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Wer entscheidet, was Leben ist?

Meet the Scientist mit Ulrike Ernst-Auga

Erste Menschen auf dem Mars (2019). Künstlerische Darstellung der ersten menschlichen Forschenden auf der Marsoberfläche – Zwei Personen in Raumanzügen gehen auf einer roten, felsigen Wüstenlandschaft mit futuristischen Gebäuden im Hintergrund.

Erste Menschen auf dem Mars (2019). Künstlerische Darstellung der ersten menschlichen Forschenden auf der Marsoberfläche – Zwei Personen in Raumanzügen gehen auf einer roten, felsigen Wüstenlandschaft mit futuristischen Gebäuden im Hintergrund.

Die Suche nach Wasser gilt weithin als einer der vielversprechendsten Wege zur Entdeckung außerirdischen Lebens. Doch lange bevor Leben gefunden wird, entstehen Bilder. Hochauflösende Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops, der Artemis-Missionen und computergestützte Visualisierungen prägen unser Verständnis des Universums. Raumbilder bilden Wirklichkeit nicht nur ab; sie wirken aktiv an der Hervorbringung von Konzepten von Leben, Bewohnbarkeit und Andersheit mit. In ihrem Kurzvortrag Wer entscheidet, was Leben ist? Raumbilder und die Dekolonisierung der Astrobiologie in der Artemis-Ära zeigt Ulrike Ernst-Auga, warum Visualität in der Astrobiologie sowohl als wissenschaftliches Instrument als auch als kulturelle Erzählung fungiert. Aus einer kritischen epistemologischen Perspektive fragt sie, wie sich die Raumforschung dekolonisieren lässt und wie wir über Leben jenseits der Erde nachdenken können, ohne koloniale Vorstellungen von Überlegenheit, Besitz oder hierarchischen Formen von Andersheit in unserem Verständnis des Universums zu reproduzieren.

BETEILIGTE

Ulrike Ernst-Auga

Ulrike Ernst-Auga ist Kultur- und Religionswissenschaftlerin sowie Professorin für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, Associate Research Fellow an der Stellenbosch University (Südafrika) und assoziierte Wissenschaftlerin im DFG-Graduiertenkolleg „Transformative Religion: Religion als situiertes Wissen in sozialen Transformationsprozessen“. Als Fellow des Center of Theological Inquiry (CTI) in Princeton war sie Mitglied des NASA-geförderten Fellowship-Programms „Inquiry on the Societal Implications of Astrobiology“ und forschte zu den epistemologischen Grundlagen der Astrobiologie. Ihre Forschung verbindet Religionswissenschaft, Geschlechterforschung und postkoloniale Epistemologien mit Fragen der Visualität, Digitalisierung und Weltraumforschung. Sie entwickelte die Konzepte „Religion als situiertes Wissen“, „Religion als diskursive, intersektionale und performative Kategorie“ (DIP) sowie die „Erweiterte Epistemische Analyse“ (EEA). Ihr aktueller Beitrag zur Dekolonisierung der Weltraumforschung erschien 2026 in Iglesia Viva. Ulrike Ernst-Augas Arbeiten wurden mit dem Käthe-Leichter-Preis der Universität Wien, dem Mary-Douglas-Preis der Universität Lausanne sowie dem Humboldt–Princeton Strategic Partnership Grant ausgezeichnet. Einem breiten Publikum wurde sie durch den ARTE-Film „Flick Flack – Der Yoko Ono Effekt“ bekannt.

- Sprache: Deutsch

- Ort: Humboldt Labor, 1. OG

- Teil von: Über Wasser

- Ticket für Die Lange Nacht der Museen erforderlich

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