Unter dem Motto des Tags des offenen Denkmals „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ bietet das Museum Berlin-Karlshorst vielfältige Zugänge zur Geschichte des Ortes – von den Spuren des sowjetischen Erbes bis hin zu künstlerischen Perspektiven auf Erinnerung und Gegenwart.
Das Programm GESCHICHTE IN SCHICHTEN macht sichtbar, wie sich die wechselvolle Geschichte des Museumsgebäudes und seine verschiedenen Nutzungsphasen bis heute in Architektur und erhaltenen Inschriften widerspiegeln. Führungen und Performance-Kunst eröffnen Zugänge zum sowjetischen Erbe des Museums, zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und zu den Herausforderungen einer multiperspektivischen Erinnerungskultur. Ergänzt wird das Programm durch ein Lese-Café auf der Museumsterrasse.
PROGRAMM
Führung und Gespräch „Das sowjetische Erbe des Museums Berlin-Karlshorst“
10.00 Uhr, 12.00 Uhr und 14.30 Uhr
Das Museum Berlin-Karlshorst ist ein Erinnerungsort mit einer vielschichtigen Geschichte. Die Führung widmet sich den Spuren der sowjetischen Nutzung des Gebäudes und fragt, wie dieses Erbe heute eingeordnet und vermittelt werden kann. Im Anschluss an den Rundgang sind die Teilnehmenden eingeladen, über den Umgang mit historischen Spuren und die Herausforderungen einer zeitgemäßen Erinnerungskultur ins Gespräch zu kommen.
Klanginstallation mit Lissening Sessions „Nachhall 8./9. Mai“
11.00 Uhr und 15.00 Uhr
Die interaktive Kunstinstallation „Nachhall 8./9. Mai“ der Historikerin Dora Busch und des Künstlers Jeremy Knowles setzt sich mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den verschiedenen Nutzungsphasen des Museumsortes auseinander. Das Museum Berlin-Karlshorst wurde 1967 von den sowjetischen Streitkräften als Kapitulationsmuseum gegründet. Im Mittelpunkt einer Station des Rundgangs steht das Großwaffen-Ensemble im Museumsgarten, das auf die sowjetische Geschichte des Museums verweist. Straßeninterviews, Musik und historische Fundstücke werden dabei miteinander verwoben. So entsteht ein Raum für Klang, Reflexion und Dialog über Geschichte und Gegenwart.
Dachbodenführungen zu Inschriften sowjetischer Soldaten
12.30 Uhr, 14.00 Uhr und 16.30 Uhr
Auf dem Dachboden des Museums, der sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, haben sowjetische Militärangehörige an verschiedenen Stellen Inschriften hinterlassen. Diese zeugen von der fast fünfzigjährigen sowjetischen Nutzung des Gebäudes. Nach einem kurzen Einführungsvortrag über den Alltag der sowjetischen Streitkräfte in Karlshorst werden in Kleingruppen, ausgestattet mit Taschenlampen, die Inschriften erläutert.
Kuratorenführung durch die Sonderausstellung „1941. Juni-Briefe. Ungelesene Feldpost aus Kamjanez-Podilskyj“
13.00 Uhr
Die Kuratorenführung bietet vertiefende Einblicke in die Ausstellung und die außergewöhnliche Geschichte der sogenannten Juni-Briefe aus Kamjanez-Podilskyj. Die nie zugestellten Feldpost- und Privatbriefe vermitteln seltene Eindrücke von den Lebenswelten von Soldaten der Roten Armee sowie von Einwohner*innen der Stadt unmittelbar vor und während des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im Juni 1941. Thematisiert werden die Entstehung der Ausstellung, die bewegte Geschichte der Briefsammlung sowie neue Forschungsergebnisse zur Stadt Kamjanez-Podilskyj im Kontext des deutschen Vernichtungskrieges.
Lese-Café auf der Museumsterrasse mit Publikationen des Museums
10.00 Uhr – 17.00 Uhr
Das Lese-Café bietet Gelegenheit, in Publikationen des Museums zu blättern und sich vertiefend mit den Themen des Hauses auseinanderzusetzen. Kaffee, Kuchen, herzhafte Snacks und weitere Getränke laden zum Verweilen und zum Austausch ein.
Alle Führungsangebote sind kostenlos.
Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.
Anmeldung/Buchung: Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.