Alle schauen auf den neuen Flughafen BER- währenddessen stellten die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld ohne großes Tamtam einen Passagierrekord auf: 25 Millionen Passagiere wurden in Tegel und Schönefeld im Jahr 2012 abgefertigt. Laut der Flughafengesellschaft hat Berlin damit in den vergangenen acht Jahren seine Flugpassagierzahl verdoppelt.
Die Flughäfen der Hauptstadt gehörten damit erstmals zur sogenannten Group 1 Airports der weltweiten Großflughäfen des Industrieverbandes ACI (Airports Council International). Eine 24-jährige Norwegerin, die in Dresden studiert, erhielt als 25-millionster Fluggast am Freitag, den 28. Dezember 2012 einen Freiflug.
2011 zählte man in Berlin noch 24.033.456 Fluggäste. Bis 25 Millionen im Jahr 2012 ist das eine Steigerung von rund vier Prozent. Bei den Steigerungsraten läge die Hauptstadt damit an der Spitze der deutschen Flughäfen. Der größte deutsche Flughafen ist Frankfurt/Main mit mehr als 56 Millionen Passagieren im Jahr 2011. An zweiter Stelle liegt München.
Interessant sind die Berliner Wachstumsraten besonders mit Blick auf den neuen Großflughafen Willy Brandt, der nach zahlreichen Problemen beim Bau nun Ende Oktober 2013 in Betrieb gehen soll. Ausgelegt ist er ursprünglich für jährlich 27 Millionen Passagiere. Weil Berlin als Touristenziel boomt sowie Studenten und Immobilieninvestoren aus dem europäischen Ausland und von Übersee anzieht, könnte die Zahl schon 2014 erreicht und in den folgenden Jahren schnell deutlich überschritten werden.
Allerdings verweist die Flughafengesellschaft regelmäßig darauf, dass schon Ausbaustufen bis 45 Millionen Passagiere genehmigt seien. «Der neue Flughafen kann sukzessiv erweitert werden», so ein Sprecher. Platz für eine dritte Start- und Landebahn gibt es auch, obwohl der Flughafen Diskussionen darüber vorerst lieber meidet, weil die Brandenburger Anwohner mit Klagen drohen.
Überzeugender ist die Geschichte des wichtigsten Berliner Flughafens Tegel, der seit Jahren überfüllt ist. Jährlich starten und landen hier mehr als 17 Millionen Passagiere. Dabei war Tegel für eine ganz andere Dimension geplant. Ausgelegt war er in den 1970er Jahren nur für rund acht Millionen Passagiere. So gerechnet wäre am neuen Flughafen BER noch viel Platz.

