Mit dokumentarischer Präzision und poetischer Sensibilität richtet Graciela Iturbide ihren Blick auf Gemeinschaften und alltägliche Lebenswelten, in denen Fragen von Zugehörigkeit, kultureller Vielfalt und weiblicher Selbstbestimmung im Mittelpunkt stehen. Ihre erste große Retrospektive in Berlin eröffnet einen tiefen Einblick in ein Œuvre, das seit über fünf Jahrzehnten das Bild von Mexiko und seinen Menschen prägt. Im Artist Talkspricht Alejandro León Cannock, Direktor der Manuel Rivera-Ortiz Foundation, mit der mexikanischen Fotografie-Ikone über ihr umfangreiches Schaffen und ihre eindringliche Bildsprache.
Im Anschluss folgt ein Book Signing im Foyer von C/O Berlin.
Alejandro León Cannock (*1980, Peru) ist Forscher, Dozent, Kurator und bildender Künstler. Er promovierte in künstlerischer Forschung an der École Nationale Supérieure de la Photographie d’Arles / Aix-Marseille Universität und besitzt einen Masterabschluss in Fotografie vom Centro de la Imagen (Lima) sowie einen Masterabschluss in Philosophie von der Pontificia Universidad Católica del Perú. Er war Kurator des peruanischen Pavillons auf der Kunstbiennale Venedig 2024 und erhielt 2025 das Forschungs- und Schaffensstipendium des Institut pour la Photographie in Lille. Er arbeitet an der Fakultät für Bildende Künste der Aix-Marseille Universität. Derzeit ist er Direktor der Manuel Rivera-Ortiz Stiftung in Arles.
Graciela Iturbide (*1942, Mexiko) ist eine der bedeutendsten Fotografinnen Lateinamerikas. Nach einem Studium der Filmregie und Fotografie an der Universidad Nacional Autónoma de México arbeitete sie zunächst als Assistentin des Fotografen Manuel Álvarez Bravo. Ihre überwiegend schwarz-weißen Fotografien zeichnen sich durch eine Bildsprache aus, die ebenso dokumentarische wie poetische Aspekte aufweist. Dabei setzt sie sich immer wieder mit Themen wie Tradition, Ritual, Gemeinschaft und Vergänglichkeit auseinander. Für ihr umfangreiches Werk wurde Graciela Iturbide vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem W. Eugene Smith Grant (1987), der Guggenheim Fellowship (1988) sowie dem renommierten Hasselblad Award (2008). Ihre Arbeiten sind weltweit vertreten. Sie lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt.