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Vom Sehen und Gesehenwerden: 30 Jahre Karneval der Kulturen

13 Künstler*innen unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichen Erfahrungen des Karnevals der Kulturen wurden eingeladen ihre künstlerische Arbeit im und außerhalb des Kontexts des KdK zu präsentieren.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein zentrales Paradox: Der Karneval der Kulturen war seit seinen Anfängen 1996 ein Ort der Befreiung, in dem die Straße sich in die größte Bühne der Stadt verwandelt. Körper nehmen Raum ein und dürfen laut sein, und die Community wird zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Gleichzeitig hat sich der Karneval als Spiegel eines exotisierenden Begehrens etabliert: ein Fest, in dem sich „Kulturen“ oder schlimmer noch: Nationen präsentieren, und das eine Idee von Authentizität inszeniert, die nicht mehr ist als das Spiegelbild dessen, was als fremd und begehrenswert gilt.

Karneval soll laut und absurd sein: Menschen erobern in Kostüm und Community die Straßen, um die Ordnung umzukehren, über Macht zu lachen und Übertreibung zum Prinzip zu machen. Und dennoch wird dieser Umzug in Berlin oft missverstanden als Selbstdarstellung einer Identität, die eindimensional imaginiert wird, mit wenig Raum für Humor und Irreverenz. Der Karneval der Kulturen ist eine ambivalente Veranstaltung, die zwei Projektionslogiken gleichzeitig bedient: Er ist Raum der Selbstexpression und Raum der Projektion des Anderen. Diese Ambivalenz, mit all ihren Polen und Widersprüchen, ist das, womit sich die Ausstellung auseinandersetzt.

13 Künstler*innen unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichen Erfahrungen des Karnevals der Kulturen wurden eingeladen ihre künstlerische Arbeit im und außerhalb des Kontexts des KdK zu präsentieren. Sie wurden als Einzelpositionen eingeladen, nicht weil sie größere Gruppen repräsentieren. Es wäre unmöglich, die Tausenden von Künstler*innen abzubilden, die durch den Karneval gegangen sind. Diese 13 Positionen sprechen in völlig unterschiedlichen künstlerischen Sprachen und Formaten: Wir erleben eine Konjunktur von Hochkultur und Populärkultur, des Konzeptuellen und des Extravaganten, des Intimen und des Spektakulären. Gemeinsam befragen diese Stimmen Blickregime sowie die langsame, kontinuierliche Arbeit, als mehrdimensionale Diaspora zu existieren und zu handeln.

Künstlerische Positionen: Bimal Fabbri, Guillermo Gómez-Peña & Coco Fusco, Mohamad Halbouni, Ikuku Berlin, Daniela Incoronato, Melissa Kurt, Joaquin La Habana, Fred Plassmann & Erika Martínez, Bassirou Sarr, Su-Ran Sichling, Murah Soares, Edmundo Torres, Nancy Torres, Luisa Ungar. Ausstellungsvorraum: Van Bo Le-Mentzel & Werkstatt für Alles. Kuratorin: Juana Awad.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 20 Uhr (Ruhetag 18.05.), Samstag und Sonntag von 12 bis 20 Uhr

Laufzeit: Mi, 13.05.2026 bis Di, 26.05.2026

Findet hier statt:

Sibylle Bergemann (4)

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