalten die Schulen das Angebot, flexible Mittel in einem Gesamtvolumen von 10 Mio. € p.a. in Anspruch zu nehmen. In Abhängigkeit ihrer Schulgröße erhalten sie bis zu max. 20.000 € pro Jahr. Diese Mittel stehen für Schönheits- und Kleinreparaturen, Honorare für Fortbildungen und optional in Form von Ermäßigungsstunden zum Einstieg in den Aufbau einer Beratungs- und Koordinierungsstelle für die inklusive Schulentwicklung zur Verfügung. Von den Mitteln profitieren alle öffentlichen Schulen (inkl. berufliche Schulen).

Ausweitung des Bonus-Programms

An den Schulen sind die Ausgangsbedingungen für das Lehren und Lernen unterschiedlich. Für Schulen mit einer hohen sozialen Belastung ist es eine besondere Herausforderung, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zu bestmöglichen Schulabschlüssen zu führen.

Das Bonus-Programm unterstützt diese Schulen mit zusätzlichen Mitteln, um beispielsweise Schulsozialarbeit oder eine intensivere Elternarbeit zu ermöglichen. Das Programm wird nun um 27 Schulen ausgeweitet, sodass zum Schuljahresbeginn 245 öffentliche allgemeinbildende Schulen teilnehmen. In diesem Kalenderjahr haben die Schulen insgesamt 15 Mio. € für lernverbessernde Maßnahmen zur Verfügung.

2015 sind bisher 28 % der Projekte der Schulen der Schulsozialarbeit gewidmet, 32 % waren Projekte, die direkt der individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern zugutekamen, 10 % dienten der schulinternen Fortbildung zur Entwicklung eines praxisbezogenen, modernen Unterrichts. 30 % der Projekte drehten sich um zusätzliche Angebote im musischen, künstlerischen und sportlichen Bereich.

Erstmals werden im Herbst die Ergebnisse der im vergangenen Jahr mit der Schulaufsicht abgeschlossenen Zielvereinbarungen ausgewertet. Von der Zielerreichung wird im nächsten Jahr die Höhe des Leistungsbonus der Schulen abhängen.

Ausweitung der Ganztagsgymnasien

Seit dem Schuljahr 2010 sind in Berlin alle Grund- und Sonderschulen sowie alle Integrierte Sekundarschulen Ganztagschulen. Für das Schuljahr 2015/16 erhalten 7 weitere Gymnasien die Genehmigung Bildung als Ganztagschule anzubieten: Gymnasium Tiergarten, Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium, Dathe-Gymnasium, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Goethe-Gymnasium, Hans-Carossa-Gymnasium und Humboldt-Gymnasium. Damit ist der Ausbau auf 25 Ganztagsgymnasien gelungen. Alle Anträge von Gymnasien konnten genehmigt werden.

Gymnasiale Oberstufe

In den Fremdsprachen Englisch und Französisch müssen die KMK-Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife bis zum Abitur 2017 in allen Ländern umgesetzt werden. Für Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2015/16 in die Qualifikationsphase eintreten, muss die Überprüfung der Kompetenzbereiche Sprechen bzw. Hör-/Hörsehverstehen mit dem Gewicht einer Klausur im zweiten oder dritten Kurshalbjahr der Qualifikationsphase obligatorisch erfolgen, da diese Kompetenzbereiche nicht Teil der Abiturprüfung sein werden.

Begabungs- und Begabtenförderung

Im kommenden Schuljahr bietet Berlin Angebote in der Begabungs- und Begabtenförderung an: In den 84 berlinweiten regionalen Begabtengruppen am Nachmittag im Grundschulbereich, an ISS und Gymnasien besteht die Möglichkeit, sich schon ab der dritten Klasse mit kniffligen Fragen und neuen Themengebieten zu beschäftigen.

Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 bis 6 findet wieder in der letzten Ferienwoche ein Sommercamp, für die Klassenstufen 7 bis 10 gleich zu Beginn der Sommerferien die JuniorAkademie auf der Insel Scharfenberg statt. Drei Berliner Gymnasien bieten am Ende der Ferien ebenfalls Kurse für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler an.

Darüber hinaus verstärkt Berlin in Kooperation mit der Karg-Stiftung die Qualifizierung der Lehrkräfte im Bereich der Begabungs- und Begabtenförderung. In Fortbildungsveranstaltungen werden sie darin geschult, besonders begabte Schülerinnen und Schüler noch besser und schneller zu erkennen und auf Ihrem Lernweg ihren Fähigkeiten entsprechend zu unterstützen.

Ausweitung des Unterrichtsangebots Arabisch für Muttersprachler/innen

Im kommenden Schuljahr wird das Arabisch-Angebot auf zwei weitere Grundschulen ausgeweitet. Damit können Schülerinnen und Schüler an insgesamt vier Berliner Grundschulen in Lerngruppen am Arabischunterricht teilnehmen (bisherige Planung): Wedding-Grundschule in Mitte (3 Lerngruppen), Grundschule am Fliederbusch in Neukölln (2 Lerngruppen) sowie neu in diesem Schuljahr die Erika-Mann-Grundschule in Mitte (2 Lerngruppen) und die Carl-Bolle-Grundschule in Mitte (2 Lerngruppen).

Weitere Gemeinschaftsschulen in Berlin

Mit Beginn des neuen Schuljahrs starten zwei neue Gemeinschaftsschulen, die Marcana-Schule in Marzahn-Hellersdorf und die Paul- und Charlotte-Kniese-Schule in Lichtenberg. Aktuell in der Erarbeitung befindet sich der qualitative und quantitative Abschlussbericht durch die Wissenschaftliche Begleitung für die Gemeinschaftsschule. Die Untersuchungen stützen sich auf die Befragungen von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, auf Fallstudien und auf Daten und Lernstandserhebungen. Die letzte Lernstandserhebung zur 10. Klassenstufe wird im Frühjahr 2016 ausgewertet.

Anhang Zahlen und Daten für das Schuljahr 2015/16

I. Schülerinnen und Schüler

Schulanfängerinnen und -anfänger
an den allgemein bildenden Schulen:
30.490 (2014/15: 30.408)

Schülerinnen und Schüler
an den allgemein bildenden Schulen:
332.230 (2014/15: 330.232)

Schülerinnen und Schüler
an den öffentlichen allgemein bildenden
Schulen: 298.230 (2014/15: 297.308)

Schülerinnen und Schüler
an den beruflichen Schulen:
90.000 (2014/15: 86.546)

Schülerinnen und Schüler
an den öffentlichen beruflichen Schulen
74.230 (2014/15: 71.683)

II. Personal

Bestand in aktiven Personen
(unterrichtendes Personal, inkl. Referendare):
30.940 (2014/15: 30.591)

Referendare (Plätze):
2.700 (2014/15: 2.450)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer
an den schulpraktischen
Seminaren (mit berufsbegleitendem
Vorbereitungsdienst):
3.458 (2014/15: 2.814)

Erzieherinnen und Erzieher:
5.105 (2014/15: 4.828)
(Beschäftigte des Landes Berlin – aktive Personen)

Beschäftigte Erzieherinnen und Erzieher
bei freien Trägern (Stellen):
2.272 (2014/15: 2.117)

Verwaltungsleitungen an allgemeinbildenden
Schulen (Beschäftigung mit 75% der
regelmäßigen Arbeitszeit)
32 (2014/15: 32)

Schulsekretärinnen und Schulsekretäre an
allgemeinbildenden Schulen
707 (2014/15: 707)

Schulen im Schuljahr 2015/2016 (Stand: 01. August 2015)

Öffentliche Schulen:
691
Grundschulen:
361
Integrierte Sekundarschulen:
124
davon Gemeinschaftsschulen:
23
Gymnasien:
90
Schulen mit sonderpädagogischem
Förderschwerpunkt:
58
Berufliche Schulen:
46
Zweiter Bildungsweg:
12

Schulen in freier Trägerschaft:
350
Grundschulen:
48
Integrierte Sekundarschulen:
18
davon Gemeinschaftsschulen:
13
Gymnasien:
10
Waldorfschulen:
10
Schulen mit sonderpädagogischem
Förderschwerpunkt:
8
komb. allgem. bildende Schulen:
14

Berufliche Schulen:
76
Ergänzungsschulen:
153

Ganztagsformen im Schuljahr 2015/16:

alle Grundschulen
35 ISS und 7 Gymnasien in gebundener Form
73 ISS und 2 Gymnasien in teilgebundener Form
16 ISS und 17 Gymnasien in offener Form