Berliner Blau
Künstlerisch-experimentelle Annäherungen an eine Farbe
BB 12_E14.15, Mi_ B16.45, Mi
© BB 12_E14.15, Mi_ B16.45, Mi
Wie kann man eine Farbe, ihre Entstehung, ihre Eigenschaften sichtbar machen?
Britta Lange und Kerstin Stoll nähern sich dem Berliner Blau, einer synthetischen tiefblauen Farbe, die erstmals 1706 in Berlin aus Zufall hergestellt wurde, künstlerisch-experimentell. Während des Vortrags stellen wir sie selbst her und gehen ihren materiellen, historischen und politischen Verflechtungen nach: etwa ihren Namensgebungen im 18. Jahrhundert – Diesbachblau, Turnbulls Blau, Prussian Blue, Bleu de Paris, Miloriblau, Sächsischblau, Chinablau –, als es noch kein Patentrecht gab, oder ihrer Verwendung in chinesischem grünem Tee im 19. Jahrhundert.
Dabei befragen wir westliche Konzepte, die heute noch relevant sind und gegenwärtige Erzählungen wie die von „Chinese trash“ bestimmen: Original und Kopie, Ursprung, Entdeckung, Eigentum, Autorschaft und Copyright.
Dauer: 90 Minuten (ca. 60 min. Vortrag + Experiment, sowie 30 min. Diskussion)
Teilnehmer*innen
Britta Lange ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Sie arbeitet am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und ist derzeit Gastprofessorin für Visuelle Kulturen an der weissensee kunsthochschule berlin. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf Kulturgeschichte und Kulturtechniken, Kolonialismus und postkoloniale Zugänge, Wissensgeschichte, frühen Foto-, Film- und Tondokumente. Zu ihren Monografien zählen Passfotos unter Zwang. Deutsche Fotopolitik im Ersten Weltkrieg, Berlin 2025; Captured Voices. Sound Recordings of Prisoners of War from the Sound Archive 1915-1918, Berlin 2022. Britta Lange lebt und arbeitet in Berlin.
Kerstin Stoll versteht ihre künstlerische Praxis als Kulturtechnik: sie evoziert permanente Übertragungsbewegungen, die zwischen dem künstlerischen Aktionsfeld und dem Wissenschaftsbereich vermitteln. Ihre experimentelle, prozesshafte Arbeitsweise überführt sie in Installationen, Skulpturen und Videocollagen, die modellhaft Aspekte der Bionik, Materialforschung, neueste Konstruktions und digitale Darstellungstechniken, sowie anthropologische Forschungen und nachhaltige Architekturen umfassen.
Britta Lange und Kerstin Stoll haben im Rahmen einer wissenschaftlich-künstlerischen Kooperation 2021 gemeinsam Experimente mit Berliner Blau im Objektlabor des Zentrum für Kulturtechnik (ZfK) durchgeführt. Ihre Recherchen haben sie unter anderem in der Ringvorlesung „Politiken der Farben“ (2021) am Institut für Kulturwissenschaft vorgestellt. Im TAT präsentieren sie nun die gemeinsam verfasste und gestaltete Publikation Berliner Blau, die auf dem e-doc-Sever der HU veröffentlicht wurde.
Die Veranstaltung wird von Felix Sattler, Leitender Kurator TA T, moderiert. Im Jahr 2021 nahm er an den Experimenten von Britta Lange und Kerstin Stoll im Objektlabor des Zentrums für Kulturtechnik (ZfK) teil, einer Einrichtung, die er gemeinsam mit Jochen Hennig aufgebaut hat.
Barrierefreiheit
Der Hörsaal ist über einen Aufzug erreichbar. Die historischen Sitzplätze sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht zugänglich. Sitzplätze und Rollstuhlplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind direkt im Hörsaal vorhanden.
Die Vorträge werden durch KI-generierte Untertitel für Taube, gehörlose und teilweise hörende Menschen zugänglich gemacht.
Die Präsentation stützt sich stark auf visuelle Inhalte der Experimente und ist für blinde und sehbehinderte Zuschauer leider nicht gut zugänglich.
Sensible Inhalte
Es werden keine Themen wie koloniale Gewalt, Rassismus angesprochen, jedoch geht es im Vortrag auch um europäische Klischees von China und chinesische Klischees von Europa.
Konzept, Vortragende: PD Dr. Britta Lange und Kerstin Stoll
Moderator: Felix Sattler, Kurator TA T
Britta Lange und Kerstin Stoll nähern sich dem Berliner Blau, einer synthetischen tiefblauen Farbe, die erstmals 1706 in Berlin aus Zufall hergestellt wurde, künstlerisch-experimentell. Während des Vortrags stellen wir sie selbst her und gehen ihren materiellen, historischen und politischen Verflechtungen nach: etwa ihren Namensgebungen im 18. Jahrhundert – Diesbachblau, Turnbulls Blau, Prussian Blue, Bleu de Paris, Miloriblau, Sächsischblau, Chinablau –, als es noch kein Patentrecht gab, oder ihrer Verwendung in chinesischem grünem Tee im 19. Jahrhundert.
Dabei befragen wir westliche Konzepte, die heute noch relevant sind und gegenwärtige Erzählungen wie die von „Chinese trash“ bestimmen: Original und Kopie, Ursprung, Entdeckung, Eigentum, Autorschaft und Copyright.
Dauer: 90 Minuten (ca. 60 min. Vortrag + Experiment, sowie 30 min. Diskussion)
Teilnehmer*innen
Britta Lange ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Sie arbeitet am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und ist derzeit Gastprofessorin für Visuelle Kulturen an der weissensee kunsthochschule berlin. Schwerpunkte ihrer Forschung liegen auf Kulturgeschichte und Kulturtechniken, Kolonialismus und postkoloniale Zugänge, Wissensgeschichte, frühen Foto-, Film- und Tondokumente. Zu ihren Monografien zählen Passfotos unter Zwang. Deutsche Fotopolitik im Ersten Weltkrieg, Berlin 2025; Captured Voices. Sound Recordings of Prisoners of War from the Sound Archive 1915-1918, Berlin 2022. Britta Lange lebt und arbeitet in Berlin.
Kerstin Stoll versteht ihre künstlerische Praxis als Kulturtechnik: sie evoziert permanente Übertragungsbewegungen, die zwischen dem künstlerischen Aktionsfeld und dem Wissenschaftsbereich vermitteln. Ihre experimentelle, prozesshafte Arbeitsweise überführt sie in Installationen, Skulpturen und Videocollagen, die modellhaft Aspekte der Bionik, Materialforschung, neueste Konstruktions und digitale Darstellungstechniken, sowie anthropologische Forschungen und nachhaltige Architekturen umfassen.
Britta Lange und Kerstin Stoll haben im Rahmen einer wissenschaftlich-künstlerischen Kooperation 2021 gemeinsam Experimente mit Berliner Blau im Objektlabor des Zentrum für Kulturtechnik (ZfK) durchgeführt. Ihre Recherchen haben sie unter anderem in der Ringvorlesung „Politiken der Farben“ (2021) am Institut für Kulturwissenschaft vorgestellt. Im TAT präsentieren sie nun die gemeinsam verfasste und gestaltete Publikation Berliner Blau, die auf dem e-doc-Sever der HU veröffentlicht wurde.
Die Veranstaltung wird von Felix Sattler, Leitender Kurator TA T, moderiert. Im Jahr 2021 nahm er an den Experimenten von Britta Lange und Kerstin Stoll im Objektlabor des Zentrums für Kulturtechnik (ZfK) teil, einer Einrichtung, die er gemeinsam mit Jochen Hennig aufgebaut hat.
Barrierefreiheit
Der Hörsaal ist über einen Aufzug erreichbar. Die historischen Sitzplätze sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht zugänglich. Sitzplätze und Rollstuhlplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind direkt im Hörsaal vorhanden.
Die Vorträge werden durch KI-generierte Untertitel für Taube, gehörlose und teilweise hörende Menschen zugänglich gemacht.
Die Präsentation stützt sich stark auf visuelle Inhalte der Experimente und ist für blinde und sehbehinderte Zuschauer leider nicht gut zugänglich.
Sensible Inhalte
Es werden keine Themen wie koloniale Gewalt, Rassismus angesprochen, jedoch geht es im Vortrag auch um europäische Klischees von China und chinesische Klischees von Europa.
Konzept, Vortragende: PD Dr. Britta Lange und Kerstin Stoll
Moderator: Felix Sattler, Kurator TA T
Treffpunkt: Tieranatomischen Theater - Campus Nord
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