Senatorin Dilek Kolat zum Equal Pay Day 2012: „Der Stellenwert der Arbeit mit Menschen muss sich auch im Verdienst äußern“

Pressemitteilung vom 22.03.2012

Am 23. März 2012 wird der Equal Pay Day in Deutschland zum vierten Mal begangen. Anlass für diesen Aktionstag sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, die in Deutschland seit Jahren nahezu unverändert bei insgesamt 23 Prozent liegen. Die Bundesrepublik gehört damit zu den Schlusslichtern in der Europäischen Union, in der Frauen nach jüngsten Statistiken im Durchschnitt 17 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Das Datum des Aktionstags markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen.

Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat unterstützt die Aktionen zu diesem Tag: „Auch im Land Berlin ist die Einkommenssituation für Frauen deutlich schlechter als für Männer, Frauen haben durchschnittlich pro Stunde in 2010 15,3 Prozent weniger verdient als Männer. Besonders eklatant sind die Unterschiede in Führungspositionen, wo das Gehalt in der Regel frei verhandelt wird. Bei Sonderzahlungen beträgt der Unterschied zulasten der Frauen in Berlin zum Beispiel 40 Prozent. Das Entgeltgefälle auf dieser Ebene ist ein eindeutiges Indiz für die nach wie vor bestehende Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben. Für eine tatsächliche Gleichstellung Berlin hat mit der gut ausgebauten Kinderbetreuung den Rahmen geschaffen, dass Frauen nicht gezwungen werden, über mehrere Jahre ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen.“

Ein zentrales Thema des diesjährigen Equal Pay Day ist die Lohnfindung. Die Berufe im sozialen Bereich müssen neu bewertet werden. Der Handlungsbedarf in dem Bereich ist auch für Berlin groß, denn schon jetzt besteht in diesen Bereichen ein Fachkräftemangel. Senatorin Dilek Kolat : „Der wichtigen Arbeit im sozialen Bereich gebührt nicht nur mehr gesellschaftliche Anerkennung, die schon seit Jahren fällige Neubewertung dieser Berufe muss angegangen werden, der Stellenwert der Arbeit mit Menschen muss sich auch im Verdienst äußern.“

Auch die Unternehmen tragen, so die Arbeitssenatorin weiter, eine große Verantwortung, wenn sie die Potentiale ihrer weiblichen Beschäftigten nicht wertschätzten. „Inzwischen gibt es mehrere Möglichkeiten, sich zu Fragen der Entgeltgleichheit beraten zu lassen. Ganz zentral ist für mich in diesem Zusammenhang das kürzlich mit der IHK zu Berlin geschlossene Bündnis zur Förderung von Frauen in Führungspositionen.“