Mit einem Verbändegespräch im Rahmen der 21. Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) hat das Vorsitzland Berlin das Thema „Großmärkte zukunftsfest machen“ aufgeworfen.
Bei der Veranstaltung am Dienstag, den 11.11.2025 im Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg waren der Einladung von Berlins Verbraucherschutzsenatorin Dr. Felor Badenberg über 60 Gäste gefolgt, darunter Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt und Sachsen-Anhalts Verbraucherschutzministerin Franziska Weidinger.
Großmärkten komme eine „Schlüsselrolle“ bei der Erreichung ihrer ernährungspolitischen Ziele zu, sagte Senatorin Badenberg in ihrem Grußwort. Bei einem wissenschaftlichen Impulsvortrag wurde die Relevanz und die Bedeutung der deutschen Großmärkte für die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse weiter herausgearbeitet. „Großmärkte sind eine Säule der städtischen Ernährungspolitik, die bisher zu wenig berücksichtigt werden“, erklärte der vortragende Wissenschaftler Paul Kleebinder vom TMG Think Tank for Sustainability. Bei einer Podiumsdiskussion mit verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Großmärkte wurde anschließend die Debatte vertieft. Es wurde deutlich, dass Großmärkte vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie regionale Erzeugerbetriebe einen fairen Handelsplatz abseits der großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels bieten. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen sie auch in Krisenzeiten für eine schnelle und sichere Versorgung mit
Lebensmitteln. In Zeiten der Inflation dämpfen Großmärkte durch ihre flexiblen Handelsmöglichkeiten darüber hinaus Preissteigerungen. Probleme haben sie insbesondere was die Infrastrukturanbindung und die baulichen Zustände angeht. Der Großmarkt in Köln beispielsweise soll zum Ende des Jahres geschlossen werden.
Berlin als Vorsitzland der VSMK hatte sich bereits im Mai mit einem Beschluss für Großmärkte eingesetzt. Diese sollen künftig auch noch besser zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen genutzt werden. Dazu soll der Bund eine wissenschaftliche Studie ausschreiben. Grundsätzlich unterstützen die Verbraucherschutzministerinnen und –minister und –senatorinnen der Länder das Ziel, die Ernährung in Deutschland für die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter nachhaltiger und resilienter zu gestalten und gegenüber Krisen abzusichern. Der Zugang zu gesunden und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln soll für alle Menschen gewährleistet werden.