Existenzsichernde Beschäftigung

Ohne finanzielle Unabhängigkeit keine Selbstbestimmung, und die ist ohne eigene Erwerbstätigkeit kaum zu haben. In Berlin arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen, oft jedoch in Teilzeit oder Minijobs. Ein ausreichendes Einkommen, Aufstiegschancen oder eine angemessene Rente sind damit ausgeschlossen. Die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen ist ein wesentlicher Grund für die großen Unterschiede zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt. Gleiche Chancen auf gute Arbeit gibt es also erst, wenn die Sorgearbeit in der Familie gleichberechtigt geteilt wird. Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, dürfen nicht länger schlecht bezahlt werden.

Themen und Zielsetzungen im Handlungsfeld Existenzsichernde Beschäftigung:

Wirtschaftspolitik

  • Handlungsfeld

    Zielsetzung

  • Chancengleichheit von Frauen in Unternehmen der privaten Wirtschaft

    • Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen in privaten Unternehmen
    • Erhöhung des Anteils von Unternehmen, die Mädchen in technischen Berufsausbildungen ausbilden
    • Erhöhung des Anteils von Frauen in der betrieblichen Weiterbildung
    • Sicherung und Unterstützung der Rückkehr von Eltern aus der Elternzeit seitens der Unternehmen
    • Erhöhung des Anteils von Vätern, die in privaten Unternehmen Elternzeit in Anspruch nehmen
    • Verbreiterung der betrieblichen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
    • Verbreitung und Etablierung des Konzepts Diversity Management in den Berliner KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)
    • Sicherung von (kleinen) frauengeführten Unternehmen
  • Existenzgründungen/
    Unternehmerinnen

    • Erhöhung des Anteils von Frauen an den Existenzgründungen (insbesondere auch in den Kompetenzfeldern Berlins)
    • Erhöhung des Anteils der Existenzgründung von Migrantinnen
    • Erhöhung des Anteils von Frauen in der Unternehmensnachfolge
    • Verbesserung des Beratungs- und Coachingangebots
    • Unterstützung der Bildung von Netzwerken
    • Verbesserung des Zugangs zu günstigem und flexibel nutzbaren Büroraum
  • Prekäre Beschäftigungs-
    verhältnisse

    • Kontrolle der Einhaltung und Analyse der Wirkung der neuen Bestimmungen zur Auftragsvergabe des Öffentlichen Dienstes
    • Abbau des Entgeltgefälles zwischen Frauen und Männern insbesondere durch Einführen eines gesetzliches Mindestlohn
    • Sicherung von Mindeststandards bezüglich Entlohnung und Arbeitsbedingungen
    • Aufwertung traditioneller Beschäftigungsfelder von Frauen

Arbeitsmarktpolitik

  • Handlungsfeld

    Zielsetzung

  • Qualifizierung

    • Erhöhung des Qualifikationsniveau von Frauen sowie von arbeitsmarktlichen Angeboten für formal gering qualifizierte Frauen
    • Erhöhung des Anteils von Qualifizierung insbesondere im Bereich der neuen Technologien, der IuK-Technik und des Managements
    • Bildungsmodule als Ergänzung der von den Jobcentern förderbaren Basisqualifizierung für Teilnehmende an Arbeitsgelegenheiten nach § 16 (3) SGB II, die auch für Nichtleistungsempfangende zugänglich sind sowie Bildungsmaßnahmen außerhalb von Beschäftigung (Integrationsmaßnahmen)
    • Professionalisierungsstrategien/ Qualitätssteigerung im Dienstleistungsbereich
  • Beschäftigung

    • Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen insbesondere durch Förderung der Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen
    • Reduzierung nicht existenzsichernder Beschäftigungsverhältnisse insbesondere im Rahmen der Vergabe öffentlicher Aufträge
    • Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Angeboten des öffentlich geförderten Beschäftigungssektors
    • Verbesserung der Beschäftigungssituation von Frauen im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen
    • Durchsetzung des Antidiskriminierungsgesetzes durch Aufklärung und Information für Betroffene

Gleichstellung von Frauen im öffentlichen Dienst/Landesgleichstellungsgesetz

  • Handlungsfeld

    Zielsetzung

  • Öffentlicher Dienst

    • Integration von Gleichstellungsförderung in Personal- und Organisationsentwicklungskonzepten und in Anforderungsprofilen für Führungskräfte
    • Ressortbezogene Entwicklung von Kriterien zur Gleichstellung durch Führungskräfte, Personalentwicklerinnen und Personalentwickler sowie Personalvertretungen
    • Anwendung geeigneter Instrumente und Maßnahmen (z.B. Auditierungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie)
    • Verbesserung der Vereinbarkeit von Führungspositionen mit Familienaufgaben
    • Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen und in Gremien
    • Erhöhung des Anteils von Vätern, die Elternzeit und Teilzeitarbeit in Anspruch nehmen

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • Handlungsfeld

    Zielsetzung

  • Vereinbarkeit Beruf und Familie/ Kindererziehung

    • Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit der Kindertagesbetreuung und der Ganztagsschulen
    • Flexibilisierung der Öffnungszeiten in stärkerer Anpassung an berufliche Erfordernisse
    • Kitagutscheine für Kinder im Alter von unter drei Jahren, deren Eltern weder erwerbstätig noch in Ausbildung sind
    • Erweiterung des Angebots an schulnahen und wohnortnahen Jugendfreizeitangeboten für 11 – 14 Jährige
  • Vereinbarkeit Beruf und Familie/ Pflege

    • Verbesserung der Angebote und der Information zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
    • Information, Sensibilisierung und Qualifizierung von Männern im Bereich von häuslichen Betreuungs- und Pflegeaufgaben