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Kampf gegen illegale Autorennen: Polizei wenig erfolgreich

Berlins CDU-Innensenator Henkel hatte nach einem Autorennen mit tödlichem Ausgang ein härteres Vorgehen gefordert. Die Polizei steht dabei jedoch vor großen Problemen, wie sie selber zugibt.
Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD)
Kolat (SPD) möchte Wohnsitzauflagen für Geflüchtete prüfen. Foto: R. Jensen/Archiv © dpa

Berlin (dpa/bb) - Trotz vieler Kontrollen gegen illegale Autorennen kann die Berliner Polizei die gefährliche Raserei kaum eindämmen und nicht verhindern. Zwar stoppte sie besonders in den vier Wochen nach dem tödlichen Autorennen am Kadewe zahlreiche Autofahrer oder zog sie aus dem Verkehr. In einer allgemeinen Stellungnahme zu einer Anfrage der Grünen räumte die Polizei jedoch ein: «Sowohl die üblicherweise konspirativ sehr kurzfristig veranstalteten Rennen als auch die spontan im zufälligen Begegnungsverkehr verabredeten «adhoc»-Rennen können überwiegend nur im Ausnahmefall registriert und beweiskräftig dokumentiert werden.»

Am 1. Februar starb bei einem illegalen Autorennen nahe dem Kudamm ein unbeteiligter Autofahrer. Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer wurde am Dienstag Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr insgesamt 41 entsprechende Delikte von Teilnehmern verbotener Rennen festgestellt und angezeigt. Die Polizeiwachen in Gebieten, wo es häufiger Rennen gebe, seien besonders aufmerksam und arbeiteten bei Streifenfahrten auch mit Videokameras und «Nachfahrmesstechnik». Außerdem gebe es Geschwindigkeitskontrollen mit Radar- und Lasertechnik auf bekannten Strecken.

Trotzdem stünden «kaum einsatztaktisch geeignete Maßnahmenalternativen zur Verfügung, um illegale Autorennen im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung erfolgreich und gezielt zu verhindern oder zu verfolgen», räumt die Polizei in der nachgereichten Antwort auf die Frage im Innenausschuss vor rund zwei Wochen ein.

Forderungen nach neuen Blitzgeräten gegen diese Form der Raserei lehnte die Polizei aber ab. «Potenzielle Raser würden die bekannten Standorte bei ihrer Streckenwahl berücksichtigen und auf andere ausweichen.»

Auf dem Kurfürstendamm registrierte die Polizei in den vergangenen beiden Jahren jeweils zehn verbotene Autorennen. Die Teilnahme wird mit mindestens 400 Euro Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot bestraft.

Auch im Kampf gegen die lautstarke Angeberei mit hochgerüsteten und getunten Sportwagen ist die Polizei fast machtlos. Diese sogenannten Profilierungsfahrten, bei denen mit aufheulenden Motoren und lauter Musik über belebte Straßen mit vielen Passanten gefahren wird, ließen sich «kaum erfolgreich verhindern», hieß es in der Stellungnahme.

Die Polizei habe im vergangenen Sommer aber mehr als 20 teure Sportwagen beschlagnahmt. Die meisten Autos waren verbotenerweise umgebaut und getunt worden.

Der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux forderte härteres Durchgreifen der Polizei. «Illegale Autorennen sind lebensgefährlich. Die Polizei muss hier deutlich stärker tätig werden als bisher.» Die lauten «Profilierungsfahrten» müssten härter bestraft werden. «Verwarnungsgelder zwischen 10 und 20 Euro reichen nicht aus», betonte Lux. Die Polizei sollte im Internet nach Verabredungen zu Autorennen suchen und verstärkt die Bevölkerung um Mithilfe bitten.

Seit dem tödlichen Unfall wurden immer wieder gefährliche Rennen bekannt. Zuletzt wurden zwei unbeteiligte Menschen in einem Taxi in der Nacht zu Dienstag in Berlin-Moabit verletzt. Zwei Autofahrer hatten ein Rennen auf der Stromstraße gefahren. Einer von ihnen rammte das Taxi. Dessen Fahrer und ein Fahrgast wurden verletzt.

In der Nacht zu Freitag hatten Polizisten mehrere Autos gestoppt, die sich in Wedding ein Rennen lieferten. Am Donnerstagabend hatte die Polizei bei einer Schwerpunktaktion in Charlottenburg zahlreiche Autofahrer kontrolliert und fünf Autos und ein Motorrad beschlagnahmt.

Quelle: dpa
Aktualisierung: Mittwoch, 2. März 2016 10:20 Uhr

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