So wird gemessen

Grüner Farbverlauf mit organischen Schichten rechts, Text "Messungen" links in Weiß.

So wird der Berliner Untergrund erforscht

Bevor die Wärme aus der Tiefe genutzt werden kann, braucht es ein genaues und großflächiges Bild des Untergrunds. Seismische Messungen liefern die nötigen Erkenntnisse. Wir setzen auf Vibro-Seismik: Sogenannte Vibro-Trucks senden entlang festgelegter Routen an jedem Messpunkt einige Sekunden lang Schallwellen in die Tiefe. Diese Wellen werden von verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert – wie ein Echo. An der Oberfläche fangen spezielle Mikrofone, Geophone genannt, die reflektierten Schallwellen auf. So lässt sich die Beschaffenheit des Untergrunds verlässlich bestimmen. Fledermäuse nutzen ein ähnliches Prinzip: Sie orientieren sich im Dunkeln mit Schallwellen, die von Bäumen oder Häusern reflektiert werden. Auch in der Medizin ist Ultraschall weit verbreitet und liefert auf ähnliche Weise Bilder vom Körperinneren.

Mit diesem seismischen Verfahren soll der Berliner Untergrund großflächig vermessen werden. Geplant sind Messungen auf etwa zwei Dritteln der Stadtfläche. Wenn Sie also in den kommenden Monaten einem Vibro-Truck begegnen, wissen Sie: Hier wird der Berliner Untergrund vermessen, um die Wärmeversorgung der Zukunft zu lokalisieren.

Die Messungen: Was passiert genau?

Pilotuntersuchung in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf

Bevor der Untergrund in Berlin großflächig erkundet wird, startete Ende Juni in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf eine Pilotuntersuchung. Sie bereitet die späteren großflächigen Messungen vor und hilft, die Messparameter zu verfeinern. Alle Infos zur Messung und der Strecke lesen Sie hier. Weitere Informationen

Kurz, sicher und kaum spürbar: So läuft eine Messung ab

Zum Einsatz kamen vier Vibro-Trucks. Entlang der Pilotstrecken in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf wurden insgesamt etwa 850 Messpunkte abgefahren, jeweils 20 Meter voneinander entfernt. Straßensperrungen waren nicht nötig. Auf einspurigen Straßen wurde der Verkehr bei Bedarf über die Gegenfahrbahn geleitet – ähnlich wie bei der Müllabfuhr.

Die Vibro-Trucks hielten nur wenige Minuten an jedem Messpunkt. Gleichzeitig wurden an Gebäuden nahe der Messstrecke die Bodenerschütterungen gemessen, um alle Grenzwerte einzuhalten.
Das Verfahren ist erprobt und wird auch auf Großbaustellen eingesetzt.

Kontakt

Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
Abteilung Integrativer Umweltschutz