Newsletter 12/2025

Was tut sich in der Berliner Ernährungslandschaft?
Antworten darauf gibt unser monatlicher Newsletter. Von Ernährungsbildung über Regionalität und Ressourcenschonung bis hin zu Ernährungssicherheit und Lebensmittelwertschätzung.
Wir halten Sie über die wichtigsten Entwicklungen und spannenden Themen auf dem Laufenden.

Senatorin für Verbraucherschutz Dr. Felor Badenberg steht an einem Rednerpult, im Hintergrund ist auf einem Banner zu lesen " VSMK 2025 Berlin Herzlich Willkommen"

Verbraucherschutzsenatorin stärkt deutschen Großmärkten den Rücken

Mit einem Verbändegespräch im Rahmen der 21. Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) hat das Vorsitzland Berlin das Thema „Großmärkte zukunftsfest machen“ aufgeworfen.

Bei der Veranstaltung am Dienstag, den 11.11.2025 im Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg waren der Einladung von Berlins Verbraucherschutzsenatorin Dr. Felor Badenberg über 60 Gäste gefolgt, darunter Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt und Sachsen-Anhalts Verbraucherschutzministerin Franziska Weidinger.
Großmärkten komme eine „Schlüsselrolle“ bei der Erreichung ihrer ernährungspolitischen Ziele zu, sagte Senatorin Badenberg in ihrem Grußwort. Bei einem wissenschaftlichen Impulsvortrag wurde die Relevanz und die Bedeutung der deutschen Großmärkte für die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse weiter herausgearbeitet. „Großmärkte sind eine Säule der städtischen Ernährungspolitik, die bisher zu wenig berücksichtigt werden“, erklärte der vortragende Wissenschaftler Paul Kleebinder vom TMG Think Tank for Sustainability. Bei einer Podiumsdiskussion mit verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Großmärkte wurde anschließend die Debatte vertieft. Es wurde deutlich, dass Großmärkte vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie regionale Erzeugerbetriebe einen fairen Handelsplatz abseits der großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels bieten. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen sie auch in Krisenzeiten für eine schnelle und sichere Versorgung mit Lebensmitteln. In Zeiten der Inflation dämpfen Großmärkte durch ihre flexiblen Handelsmöglichkeiten darüber hinaus Preissteigerungen. Probleme haben sie insbesondere was die Infrastrukturanbindung und die baulichen Zustände angeht. Der Großmarkt in Köln beispielsweise soll zum Ende des Jahres geschlossen werden.

Berlin als Vorsitzland der VSMK hatte sich bereits im Mai mit einem Beschluss für Großmärkte eingesetzt. Diese sollen künftig auch noch besser zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen genutzt werden. Dazu soll der Bund eine wissenschaftliche Studie ausschreiben. Grundsätzlich unterstützen die Verbraucherschutzministerinnen und –minister und –senatorinnen der Länder das Ziel, die Ernährung in Deutschland für die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter nachhaltiger und resilienter zu gestalten und gegenüber Krisen abzusichern. Der Zugang zu gesunden und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln soll für alle Menschen gewährleistet werden.

Ein Tisch mit bunten Klebezetteln, eingroßer Zettel trägt die Aufschrift "3 Gemeinsames Kochen, Workshopthema vom LMP-Netzwerk"

Fachtag „Nachhaltiges und gesundes Kochen und Essen im Kiez“ in Steglitz-Zehlendorf mit Ernährungslotsen und LMP-Netzwerk

Am 14.10.2025 fand auf der Domäne Dahlem der bezirkliche Fachtag „Nachhaltiges und gesundes Kochen und Essen“ statt, federführend organisiert von der QPK Steglitz-Zehlendorf.

An der Konzeption und Durchführung wirkte auch das Team des Berliner LebensMittelPunkte-(LMP)-Netzwerks mit, das als Ernährungslotsen in der Thermometersiedlung seit drei Jahren intensiv im Bezirk aktiv ist. Eingeladen waren Akteurinnen und Akteure aus Orten des Gemeinwesens, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, kommunale Verantwortungsträger sowie Kooperationspartner.

Im Mittelpunkt standen der Austausch über gute Praxisbeispiele im Bezirk und die Frage, wie Angebote rund um gemeinsames Kochen und Essen vor dem Hintergrund wachsender Ernährungsarmut weiter ausgebaut werden können. An vier Thementischen diskutierte das Team des LebensMittelPunkte-Netzwerks mit den Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten zum Aufbau eigener Angebote sowie strategische Perspektiven für den Bezirk. Mit interessierten Einrichtungen wurden im Anschluss Termine für individuelle Beratung und Unterstützung durch das LMP-Team vereinbart.

Pausenhofgeflüster

Das Pausenhofgeflüster - wie geht es weiter?

Seit August 2022 brachte das Bildungsangebot „Pausenhofgeflüster“ von KATE e.V. Kindern und Jugendlichen spielerisch und forschend die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Ernährung näher.

An mehreren Stationen konnten unterschiedliche Aspekte dieser komplexen Thematik durch eigenes Handeln, Denken, Mitmachen und Erleben erforscht und erfahren werden. Die Themenhäppchen und neuen Impulse, die die Schülerinnen und Schüler erhielten luden ein, später im Unterricht weiter diskutiert und vertieft zu werden.

Das Bildungsangebot richtet sich an Grundschulkinder der 3.-6. Klasse und Jugendliche der Sekundarschule (Klasse 7-9).

Ein Highlight stellt das Smoothie-Bike – ein kettenangetriebener Smoothie-Maker dar, auf dem Kinder, Jugendliche (und Erwachsene) schließlich mit ihrer eigenen Beinkraft gesunde Getränke aus ökologischen, saisonalen-regionalen und wenig verpackten Zutaten herstellen und verkosten können.

Von August 2022 bis Dezember 2025 besuchte KATE e.V. mit diesem Bildungsangebot mehr als 44 schulische und außerschulische Lernorte. Damit konnten mehr als 6.000 Berliner Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 200 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren direkt erreicht werden. Darüber hinaus erfuhren mehr als 300.000 Menschen vom Pausenhofgeflüster und der Berliner Ernährungsstrategie durch die Präsenz des Teams auf Festen, während der Pausen auf den Schulhöfen, im Berliner Stadtverkehr und durch die Präsenz auf Social Media.

Ab Januar 2026 wird das Bildungsangebot vorerst nicht mehr gefördert. Stationen des Pausenhofgeflüsters können jedoch weiterhin ausgeliehen und Projekttage bei Eigenfinanzierung und nach Absprachen angefragt werden. Diese können wie gehabt an pausenhof@kateberlin.de gerichtet werden.

Kühlschrank mit der Aufschrift "Kiez Box", daneben ein Tisch mit Infomaterialien

Weitere Kiez-Boxen für Berlin

Weniger Lebensmittelverschwendung ist aktiver Ressourcen- und Klimaschutz. Im Rahmen des Runden Tisches gegen Lebensmittelverschwendung entstehen daher berlinweit sogenannte Kiez-Boxen zum Teilen von überschüssigen Lebensmitteln. Hiermit werden weitere Standorte für die nachbarschaftliche Lebensmittelrettung geschaffen.

Im September eröffneten wieder zwei neue Standorte eine Kiez-Box: die Bettina-von-Arnim-Bibliothek am S-Bahnhof Schönhauser Allee und der Spätkauf Trinkoo Store in der Weserstraße in Neukölln. Auch hier können seitdem Lebensmittel gerettet werden. Und noch weitere Kiez-Boxen stehen in den Startlöchern. Das Familienzentrum Zukunftshaus Wedding, das Stadtteilzentrum Rollberge in Waidmannslust und der Nachbarschaftstreff Ringslebenstraße in der Gropiusstadt eröffnen demnächst eine Kiez-Box.

Mehr Informationen zu allen Standorten gibt es auf der Website der Verbraucherzentrale Berlin.
Website der Verbraucherzentrale Berlin

Eine Hand hält einen Teller mit zubereitetem Gemüse und Blumen, Aufschrift über dem Bild: "Ernährungslotsen - ein praktisches Werkzeug für Ihre Arbeit im Bezirk"

Ernährungslotsen für alle? Arbeitsfrühstück am 21.11. im Nachbarschaftshaus Urbanstraße

Wie lässt sich Ernährung als nachhaltiges Werkzeug in den vielfältigen Arbeitsfeldern der Verwaltung verankern, sei es in der Bezirksarbeit, in der Schul- und Bildungsarbeit oder in der Entwicklung von gesunden Lebenswelten?

Dieser Frage widmete sich ein gemeinsames Arbeitsfrühstück des Teams der Berliner Ernährungsstrategie, das in Kooperation mit dem Team des Berliner LebensMittelPunkte-Netzwerks am 21. November 2025 im Nachbarschaftshaus Urbanstraße organisiert wurde..

Ramona Holzer von Restlos Glücklich e.V. gab einen Einblick in die wachsende Rolle der Ernährungslotsen, die als unterstützende und strukturelle Maßnahme wirken können. Praxisbeispiele aus ihrer Arbeit sowie von den Trägern Sarah Wiener Stiftung und Berliner LebensMittelPunkte-Netzwerk verdeutlichten eindrücklich das Potenzial dieses Ansatzes. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter aus den Bezirksverwaltungen sowie aus der Senatsverwaltung, die im anschließenden Austausch gemeinsam Ideen entwickelten, wie Ernährungslotsen in ihrer Arbeit – sei es auf bezirklicher Ebene oder in spezifischen Ressorts – konkret genutzt werden können. Auch erste Kooperationsvorhaben sowie individuelle Folgetermine wurden vereinbart.

Das Arbeitsfrühstück knüpfte an eine Serie überbezirklicher Austauschrunden an, die das Berliner LebensMittelPunkte-Netzwerk in den vergangenen zwei Jahren organisiert hat. Die Reihe soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden und weiterhin eine Plattform für informellen Austausch, Vernetzung und Kooperation bieten.

Zweiteiliges Bild - links: Frau beugt sich über einen Tisch und zeigt auf ein Papier; rechts ein Mädchen und zwei Frauen sitzen am Tisch und malen

Sarah Wiener Stiftung setzt Ernährungsangebote zur Lebensmittelwertschätzung erfolgreich in Familienzentren um

Unter dem Motto „Familienmission Lebensmittel – gemeinsam auf der Suche nach leckeren Resten“ führte die Sarah Wiener Stiftung zwei Infoveranstaltungen in Familienzentren durch.

Ernährungslotsin Sabine Lesch-Kaiser begleitete die Aktionen. Ziel war es, Familien dafür zu sensibilisieren, Lebensmittel bewusster zu nutzen und Reste kreativ zu verwerten.

Zum Einstieg erkundeten die Teilnehmenden bei einer Sinnesübung Brot und lernten, wie sie ungenießbare Lebensmittel mit den eigenen Sinnen erkennen können. Anschließend startete eine Familienchallenge mit interaktiven Stationen: von praktischen Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln bis zu kreativen Aufgaben wie dem Basteln von Saisonkalendern oder dem Gestalten eigener Rezepte.

In den vergangenen Monaten fanden in Familienzentren in Marzahn-Hellersdorf und Neu-Hohenschönhausen zahlreiche Kochaktionen statt, die die Stiftung begleitete. Darüber hinaus erhielten die Einrichtungen ein Materialpaket zur Ernährungsbildung mit Kinder-, Sach- und Kochbüchern rund um Lebensmittelwertschätzung und Nachhaltigkeit. Die Materialien unterstützen die Mitarbeitenden dabei, Familien alltagsnah und praxisorientiert zu erreichen.

Die Aktionen wurden von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen unterstützt.

Weitere Informationen zu aktuellen Themen und Programmen der Stiftung gibt es online.
Website der Sarah Wiener Stiftung

Termine

04.12.2025; 17:00 – 22:00 Uhr

KATE e.V. bei der Winterfeier der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Am Donnerstag den 04.12.2025 findet in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin am Standort Kreuzberg eine Winterfeier mit verschiedenen Angeboten statt. KATE e.V. ist dabei und lädt Groß und Klein ein sie zu besuchen und gemeinsam auf dem Smoothie-Bike, ganz ohne Strom, einen leckeren Smoothie aus regionalen und saisonalen Zutaten herzustellen.

Weitere Infos gibt es online.
Website der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Ort: Blücherplatz 1, 10961 Berlin

08.12.2025 + 28.01.2026; 09:00 - 14:00 Uhr

Gemeinsam Gemüse fermentieren oder die Logistik einer Markthalle entdecken?

Im Winter bietet „Wissen was schmeckt!“ zwei kostenlose Exkursionen für Schülerfirmen an. An beiden Orten können die Teilnehmenden hinter die Kulissen eines Betriebs blicken und die dazugehörigen Berufsbilder entdecken.

Das Erlebnis steht im Vordergrund – auf die Schülerinnen und Schüler warten spannende interaktive Wissenseinheiten und eine gemeinsame Aktion, die zum Ort passt, beispielsweise gemeinsames Kochen oder Gemüse fermentieren.

  • 08.12.2025: Exkursion mit Fokus bio-regionaler Handel in einer Markthalle
  • 28.01.2026: Exkursion zu einer Bio-Manufaktur für Sojasoßen und Fermente

Die kostenlosen Workshops finden jeweils von 9:00 bis ca. 14:00 Uhr inklusive einer Pause statt. Nach Rücksprache sind zeitliche Anpassungen möglich.

Eine Anmeldung ist nötig, melden Sie Ihre Schülerfirma gerne bei workshop@wissen-was-schmeckt.berlin oder telefonisch unter 0155 60909714 bei Laura Goforth an. Kein passender Termin? Melden Sie sich trotzdem gerne, für Ihre Schülerfirma kann sicher eine Alternative gefunden werden.

Ort:
08.12.2025: Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin
28.01.2026: Oudenarderstraße 16, 13347 Berlin