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Wechselwirkung

Das Prinzip der ungewöhnlichen Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle im Surrealismus.

  • Yves Tanguy, Ohne Titel, 1946, Gouache auf schwarzem Papier / Max Ernst, Poire (Birne), 1925, Aquarell, Bleistift, Frottage auf Papier

    Yves Tanguy, Ohne Titel, 1946, Gouache auf schwarzem Papier / Max Ernst, Poire (Birne), 1925, Aquarell, Bleistift, Frottage auf Papier

  • Kai Bornhöft, ten, 2019, Barytpapier / Frank Tornow, Zwei rote Chicorée, 2025, Öl auf Holz

    Kai Bornhöft, ten, 2019, Barytpapier / Frank Tornow, Zwei rote Chicorée, 2025, Öl auf Holz

  • Frank Tornow, Sombra, Hokkaido und Apfel, 2025, Öl auf Holz, / Kai Bornhöft, True Colours, 2005, Barytpapier

    Frank Tornow, Sombra, Hokkaido und Apfel, 2025, Öl auf Holz, / Kai Bornhöft, True Colours, 2005, Barytpapier

„Schön wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ hieß es schon bei Lautréamont, den André Breton im Ersten Manifest des Surrealismus zitiert. Denn die überraschende Begegnung von Dingen, die man für gewöhnlich nicht miteinander in Verbindung bringt, lässt etwas Drittes entstehen, ein Rätsel, das unsere Wahrnehmung stimuliert und unser Denken auf überraschende Bahnen zu lenken vermag.

Die Gegenüberstellung von Werken des Fotografen Kai Bornhöft und Stillleben des Malers Frank Tornow erzeugt eine ähnliche Wechselwirkung. Wobei im vorliegenden Fall die Rollen vertauscht zu sein scheinen: Wird grundsätzlich eher dem Medium der Fotografie eine abbildhafte Funktion zugesprochen, ist es hier die Malerei von Tornow, die es erlaubt, die dargestellten Dinge auf Anhieb zu benennen. Umgekehrt scheint die für gewöhnlich der Malerei eingeräumte Freiheit der Erfindung in den Fotografien Bornhöfts die Darstellung zu bestimmen: Erst bei näherem Hinschauen lassen sich die Motive der bisweilen durch mehrmaliges Umkopieren entstandenen analogen Fotografien identifizieren.

In der Begegnung der Werke der beiden Künstler wird dieses jeweils „andere“ des Mediums besonders deutlich. Dabei verbindet sich die exquisite, an Chardin erinnernde Maltechnik mit Bornhöfts Blick für die rätselhaften Dimensionen des scheinbar Nebensächlichen ebenfalls zu etwas „Drittem“, das wie hinter einem Schleier verborgen ist. Zugleich (und vielleicht sogar eben dadurch) schärft es die eigene Wahrnehmung, auch bei der Betrachtung anderer Werke. Eine derartig „starke Wechselwirkung“ bringt das Schauen und Denken zum Tanzen, wie in der Quantenphysik – oder im Surrealismus.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin

Laufzeit: Fr, 17.07.2026 bis So, 15.11.2026

Findet hier statt:

Sibylle Bergemann (4)

Special: Fotoausstellungen

Museen und Galerien zeigen Fotoausstellungen mit fotografischen Werken unterschiedlichster Künstler und Genres. Hier finden Sie eine Übersicht der interessantesten Fotoausstellungen in Berlin.  mehr

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